27. Juni 2011
Der Zivildienst ist keineswegs nur eine Institution, welche in Deutschland etabliert werden konnte. Stattdessen gibt es diese Form der Ersatzdienstleistung auch in vielen anderen Ländern. Doch was zeichnet den Zivildienst in anderen Ländern aus und wo sind Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit dem deutschen System zu erkennen?
Zunächst einmal lassen sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Dauer des Zivildienstes erkennen. Deutschland ist mit zuletzt 6 Monaten das Land mit der kürzesten Dienstzeit. Über einen ähnlich überschaubaren Zeitraum müssen lediglich die Heranwachsenden in Österreich dienen. So gilt in Österreich eine Dauer von 9 Monaten, was dem vorherigen deutschen Standard entspricht. Die Finnen und Griechen müssen dagegen schon um die 15 Monate dienen, wobei die genaue Dauer des Dienstes von weiteren Faktoren abhängt. Am längsten müssen sich schließlich russische Zivildienstleistende um das Gemeinwohl ihres Landes kümmern. So beträgt der Zivildienst hier ganze 21 Monate.
Darüber hinaus kann es in diesem Zusammenhang noch Sinn machen, die einzelnen Systeme einmal näher zu untersuchen.
Der österreichische Zivildienst ähnelt zunächst einmal stark dem deutschen. Möglich wurde das Ganze allerdings erst 15 Jahre später, da entsprechende Gesetze erst im Jahre 1975 erlassen wurden. Alternativ zum neunmonatigen Zivildienst haben österreichische Männer allerdings noch die Möglichkeit, einen einjährigen Auslandsdienst zu absolvieren.
Die Schweiz ist in Sachen Zivildienst noch ein relativer Neuling. So gibt es diese Alternative erst seit etwa 20 Jahren. Zuvor büßten Militärdienstverweigerer in der Schweiz regelmäßig Haftstrafen ab, was die Schweiz auch international in die Kritik brachte.
In Italien, wo der Zivildienst ebenso wie in Deutschland ein Dienst für die Gesellschaft ist, hatten Zivildienstleistende noch bis vor zwei Jahrzehnten mit vielen Problemen zu kämpfen. Wehrdienstverweigerer wurden oft nur unter strengen Kontrollen zugelassen und mussten zudem fast doppelt so lange dienen. 2005 kam es dann allerdings zu einer großen Reform, welche den Wehrdienst ganz abschaffte und unter anderem durch einen freiwilligen Zivildienst über ein Jahr ersetzte.
In Russland müssen die Zivildienstleistenden schließlich fast doppelt solange wie normale Wehrpflichtige dienen. Darüber hinaus ist der russische Ersatzdienst für seine schlechten Arbeitsbedingungen bekannt, weshalb sich russische Männer vergleichsweise selten dazu entscheiden, den Dienst an der Waffe zu verweigern.
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