Kredit und Darlehen - Hinweise zur Aufnahme und Merkmale seriöser Kreditinstitute

Was vor einigen Jahrzehnten noch eine Seltenheit war, verkommt immer mehr zum notwendigen Übel: Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können finanzielle Engpässe nicht mehr ohne die Aufnahme eines Kredites bzw. Darlehens überbrücken. Seien es die Kosten für ein neues Auto, die aufzubauende Existenz oder den Erwerb eines Eigenheimes - ohne Unterstützung einer Bank geht es zumeist nicht. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten einer Kredit- bzw. Darlehensaufnahme, und anhand welcher Merkmale Sie ein seriöses Kreditinstitut erkennen können.

Wissenswertes über Kredit und Darlehen

Kredit und Darlehen: eine Definition

Die beiden Begriffe "Kredit" und "Darlehen" werden häuifg synonym verwendet. Grundsätzlich ist dies möglich; dennoch unterscheiden sich diese beiden Möglichkeiten des Zurverfügungstellens von Geld in ein paar Punkten.

Generell gilt: im Rahmen eines Darlehensvertrags verpflichtet sich der Darlehensgeber, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Der Darlehensnehmer wiederum ist verpflichtet, diesen Betrag wieder zurück zu zahlen, zuzüglich der geschuldeten Zinsen.

Der Kredit gilt als Oberbegriff; damit ist die Beschaffung von Fremdkapital und die Geldanleihe gemeint. Als Unterform des Kredits ist das Darlehen zu verstehen; im Gegensatz zum Kredit handelt es sich bei einem Darlehen in der Regel um Geldanleihen mit längeren Laufzeiten und höheren Geldsummen.

Kredite werden häufiger bei Konsumentenkrediten genannt. Geht es um die Bau- und Immobilienfinanzierung, vergeben Kreditinstitute eine höhere Summe und eine längere Laufzeit; in diesen Fällen ist von einem Darlehen die Rede.

Unterscheidungskriterien

Man unterscheidet Kredite zum einen nach ihrer Laufzeit:

  • Kurzfristige Kredite werden innerhalb eines Jahres zurückgezahlt
  • Mittelfristige Kredite lasssen sich in einem Zeitraum zwischen einem und vier Jahren zurückzahlen
  • Langfristige Kredite zahlt man in einem Zeitraum, der länger als vier Jahre lang andauert, ab - in diesem Fall ist auch die Bezeichnung "Darlehen" üblich

Des Weiteren lassen sie sich nach ihrer Höhe unterscheiden: Mikrokredite sind Kleinkredite von einer Geldeinheit bis zu einigen tausend; sie werden in der Regel an Kleingewerbetreibende vergeben. Kleinkredite vergibt man an Privathaushalte; ihre maximale Höhe beträgt 10.000 Euro. Zudem gibt es noch Mittel-, Groß- und Millionenkredite.

Nach Umfang der Besicherung unterscheidet man:

  • Blanko (unbesichert)
  • Teilgedeckt mit Blankoanteil
  • Vollgedeckt.

Unterschieden nach Art der Besicherung gibt es:

  • Personalkredit: als Blankokredit oder gegen Kreditsicherheiten gewährt, aufgrund der Bonität des Kreditnehmers von den Kreditinstituten zur Verfügung gestellt
  • Sachkredit: durch Sach- oder Vermögenswerte gesichert
  • Realkredit: Gegensatz zum Personalkredit, durch Grundpfandrechte besichert, Beleihungsgrenze bis 60 % des Beleihungswerts einer Immobilie

