Unterschiedliche Formen der Behinderung

Rückansicht Mann im Rollstuhl vor Treppe

Ursachen und Merkmale einer Behinderung

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  • von Paradisi-Redaktion

Unter einer Behinderung versteht man dauerhafte physische oder psychische Beeinträchtigungen, durch die die Teilhabe an der Umwelt erschwert wird. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Behinderungen. Sie werden in unterschiedliche Grade eingeteilt; ab einem Grad der Behinderung von 50 spricht man von einer Schwerbehinderung. Informieren Sie sich über mögliche Ursachen und Merkmale einer Behinderung.

Behinderung - Generelle Aspekte

Unter einer Behinderung versteht man eine dauerhafte Beeinträchtigung einer Person, am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen bzw. teilzuhaben. Geistige Fähigkeiten oder körperliche Funktionen weichen dabei vom typischen Zustand ab und stellen die Betroffenen vor erhebliche Herausforderungen. Eine Behinderung wird dabei nicht als Krankheit angesehen.

Barrieren im Alltag

Durch eine Behinderung wird den betroffenen Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben oft stark erschwert. So sehen sich die Betroffenen in vielen Situationen des Alltags Barrieren ausgesetzt, die sich von ihnen nur schwer oder überhaupt nicht überwinden lassen.

Dabei kann es sich um alltägliche Einrichtungen oder Gegenstände wie Treppen oder Engstellen handeln, doch auch die ablehnende Haltung mancher Menschen spielt eine Rolle. Nicht selten kommt es zu Problemen im Arbeitsleben, in der Kommunikation oder in der Freizeit.

Schwerbehinderung

Eine Behinderung wird in verschiedene Grade eingeteilt. Ab einem Grad der Behinderung von 50 spricht man von einer Schwerbehinderung - Betroffene haben in diesem Fall Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis.

Die Schwerbehinderung kann sich in körperlichen als auch geistigen und psychischen Beeinträchtigungen zeigen. Sie muss nicht unbedingt sichtbar sein; so kann beispielsweise auch eine Zuckerkrankheit ab gewissem Ausmaß dazugezählt werden.

Entscheidend ist - neben dem Grad der Behinderung -, wie lange die Erkrankung bzw. Beeinträchtigung anhält. Der bzw. die Betroffene muss dauerhaft eingeschränkt sein, um als schwerbehindert zu gelten.

Jeder zehnte Deutsche hat eine anerkannte Behinderung

Nahaufnahme Hand am Rollstuhl
rohlstuhl © Dron - www.fotolia.de

Laut Statistischem Bundesamt haben im vorigen Jahr 8,6 Millionen Deutsche eine behördlich anerkannte Behinderung. Gut 75 Prozent davon haben einen Behinderungsgrad von über 50 Prozent und gelten damit als schwerbehindert.

Insgesamt gibt es etwas mehr Männer als Frauen unter diesen 8,6 Millionen. 29 Prozent von ihnen sind erst zwischen 25 und 44 Jahren alt.

Sozialsystem vor Herausforderung in Bezug auf mehr ältere Menschen mit Behinderungen gestellt

Junge Frau bringt alter im Rollstuhl sitzender Dame Tablett mit Essen
Meals on Wheels © Lisa F. Young - www.fotolia.de

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter und leider kommt das Alter bei vielen nicht ohne Behinderungen. Eine Tatsache, die das Sozialsystem nicht nur belastet, sondern vor eine neue Herausforderung stellt.

Sie zeigen die neuen statistischen Zahlen, dass die derzeit rund 6,7 Millionen anerkannt Schwerbehinderten bis zum Jahr 2050 auf etwa 8,5 Millionen Betroffene ansteigen wird. Entwickeln sich die Zahlen laut Prognosen, wird im selben Zeitraum die Gesamtbevölkerung ein Minus von 14 Millionen aufweisen.

Derzeit ist der Studie zufolge jeder zwölfte Bürger schwerstbehindert, eine Zahl die sich bis 2050 auf jeden achten Bürger verändern wird. Da gerade ältere Menschen mit Behinderungen mehr Pflege und Betreuung bedürfen, sieht sich das Sozialsystem vor einschneidenden Herausforderungen.

