Eine Liste aller Ausgaben erstellen

Rechte Hand zieht Geld aus Geldautomat heraus

Genau wie man es mit den Einnahmen gemacht hat, erstellt man nun auch eine Liste aller Ausgaben, die man monatlich tätigt

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  • von Paradisi-Redaktion

Die Ausgaben im Privathaushalt lassen sich grob in Pflicht- sowie in freiwillige Ausgaben gliedern. Die Ausgabenarten sind vielfältig sowie vielseitig, und auch ihre Höhe schwankt vom ein- bis zum hohen dreistelligen Eurobetrag. Fällig werden die Ausgaben zu ganz unterschiedlichen Terminen - das macht ein gekonntes Finanzmanagement mit einem Controlling umso notwendiger. Lesen Sie hier, worauf es bei der Erstellung einer Liste aller Ihrer Ausgaben ankommt.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Ganz allgemein gilt der Grundsatz, dass die Ausgaben die Summe aller Einnahmen nicht übersteigen dürfen. Wenn das der Fall ist, und wenn sich die dadurch entstehende Lücke nicht durch zusätzliche Einnahmen aus Erspartem schließen lässt, dann wird mit fremdem Geld gearbeitet.

Dispo-Kredit

Der Dispo-Kredit sollte nur eine vorübergehende kurfristige Lösung darstellen
Der Dispo-Kredit sollte nur eine vorübergehende kurfristige Lösung darstellen

Das ist normalerweise der Dispo-Kredit. Es handelt sich nicht um einen Kreditvertrag, sondern um ein Angebot des kontoführenden Kreditinstitutes, das Girokonto vorübergehend mit einem Sollsaldo, also im Minus, führen zu können.

Die Betonung liegt auf vorübergehend. Spätestens zum Ende des Monats, der im Privathaushalt als Rechnungseinheit gilt, sollte der Kontostand wieder ausgeglichen und der Überziehungskredit zurückgeführt sein. Die dadurch entstehenden Kosten für die Überziehungszinsen gehören zu den Ausgaben, die vierteljährlich berechnet und vom Girokonto abgebucht werden.

Bewältigung des Lebensunterhalts

Die Ausgaben richten sich nach den Einnahmen, die den Lebensstandard direkt beeinflussen. Geringere Einnahmen haben automatisch niedrigere Ausgaben zur Folge. Das bezieht sich vorwiegend auf die Ausgabenhöhe, nicht auf die Art der Ausgaben. Bestimmte Ausgabearten werden in jedem Haushalt fällig, unabhängig von der Summe aller Einnahmen.

Zum Lebensunterhalt in unserer Gesellschaft gehören:

  • die Kosten der Unterkunft zusammen mit den Betriebs- und den Energiekosten
  • Beiträge zu Versicherungen
  • Ausgaben für Kommunikation wie Rundfunkbeitrag, Telefon oder Internet
  • die Lebenshaltungskosten für Ernährung, Bekleidung sowie für den Luxuskonsum wie Getränke und Nikotin

In einer mehrköpfigen Familie mit Kindern müssen Schulmittel gekauft werden, und für die Kleinen wird der monatliche Beitrag für Kita oder Kindergarten fällig.

Leben ist Aktionismus, und Aktionismus kostet Geld. Notwendige Waren, Produkte sowie Dienstleistungen müssen gekauft werden und kosten somit Geld. Bei dieser Flut an unterschiedlichen Ausgaben muss einerseits nach Kostenarten, und andererseits nach Kostenhöhen selektiert werden.

Zu den Lebenshaltungskosten zählen auch Ausgaben für Essen und Trinken
Zu den Lebenshaltungskosten zählen auch Ausgaben für Essen und Trinken

Besondere Anlässe für besondere Wünsche

Besondere Wünsche können meistens nicht sofort erfüllt werden - dafür muss auf regelmäßige Anlässe wie Weihnachten und Geburtstag, oder auf einmalige Ereignisse wie Kommunion, Konfirmation oder Eheschließung gewartet werden.