Nach Kreditgeber unterscheidet man

  • Bankkredit: von einer Bank an ihren Kunden vergeben
  • Lieferantenkredit: von Lieferanten an Kunden vergeben, auch Warenkredit, Handelskredit
  • Arbeitgeberdarlehen: von Arbeitgeber an Arbeitnehmer vergeben, auch Mitarbeiterdarlehen, Personalkredit
  • Privatkredit: Kreditgeber handelt als Privatperson
  • Staatskredit: Staat fungiert als Schuldner, auch Staatsanleihe, Staatsobligation
  • Organkredit: Kreditnehmer steht in besonderer (eng/persönlich/rechtlich) Verbindung zum Kreditgeber, welcher bei Entscheidung in Interessenkonflikt geraten könnte

Nach Bereitstellung unterscheidet man Barkredit, Warenkredit und Kreditleihe; bei letzterer stellt das Kreditinstitut dem Kreditnehmer seine Kreditwürdigkeit zur Verfügung. Und schließlich kann man einen Kredit noch nach dessen Verwendung unterscheiden. So gibt es:

  • den Konsumkredit: dient der Finanzierung von Dienstleistungen oder Konsumgütern bei Verbrauchern
  • den Investitionskredit: dient der Investition in Gemeinden, Unternehmen oder bei Selbständigen
  • den Betriebmittelkredit: dient der kurzzeitigen Überbrückung von finanziellen Engpässen, auf einem Girokonto befristet eingeräumt und betragsmäßig begrenzt
  • die Vorfinanzierung: meist kurzfristig angelegte Finanzierungsart, wenn die Finanzierung bzw. deren Zeitpunkt noch nicht feststeht
  • die Zwischenfinanzierung: meist kurzfristig angelegte Finanzierungsart, wenn die endgültige Finanzierung bereits feststeht
  • der Effektenkredit: auch Lombardkredit: kurz- bis mittelfristigen Kredit in Form von Bankguthaben, Wertpapieren oder beweglichen Sachen gegen die Stellung von Kreditsicherheiten

Ablauf - Einen Kredit aufnehmen

Möchte man einen Kredit aufnehmen, durchläuft man in der Regel folgende Schritte:

  • man stellt den Kreditantrag
  • die Kreditfähigkeit wird überprüft
  • die Kreditwürdigkeit (wirtschaftliche Kreditfähigkeit) wird überprüft
  • die Beleihungsunterlagen werden geprüft
  • die angebotenen Kreditsicherheiten werden geprüft und bewertet
  • der Kreditvertrag wird abgeschlossen
  • die Kreditsicherheiten werden gestellt
  • der Kredit wird bereitgestellt, z.B. durch Konto-Gutschrift

Mehr Rechte durch die Verbraucherkreditrichtlinie

Die von den EU-Gremien Parlament und Rat im Mai 2008 verabschiedete Verbraucherkreditrichtlinie ist zwei Jahre später in Deutschland umgesetzt worden. Sie stärkt bei einer Kreditaufnahme die Verbraucherrechte gegenüber den Kreditgebern we Banken und Sparkassen.

Anlass und Gültigkeit

Anlass für die Richtlinie 2008/48/EG der Europäischen Union ist eine EU-weite Vereinheitlichung der Arbeits- und Entscheidungsgrundlagen bei der Kreditvergabe. Davon sind beide Seiten betroffen, also Kreditgeber und Kreditnehmer.

Die neuen Bestimmungen gelten für alle Konsumenten- beziehungsweise Verbraucherkredite, unabhängig von ihrer Höhe. Dazu gehören unter anderem

  • Rahmen- und Ratenkredite
  • Dispo-Kredite oder
  • Bagatellkredite bis zu zweihundert Euro.

Diese Neuregelungen waren von den EU-Mitgliedsländern spätestens zwei Jahre später, also mit Wirkung ab 11. Juni 2010 in allen ab dann neu abzuschließenden Kreditverträgen umzusetzen.

So genannte Altverträge, also die vor dem 11.06.2010 abgeschlossenen Kreditverträge, blieben unverändert bestehen. In Deutschland gehört diese Verbraucherkreditrichtlinie zum Verbraucherdarlehensrecht. Rechtlich verankert wurde sie im Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie, des zivilen Teils der Zahlungsdienstrichtlinie sowie zur Neuordnung der Vorschriften über das Widerrufs- und Rückgaberecht.