1,66 Millionen Menschen in NRW haben eine schwere Behinderung

In Nordrhein-Westfalen leiden rund 1,66 Millionen Menschen unter einer schweren Behinderung, das heißt mit einem Grad von mindestens 50 Prozent, wovon knapp ein Viertel zu 100 Prozent schwerbehindert sind. Diese Zahlen, die sich auf Ende 2009 beziehen, wurden jetzt vom Statistisches Landesamt veröffentlicht.

Über die Hälfte der Betroffenen ist laut der Angaben über 64 Jahre alt.

Mehr als 7 Millionen Menschen gelten in Deutschland als behindert

Menschen mit Behinderung sind in Deutschland durchaus keine Seltenheit, waren doch im vergangenen Jahr mehr als sieben Millionen Deutsche als schwerbehindert registriert.

Dies entsprach einem Anteil von knapp neun Prozent, gemessen an der Gesamtbevölkerung. Als schwerbehindert werden solche Personen eingestuft, die einen Behinderungsgrad von mehr als 50 Prozent aufweisen. Behinderungen treten vorwiegend mit zunehmendem Alter auf, war doch mehr als ein Viertel der Betroffenen älter als 75 Jahre. Häufig treten die Behinderungen als Folge einer Erkrankung auf, in den wenigsten Fällen sind sie angeboren oder treten im frühen Kindesalter auf.

Körperliche Behinderungen nehmen mit dem Alter zu

Wie eine Umfrage der Apothekenzeitschrift "Senioren Ratgeber" unter 1.956 Personen zeigt, leiden 7,2% der Befragten unter einer dauerhaften, körperlichen Beeinträchtigung.

Auffallend war, dass die Häufigkeit der Behinderungen mit steigendem Alter deutlich zunahm. Demnach klagten von den Befragten zwischen 60 und 69 Jahren bereits 11% und in der Altersgruppe über 70 Jahren sogar ganze 19% über schwere, körperliche Behinderungen. Der Grad der Beeinträchtigungen lag im Schnitt bei 54,8%.

Behinderte öfter Opfer von sexuellen Übergriffen

Behinderte Frauen werden bis zu drei mal häufiger Opfer sexueller Gewalt als ihre gesunden Geschlechtsgenossinnen

Hand am Rad eines Rollstuhls - Mensch mit Behinderung
whellchair © magdal3na - www.fotolia.de

Wie die Zeitung „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtete, werden Personen mit Behinderungen öfter zu Opfern von sexueller Gewalt als ihre Mitmenschen. Der Artikel beruft sich dabei auf eine Studie, die von der Universität Bielefeld durchgeführt wurde und von Kristina Schröder, der Bundesfamilienministerin, letzte Woche vorgestellt wurde.

Sexuelle Gewalt an behinderten Frauen hat zugenommen

Behinderte Frauen werden demnach bis zu dreimal häufiger Opfer solcher Übergriffe als ihre Geschlechtsgenossinnen ohne Behinderung. In Betreuungseinrichtungen wurde nahezu jede dritte Frau bereits Opfer von sexueller Gewalt.

Noch einige Jahre zuvor, im Jahre 2004, fielen die Ergebnisse deutlich geringer aus. Damals hatten nur 10 % Prozent eine sexuelle Belästigung erlebt.

Auch das Erleben körperlicher Gewalt hat zugenommen. 2004 berichteten nur halb so viele Frauen in Berührung mit solchen Taten gekommen zu sein, wie dieses Jahr. Nach Aussagen der aktuellen Studie, waren bereits zwischen 58 bis 73 Prozent der behinderten Frauen schon einmal in ihrem Leben mit körperlicher Gewalt ausgesetzt.

Bundesfamilienministerin plant Schutzmaßnahmen

Insgesamt wurden 1561 betroffene Frauen in einem Alter von 16 bis 65 Jahren für die Studie befragt. Für die Bundesfamilienministerin sind nun vor allem Schutzmaßnahmen wichtig um solchen Opfern schnellstmöglich effektive Hilfe zukommen zu lassen.