Ausgaben, die es zu überblicken gilt

Die nachstehende Liste gibt einen Überblick über Ausgaben im Privathaushalt, die nur mit einem konsequenten Finanzmanagement auf Dauer beherrschbar bleiben:

  • Unterkunft Mietwohnung (Kaltmiete)
  • Unterkunft Eigentum (Zinsen und Tilgung)
  • Unterkunft Betriebskosten (Wasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung und anderes)
  • Unterkunft Energiekosten (Strom, Heizung und Warmwasser)
  • Lebenshaltungskosten (Ernährung, Körperpflege, Bekleidung und anderes)
  • Kommunikation (Rundfunkgebühr, Telefon Festnetz und Mobil, Internet, Tageszeitung, Zeitschriften)
  • Versicherungsbeiträge (Haftpflicht-, Hausrat-, Unfall-, Lebensversicherung und anderes)
  • Mobilität Familienauto (Finanzierungskosten, Steuer, Versicherung, Wartung/Pflege, Kraftstoff, Pannendienst)
  • Öffentliche Verkehrsmittel (Monatskarte, Schülerkarte)
  • Ausgaben für Verbindlichkeiten (Zinsen/Tilgung für Raten-/Rahmenkredit, Dispo-Kredit)
  • Freizeitgestaltung/Hobby (Mitgliedsbeitrag, Ausgaben für aktive Teilhabe)
  • Genussmittel (Alkohol, Softgetränke, Rauchwaren, Süßigkeiten und anderes)
  • Haustiere (Ernährung, Versicherung, Arztkosten, Spielgeräte und anderes)
  • Unterhaltszahlungen (abhängig von der familiären Situation)
  • Taschengeld für alle Familienangehörigen (Erzieher, Kinder)
  • Sparen (Sparbuch, Festgeld, Tagesgeld, Sparschwein)
  • Rücklage für unvorhersehbare Ausgaben

Diese Ausgaben, von denen im Einzelfall einige wegfallen, dafür andere hinzukommen, werden sowohl bargeldlos als auch bar getätigt. Hier den Überblick zu behalten und, wie es genannt wird, gut zu wirtschaften, muss zwar nicht studiert werden, aber immerhin doch gekonnt sein.

Energiekosten können bei näherem Betrachten oft nicht unwesentlich eingespart werden
Energiekosten können bei näherem Betrachten oft nicht unwesentlich eingespart werden

Wie eine tabellarische Übersicht der Ausgaben im Monat aussehen könnte, sehen Sie hier - dabei haben wir natürlich nur einen Bruchteil möglicher Ausgaben berücksichtigt...

Monatliche Übersicht aller Ausgaben
Art der AusgabeSumme
Wohnen (z.B. Miete, Pacht etc.)
Mobilität (Auto, Fahrkarten etc.)
Energie (Strom, Heizkosten)
Telefon, Internet, TV
Versicherungen (außer Kfz)
Familie und Haushalt (z.B. Kurse, Hobbys, Nachhilfe, Betreuung...)
Vermögensbildung
Zahlungsverpflichtungen
Rücklagen
Sonstiges
Gesamtsumme:

Schuldenfrei nach drei Jahren - am 1. Juli kommt das neue Insolvenzrecht

Schulden - Mann mit dem Hemd aus der Hose zeigt seine leeren Hosentaschen
broke © Lisa Vanovitch - www.fotolia.de

Die Konjunktur brummt, und zugleich geraten immer mehr Deutsche in die Schuldenfalle. Im vergangenen Jahr mussten über 91.000 Verbraucher Insolvenz anmelden. Nach bisherigem Recht dauert es dann sechs Jahre, bis sie wieder schuldenfrei sind. Um den Betroffenen einen schnelleren Neustart zu erleichtern, tritt am 1. Juli ein verbessertes Insolvenzrecht in Kraft. Experten geht die Reform nicht weit genug.