Das klingt bürokratisch aufwändig und ist für den Bürger als Kreditnehmer kaum lesbar. Ihn interessiert in verständlichen Worten, was sich in seinem Interesse seitdem geändert hat.

Was verändert sich für den Kreditnehmer?

Der Kreditnehmer als Verbraucher soll bei der Kreditaufnahme besser als in der Vergangenheit geschützt werden. Da Kreditinstitute europaweit tätig sind, war eine Harmonisierung, also eine EU-weite Geltung desselben Rechts, gewünscht und vonnöten.

Die gravierenden Neuerungen der Verbraucherkreditrichtlinie betreffen

  • die Werbung
  • die Einheitlichkeit von Vertragstexten
  • die Information und Erläuterung der Verträge sowie
  • die Kreditkündigungen.

Die Kreditinstitute sind in der Werbung für Kredite zu mehr Objektivität und Information gehalten. Es reicht nicht mehr aus, mit nur einem, dem einzig besten Zinssatz zu werben, den Kreditsuchenden damit anzulocken. Wenn mit einem Zinssatz geworben wird, dann muss der nach der so genannten Zweidrittelregel gemäß der Preisabgabenverordnung, der PAngV bei über sechzig Prozent der bereits abgeschlossenen Kreditgeschäfte gegolten haben.

Die gesamte Information muss für den Kreditnehmer transparenter und verständlicher sein. Er muss alles sehen, lesen und verstehen können. Ausgewiesen werden müssen vor allem der Effektivjahreszins und der Nettokreditbetrag.

Der Sollzinssatz ist mit dem Hinweis zu versehen, ob er gebunden oder variabel, beispielsweise an die Bonität des Kreditnehmers geknüpft ist. Und letztendlich sind auch die Kosten für eine Kreditaufnahme, die so genannten Bearbeitungsgebühren, separat auszuweisen.

Dem Kreditsuchenden muss zweifelsfrei bewusst sein, ob er dem Kreditgeber oder einem Kreditvermittler gegenüber sitzt. Kreditinstitute können Kredite sowohl selbst vergeben als auch für andere Banken und Sparkassen vermitteln. Wenn ein Kredit vermittelt wird, dann muss aus dem Vertrag die Höhe der Provision in Euro und Cent ersichtlich sein, die der Kreditvermittler erhält.

Mit einem Satz gesagt: Der Kreditnehmer als Kunde und zukünftiger Schuldner soll im Detail wissen und nachrechnen können, was ihn der Kredit abgesehen von den Kreditzinsen kostet.

In Sachen Kreditrückzahlung

Eine ganz entscheidende Verbesserung ist die Neuerung im Falle einer vorzeitigen Kreditrückzahlung. Bei Altverträgen gilt eine Halbjahresfrist zuzüglich einer vierteljährlichen Kündigungszeit. Teil- oder Sondertilgungen sind meistens kostenpflichtig und nur möglich, wenn sie vertraglich fixiert sind.

Bei Neuverträgen, also bei denen nach der neuen Verbraucherkreditrichtlinie, sind Sonderzahlungen oder vorzeitige Kredittilgungen jederzeit möglich. Der Kreditgeber kann seinerseits Vorfälligkeitsentschädigungen berechnen, deren Höhe sich nach der verbleibenden Kreditlaufzeit richtet.

Die Entschädigungszahlung beträgt bis zu höchstens einem Prozent des vorzeitig getilgten Darlehensbetrages. Diese kostengünstige Flexibilität bringt dem Kreditnehmer einen wirklichen finanziellen Mehrwert.

Die Kreditinstitute sind ihrerseits dazu übergegangen, bereits bei der Werbung für Rahmen- oder Ratenkredite variable Angebote zu machen, bis hin zum Verzicht auf eine Vorfälligkeitsentschädigung.

