Merkmale einer geistigen Behinderung

Junges Mädchen mit Down-Syndrom, den Kopf auf ihre Arme gelegt

Ausprägungsformen geistiger Behinderungen

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  • von Paradisi-Redaktion

Unter einer geistigen Behinderung versteht man unterdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten. Allerdings gibt es bislang noch keine allgemein gültige Definition des Begriffes. Diagnostiziert wird diese Behinderung in der Regel aufgrund des Intelligenzquotienten. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Lesen Sie über die Merkmale und Ausprägungsformen einer geistigen Behinderung.

Verfügt ein Mensch nur über unterdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten und leidet unter affektiven Störungen (Störungen im Gefühlsleben), sprechen Mediziner von einer geistigen Behinderung. Der Begriff ist allerdings umstritten, da keine allgemein gültige Definition einer geistigen Behinderung vorliegt.

So sind Selbstvertretungsgruppen der Auffassung, dass der Begriff vollkommen aufgegeben und durch "Menschen mit Lernschwierigkeiten" ersetzt werden sollte. Allerdings kommt es dabei zu einer Überschneidung mit der Lernbehinderung.

Aus diesem Grund wird dieser Begriff von den Ärzten abgelehnt. So vertreten die meisten Mediziner die Meinung, dass auch die affektiven Störungen zu berücksichtigen sind.

Älteres Mädchen trägt ein jüngeres Mädchen mit Down-Syndrom auf dem Rücken
Älteres Mädchen trägt ein jüngeres Mädchen mit Down-Syndrom auf dem Rücken

Merkmale und Diagnose

Zu den typischen Merkmalen einer geistigen Behinderunge zählen

  • ein herabgesetztes Abstraktionsvermögen (z.B. Leichtgläubigkeit, am Detail hängenbleiben)
  • schulische Lernschwiergikeiten
  • eine verzögerte kognitiv-intellektuelle Entwicklung

Neben dem verminderten Intelligenzquotienten sind auch die emotionale und soziale Reife sowie das Anpassungsvermögen beeinträchtigt. Häufig geht eine geistige Behinderung zudem mit weiteren Besonderheiten einher; zu diesen zählen beispielsweise

  • Gehirnfehlbildungen
  • Sprachliche Beeinträchtigungen
  • Motorische Beeinträchtigungen
  • Autismus

Festgestellt wird eine geistige Behinderung in der Regel aufgrund des Intelligenzquotienten (IQ). Beträgt der IQ 80 bis 75, gilt dies als Lernbehinderung. Liegt der IQ unter 70, geht man von einer geistigen Behinderung aus.

Dabei wird der Grad der geistigen Behinderung weiterhin unterteilt:

  • Leichte geistige Behinderung (IQ zwischen 50 und 69)
  • Mittelgradige geistige Behinderung (IQ zwischen 35 und 49)
  • Schwere geistige Behinderung (IQ zwischen 20 und 34)
  • Schwerste geistige Behinderung (IQ unter 20)

Allerdings stellt man die Diagnose nicht nur aufgrund der IQ-Werte. So werden auch andere Kriterien wie

berücksichtigt.

Lächelnde Mutter trägt lächelndes, behindertes Kind mit Down-Syndrom auf dem Rücken Huckepack
Lächelnde Mutter trägt lächelndes, behindertes Kind mit Down-Syndrom auf dem Rücken Huckepack

Ursachen

Verursacht werden geistige Behinderungen durch Schäden an den Chromosomen oder durch Erbkrankheiten. Eine bekannte Krankheit, die zu geistiger Behinderung führt, ist Trisomie 21, auch als Down-Syndrom bekannt.

Aber auch starker Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft ist eine häufige Ursache für geistige Behinderungen. In solchen Fällen leidet das Kind meist auch unter körperlichen Beeinträchtigungen.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Gehirnentzündung/Hirnhautentzündung
  • Kretinismus (angeborenes Jodmangelsyndrom)
  • Unterernährung der Schwangeren
  • Radioaktive Bestrahlung der Schwangeren
  • Sauerstoffmangel während der Geburt

Möglichkeiten für geistig Behinderte

Nach der Diagnose einer geistigen Behinderung sollte so rasch wie möglich mit der Frühförderung des Kindes begonnen werden. Die Förderung setzt meist noch vor dem Kindergartenalter ein und beinhaltet sowohl therapeutische als auch pädagogische Maßnahmen.

Neben speziellen Kindergärten zählen auch integrative Schulen zum Angebot. Dort werden behinderte und gesunde Kinder gemeinsam unterrichtet.

Später bestehen für geistig Behinderte Arbeitsmöglichkeiten in speziellen Behindertenwerkstätten. In manchen Fällen bieten auch Unternehmen Arbeitsplätze an.

Eine weitere Unterstützungsmöglichkeit für geistige behinderte Menschen sind betreute Wohneinrichtungen. Auf diese Weise erhalten sie eine gewisse Selbstständigkeit.

Integration am Arbeitsplatz von Personen mit geistiger Behinderung

Menschen mit geistiger Behinderung werden an ihrem Arbeitsplatz weniger oft gemobbt, wenn sie durch professionell ausgebildete Fachleute bei der Integration unterstützt werden. Wird der Arbeitsplatz über Beziehungen vermittelt, dann steigt die Gefahr von Mobbing.

Das ergab eine großflächig angelegte Befragung in verschiedenen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland.

In Ohio wurden eine geistig behinderte Mutter und ihr Kind zwei Jahre lang wie Sklaven gehalten

Nachdem die amerikanische Polizei erst im Mai drei Frauen aus einem Haus in Cleveland vor ihren Peinigern gerettet hatte, die fast zehn Jahre lang dort eingesperrt waren, wurde nun ein neuer Fall von moderner Sklaverei in den USA aufgedeckt. Eine geistig behinderte Mutter und ihr Kind wurden rund zwei Jahre lang wie Sklaven in einem Haus in Ashland im US-Bundesstaat Ohio, unweit von Cleveland, wie Sklaven gehalten.

Die Frau wurde unter anderem dazu gezwungen, Garten- und Hausarbeiten sowie Besorgungen für ihre drei Peiniger, eine Frau und zwei Männer, zu erledigen. Damit sie nicht flieht, wurde sie gezwungen, ihr Kind vor laufender Kamera zu schlagen. Anschließend wurde sie damit erpresst, dass das Video der Polizei übergeben wird, falls sie nicht das tut, was man ihr sagt.

Unter anderem wurden auch Kampfhunde und Würgeschlangen als Druckmittel eingesetzt, heißt es. Für Mutter und Kind herrschten menschenunwürdige Zustände. So mussten sie unter anderem auf blankem Zementboden schlafen. Sie wurden mit Waffen bedroht, geschlagen, Essen wurde ihnen meist verweigert und auch auf die Toilette durften sie nur gelegentlich gehen.

Die Polizei wurde auf den Fall aufmerksam, als sie die Frau Ende des vergangenen Jahres beim Ladendiebstahl erwischten. Die Frau flehte die Beamten förmlich an sie ins Gefängnis zu bringen, da die Menschen, bei denen sie lebt, gemein zu ihr seien. Die Beamten wurden stutzig und forschten genauer nach. Am vergangenen Dienstag stürmten sie schließlich das Haus und befreiten Mutter und Kind.

Grundinformationen und Hinweise zu Behinderten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: portrait de jeune fille trisomique © philidor - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Happy girls in the park. © denys_kuvaiev - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Mother and son playing © Carlos Santa Maria - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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