In Deutschland leben mehr als sieben Millionen Schwerbehinderte

Junges Mädchen sitzt mit herabgelassenem Kopf im Rollstuhl, weißer Hintergrund
rollstuhl © Dron - www.fotolia.de

Rund 7,3 Millionen Schwerbehinderte haben im vergangenen Jahr in Deutschland gelebt. Im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahre 2009 sind das 2,6 Prozent (rund 187.000) mehr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Menschen gelten dann als schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50 Prozent vorliegt. Dieser muss von den Versorgungsämtern anerkannt werden, die gegebenenfalls den Schwerbehindertenausweis ausstellen. Mehr als ein Viertel der Betroffenen sind 75 Jahre oder älter, fast jeder Zweite gehört der Altersgruppe zwischen 55 und 75 Jahren an.

Ursache für die Behinderung ist in vielen Fällen eine Krankheit. Lediglich zwei Prozent der schweren Behinderungen sind laut Bundesamt durch einen Unfall oder eine Berufskrankheit verursacht worden.

Zwei Drittel der Schwerbehinderten haben starke körperliche Beeinträchtigungen. Bei fast jedem Neunten (elf Prozent) ist die Schwerbehinderung geistig oder seelisch bedingt.

Neue Regelung ab 2013: Behinderte dürfen ohne Wertung mit nichtbehinderten Leichtathleten starten

Rollstuhlfahrer auf Sportfeld bei Wettrennen
wheel chair race for disabled persons © Shariff Che'Lah - www.fotolia.de

Ab Januar 2013 dürfen Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam bei Leichathletik-Wettbewerben starten. Allerdings werden die Ergebnisse der Behinderten offiziell nicht gewertet. Ab den Vorrundenwettbewerben scheiden Behinderte standardmäßig aus, wenn sie gemeinsam mit Nichtbehinderten starten. Die Regelung gilt bis hinunter in die Kreisklasse und auch bei Kindern und Jugendlichen.

Der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) verweist auf eine internationale Regelung, die besagt, dass technologische Hilfen beim Sport untersagt sind. Der DLV sieht in einigen Prothesen von behinderten 100-Meter-Läufen eine Bedrohung für die Nichtbehinderten.

Der einzige behinderte Leichtathlet, der in Deutschland mit Nichtbehinderten mithalten könnte, wäre der Leverkusener Weitspringer Markus Rehm. Er schafft mit Prothese eine Weite von 7,35 Metern. Damit liegt er in den Top Ten der besten deutschen Springer.

Ursachen und Merkmale

Verursacht werden Behinderungen zumeist durch

Somit gibt es erworbene als auch angeborene Behinderungen. Letztere können etwa chromosomal bedingt sein oder aufgrund von pränatalen Schädigungen entstehen.

Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation gelten Schaden sowie eine funktionale als auch soziale Beeinträchtiung als Ursachen einer Behinderung: durch Unfall, Erkrankung oder angeborener Schädigung kommt es zum dauerhaft gesundheitlichen Schaden, welcher den Betroffenen in seinen Aktivitäten und Fähigkeiten beeinträchtigt. Die sozialen Beeinträchtigungen bringen gesellschaftliche, familiäre sowie persönliche Konsequenzen mit sich.

Zu den typischen Merkmalen einer Behinderung gehören chronische physische oder psychische Erkrankungen sowie fehlende oder geschädigte Körperstrukturen. Behinderungen werden in verschiedene Bereiche eingeteilt; dabei gibt es auch Formen, bei denen mehrere Behinderungsformen zusammenkommen.

So gibt es körperliche Behinderungen, Sinnesbehinderungen, Sprachbehinderungen, psychische Behinderungen, Lernbehinderungen sowie geistige Behinderungen. Sie alle stellen die Betroffenen vor erhebliche Herausforderungen.

Diese haben je nach Art der Behinderung Schwierigkeiten

  • bei psychomotorischen Fähigkeiten
  • beim Lernen
  • im Sozialverhalten sowie
  • im sprachlichen Kommunizieren,

sodass schon von Beginn an in pädagogischer Sicht eine besondere Förderung notwendig wird.

Informieren Sie sich auf den nächsten Seiten dieses Artikels über die unterschiedlichen Formen der Behinderung im Detail.

Grundinformationen und Hinweise zu Behinderten

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  • Bildnachweis: Mann im Rollstuhl © bilderbox - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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