Die Musterverträge für Verbraucherkredite enthalten einheitlich vorgegebene Mindestinhalte. Das macht sie sowohl vergleichbar als auch einfacher lesbar. Diese Vertragsmuster gelten europaweit, also auch für die im Internet angebotenen Kredite von ausländischen Onlinebanken. Der Onlineabschluss von Krediten ist dann rechtsgültig, wenn er beiderseits mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen ist.

Als Resümee bleibt festzuhalten, dass mit der Verbraucherkreditrichtlinie gute Voraussetzungen bestehen, damit die europaweiten Kreditinstitute und deren Kunden vertrauensvoller miteinander umgehen können.

Der Aufbau eines Darlehensvertrags

Ein Darlehen will gut durchdacht sein. Die unterschiedlichen Ausformungen des Vertrages können zudem erhebliche Belastungen aufwerfen.

Privat oder über die Bank?

Noch ehe die Unterschrift geleistet wird, muss sich der Betroffene fragen, welchem Zweck die Geldleihe denn eigentlich dienen soll. Nur allzu schnell wird hierbei die Bank oder Sparkasse bemüht, obwohl die Hilfe im privaten Umfeld deutlich preisgünstiger zu bekommen gewesen wäre. Kleinere Beträge sollten zunächst von Familienmitgliedern oder Freunden angefragt werden.

Selbst unter Zahlung monatlicher Zinsen verläuft ein solches Abkommen meist reibungsloser als mit einem Geldhaus. Denn der bürokratische Aufwand bei Letztgenannten ist hoch, die Zinsen sind es zumeist ebenso. Wo es machbar ist, wäre eine Leihe außerhalb der Sparkassen daher anzuraten.

Welche Form eignet sich?

Wer jedoch nicht umhin kommt, einen größeren Betrag bei der Bank zu erfragen, wird sich vor eine Vielzahl an möglichen Kreditverträgen gestellt sehen. Deren Ausformung hängt etwa mit dem Zweck der Geldzahlung zusammen.

Eigene Darlehen für den Bau eines Hauses sind marktüblich. Andere von ihnen werden zum Kauf eines Autos oder zur Gründung einer Firma genutzt.

Mit dem Bankberater sollte daher detailliert abgesprochen werden, welche Aufgaben das Geld leisten soll, welche Ziele damit verbunden sind und welche primären Zwecke erfüllt sein müssen. Oft kann dabei ein maßgeschneiderter Kontrakt erstellt werden, der alle Bedürfnisse einkalkuliert.

Nicht die Zinsen vergessen

Bei der festzulegenden Höhe des Darlehens wird gerne einmal etwas üppiger zu Werke geschritten. Plötzlich fallen dem Antragsteller die vielen Besorgungen ein, die noch erledigt werden müssen.

Statt des anfänglichen Sparzwanges wird letztlich lieber etwas mehr einkalkuliert. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, doch gilt es zu beachten, dass die Schulden dereinst auch zurückgezahlt werden müssen.

Mehr noch, in viertel- oder halbjährlichen Abständen werden die Zinsen abgebucht. Auch sie können zu einer erheblichen finanziellen Belastung reifen und den Betroffenen vor große Schwierigkeiten stellen. Fraglich ist somit vorab, inwieweit sich die Ausgaben allgemein begrenzen lassen.

Lange Tilgungsdauer

Ebenso ist die Länge der Rückzahlung maßgeblich. Ein Kredit wird nicht selten binnen weniger Wochen oder Monate in Gänze aufgebraucht. Doch der kurzen Freude über das schnelle Geld folgt das schlechte Gewissen:

Was mit vollen Händen ausgegeben wurde, muss nun beglichen werden. Und zwar vollumfänglich zuzüglich der Zinsen.