Was ist der Kern des Gesetzes?

Wesentliches Ziel der Reform ist die Schuldenfreiheit schon nach drei Jahren. Dieses Express-Verfahren ist allerdings an strenge Voraussetzungen geknüpft: der Schuldner muss innerhalb der Dreijahresfrist mindestens 35 Prozent der offenen Forderungen bezahlten – zuzüglich der Kosten für Gericht und Insolvenzverwalter.

Nach Ansicht von Experten ist das für die meisten Betroffenen eine viel zu hohe Hürde. Schuldenfreiheit nach drei Jahren werden deshalb nur wenige erreichen. Für aussichtsreicher halten sie einen weiteren Punkt der Reform: wer sämtliche Gerichts- und Verwalterkosten bezahlt hat, kann die Sechsjahresfrist auf fünf Jahre verkürzen. Nach Schätzungen könnte damit rund jeder dritte Schuldner einen früheren Neustart erreichen.

Welche Vorteile gibt es noch?

Erleichterungen bringt das Insolvenzgesetz für Mieter in Wohnungsgenossenschaften. Mietkautionen sind für Gläubiger schon länger tabu. Nun werden auch Einlagen bis 2000 Euro vor der Pfändung geschützt.

Außenstände eintreiben – so kommen Betroffene an ihr Geld

Nahaufnahme Euroscheine und Münzen auf Tisch, Geld
Money - Euro banknotes - Euros © c - www.fotolia.de

Ob Handwerker, Arzt oder privater Verkäufer – wer Leistungen erbringt, möchte dafür bezahlt werden. In aller Regel trifft das Geld auch pünktlich auf dem Konto ein. Aber was tun, wenn Käufer oder andere Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Das Gesetz bietet mehrere Möglichkeiten.

Eines vorweg: Ohne einen schriftlichen Vertrag werden Gläubiger es in jedem Fall schwer haben, an ihr Geld zu gelangen. Wer Probleme vermeiden möchte, klärt die Zahlungsmodalitäten schon vorher und lässt sie sich per E-Mail oder Unterschrift bestätigen.

Wenn das Geschäft mündlich vereinbart wird, sollte ein Zeuge dabei sein.

Rechnung nur mit Zahlungsfrist

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, aber selbst Geschäftsleute vergessen oft, in der Rechnung eine präzise Zahlungsfrist festzulegen.

Ist der Zahlungspflichtige ein normaler Verbraucher, muss er zudem darauf hingewiesen werden, dass er bei Versäumen der Frist automatisch in Verzug gerät.

Drei Wege zur Mahnung

Wenn das Zahlungsziel verstrichen ist, darf der Gläubiger sofort mahnen. Der schnellste und günstigste Weg ist eine selbst formulierte Mahnung mit der Aufforderung den ausstehenden Betrag unverzüglich zu zahlen. Etwas teurer wird es, wenn Gläubiger einen Anwalt beauftragen.

Im Idealfall muss zwar der Schuldner die Kosten übernehmen. Wenn dieser kein Geld hat, bleibt der Gläubiger jedoch zusätzlich zur ursprünglichen Rechnungssumme auf den Anwaltsgebühren sitzen.

Daneben können sich Betroffene direkt an das Gericht wenden und einen Mahnbescheid beantragen. Hierzu haben die Bundesländer zentrale Mahngerichte geschaffen, die entsprechende Bescheide im Online-Verfahren erstellen.

Sollte der Schuldner trotz gerichtlichem Mahnbescheid nicht zahlen, kann der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid beantragen und damit unmittelbar die Zwangsvollstreckung starten. Wie beim Anwalt hängen die Kosten von der Höhe der offenen Rechnungen ab.

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Quellenangaben

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  • Bildnachweis: ritirare denaro © lulu - www.fotolia.de
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  • Bildnachweis: Energie © PhotoSG - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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