Die Banken bieten die Dauer solcher Darlehen im Regelfall mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren an. Nicht jeder Betroffene möchte sich aber derart lange an das Geldhaus binden und das monatliche Einkommen zur Begleichung der Schulden verplant wissen. Auch dieses Kriterium sollte daher vor der Beantragung eines Kredites durchdacht werden.

Bei allen Ausgaben sparen

Doch nicht alleine das umsichtige Handeln bei der Beantragung eines Kredites ist sinnvoll. Mit kleinen Veränderungen innerhalb des Vertrages lassen sich mitunter die Zinsen senken.

In anderen Fällen können diese zu steuerlichen Vorteilen genutzt werden. Auch hier empfiehlt es sich daher, vorab bereits eine Beratung zu nutzen, um die größtmöglichen Privilegien zu genießen, wenn ein solcher Kontrakt abgeschlossen werden muss.

Spätestens bei der Rückzahlung der Schuld erweist es sich als positiv, die wirtschaftliche Weitsicht gezeigt zu haben. In solchen Fällen macht dann auch die Nutzung des Darlehens durchaus Spaß. Und die Tilgung der Summe muss zu keiner hohen Hürde verkommen.

Welcher Kredit der richtige ist sollte in einem Beratungsgespräch geklärt werden
Welcher Kredit der richtige ist sollte in einem Beratungsgespräch geklärt werden

Formen von Krediten und Darlehen

Doch welche Formen von Krediten und Darlehen gibt es überhaupt? Hier geben wir eine Übersicht.

Hinweise und Tipps zur Suche nach einem seriösen Kreditunternehmen

Jeder Bundesbürger braucht zur Abwicklung seines laufenden Zahlungsverkehrs ein Girokonto. Der Dispo-Kredit ist hilfreich, ein Kredit oder Darlehen in manchen Lebenssituationen notwendig. Dazu sollte ein seriöses Kreditinstitut ausgewählt werden.

Kreditinstitute sind Banken und Sparkassen als so genannte Universalbank. Nach dem Kreditwesengesetz, kurz KWG, bieten sie ihren Kunden das gesamte Spektrum an finanziellen Dienstleistungen an. Das reicht vom Girokonto über Spar- und Anlageangebote einerseits bis hin zur Kredit- und Darlehensvergabe andererseits.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Auswahl unter den Filialunternehmen am Ort überschaubar. Mit ihren Haupt-, Zweig- und Nebenstellen gliederten sie sich in die Sparkassen sowie in die Privatbanken.

Direkt- und Onlinebanken

Heutzutage wird dieses Angebot um die Direktbanken sowie um die Onlinebanken ergänzt. Hier ist ein direkter Kundenkontakt weder möglich noch erwünscht. Die Kommunikation geschieht telefonisch über das bankinterne Servicecenter oder über das externe Callcenter.

Der Bankkunde hat weder einen festen Ansprechpartner noch einen persönlichen Kundenberater, wie er es bei seiner Filiale am Ort gewöhnt ist. Korrespondiert wird überwiegend per E-Mail mit Datenaustausch.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein Aspekt zur Bewertung, ob es sich aus Sicht des Kunden um ein seriöses Kreditunternehmen handelt, ist das ausgewogene und kundenfreundliche Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Girokonto mit Onlinebanking erspart dem Kreditinstitut sowohl Personal- als auch Verwaltungskosten. Der Kontoinhaber verwaltet sein Girokonto selbst und wickelt den Geldverkehr eigenständig ab.

Das Kreditinstitut stellt die notwendige Technik und Logistik zur Verfügung. Die verursacht einmalige Investitionskosten, während die laufenden Kosten marginal sind. Dementsprechend niedrig können beziehungsweise müssen die monatlichen Kontokosten sein.

Dispo-Kredit

Die Sollzinsen für den Dispo-Kredit auf dem Girokonto sind ein guter Pegel zur Einschätzung der Seriosität. Der Dispo-Kredit ist ein Angebot der Bank oder Sparkasse an den Kontoinhaber.

Der kann es annehmen, also den Dispo-Kredit in Anspruch nehmen, oder auch nicht. Ein separater Vertrag, so wie bei einer Kredit- oder Darlehensaufnahme, wird nicht abgeschlossen.

Überziehungszinsen

Die Höhe der Dispo-Zinsen, der so genannten Überziehungszinsen im zweistelligen Prozentbereich, wird seit jeher kritisiert. Banken und Sparkassen können weitgehend selbst über die Zinshöhe entscheiden. Die kann angemessen, hoch oder sehr hoch sein.

Der Kontoinhaber kündigt nur in seltenen Fällen aus diesem Grunde sein Girokonto. Seriöse Kreditunternehmen gehen mit den Überziehungszinsen nicht an die gesetzlich zulässige Obergrenze. Sie bieten ihren Kunden den Zinssatz im durchschnittlichen Mittelfeld an. Eine rechnerische Mindereinnahme lässt sich leicht dadurch ausgleichen, dass der Dispo-Kredit angehoben und erfahrungsgemäß auch dann in Anspruch genommen wird.

Frage nach der Bonität

Nicht jeder Bürger hat eine gleichgute Bonität. Lebensumstände können zu finanziellen Engpässen und Problemen führen, bis hin zur Privatinsolvenz. Die Bonität ist dementsprechend niedrig.

Trotzdem hat jeder einen rechtlichen Anspruch auf ein Girokonto. Er benötigt es, um seine Einnahmen wie Lohn, Gehalt, Unterhaltszahlungen, Kindergeld oder Transferleistungen ausgezahlt bekommen zu können.

Beantragung eines P-Kontos

Zum Pfändungsschutz kann er ein P-Konto, das Pfändungsschutzkonto, beantragen. Ein seriöses Kreditunternehmen akzeptiert ohne Wenn und Aber den Antrag auf Eröffnung eines Girokontos oder P-Kontos aus diesem Personenkreis. Es redet nicht drum herum oder "wimmelt ihn ab", sondern behandelt ihn wie jeden anderen Bankkunden auch.

Der Betroffene weiß um seine Situation. Ihm sind die Grenzen und Einschränkungen zu seinem Girokonto auf Guthabenbasis bekannt.

Bei einer Kreditaufnahme wirkt es auf den Antragsteller seriös, wenn der Effektivzins bonitätsunabhängig angeboten wird. Die Bonität, also die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, den Kredit zuzüglich der Zinsen vertragsgemäß zurückzuzahlen, wird ohnehin geprüft und bewertet.

Der Eindruck auf den Kreditsuchenden ist deutlich seriöser, wenn er anhand des Angebotes weiß, dass gleiches Recht, also derselbe Zinssatz, für alle gilt. Ein bonitätsabhängiger Effektivzins ist weder nachprüf- noch nachvollziehbar. Der bonitätsunabhängige Zinssatz macht ein Vergleichen mehrerer Angebote nicht nur leichter, sondern überhaupt erst möglich.

Keine Schufaauskunft nötig

Ein Kreditunternehmen ist auch dann seriös, wenn es den Kredit ohne Schufa anbietet und damit wirbt. Bei der Bonitätsprüfung wird die Schufa nicht eingesehen, und der Kredit wird anschließend nicht in die Schufa-Datenbank eingetragen.

Das Angebot muss nicht immer der letzte Ausweg für Kreditsuchende mit einer niedrigen Bonität, mit der umgangssprachlichen "negativen Schufa" sein. Es kann durchaus private Gründe dafür geben, einen diskreten und vertraulichen Kredit aufzunehmen.

Das ist nur mit einem Kredit ohne Schufa möglich. Oder umgekehrt gesagt, mit dem Kredit mit Schufa ist das unmöglich.

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