10. März 2010
Pflegeeltern müssen die erzieherische Verantwortung für ein Pflegekind tragen. Die Beziehung der beiden entsteht unter besonderen Umständen. Sie müssen als Familie erst einmal zusammenwachsen.
Das Verhältnis zwischen Pflegeeltern und Pflegekind ist unter Umständen großen Belastungen ausgesetzt. So kann die Möglichkeit bestehen, dass das Pflegekind wieder in die Herkunftsfamilie zurückkehren wird. Die Pflegeeltern haben es vielleicht lieben gelernt und müssen eine Trennung verschmerzen. Auch das Kind kann mit der Ungewissheit leben müssen, wo es letztendlich bleiben wird. Diese Vorausetzungen erschweren ein entspanntes und unbeschwertes Verhältnis. Auch bringt das Kind wenn es in die Pflegefamilie kommt eine Vorgeschichte mit. Diese kann es misstrauisch und trotzig sein lassen. Ein Verhältnis zwischen Pflegeltern und Pflegekind muss sich entwickeln. Dafür braucht es Zeit und Geduld. Wenn sich das Pflegekind willkommen und angenommen fühlt, kann es mit der Zeit Vertrauen entwickeln. Es ist nicht selten, dass zwischen Pflegeeltern und Pflegekind eine enge Bindung entsteht, die von Liebe getragen wird. Pflegekinder stellen die Pflegeeltern vor ganz bestimmte Herausforderungen und die Bedürfnisse der Kinder unterscheiden sich meist von denen leiblicher Kinder. Sie brauchen mehr Zuwendung und mehr Aufmerksamkeit. Pflegeeltern müssen auch damit umgehen können, dass die leiblichen Eltern nach wie vor von dem Pflegekind geliebt werden. Es entsteht ein Beziehungsdreieck zwischen Pflegekind, Pflegeeltern und Herkunftseltern.
Eigentlich wird angestrebt, dass sich zwischen Pflegekind und Pflegeeltern ein Verhältnis entwickelt, welches dem in einer leiblichen Familie nahe kommt. Dabei kann es immer wieder zu Schwierigkeiten kommen die das Verhältnis stark belasten. Aber gerade diese Schwierigkeiten können unter Umständen zusammenschweißen und ein besonders inniges Verhältnis entstehen lassen. Die Pflegeeltern bieten in der Regel eine intakte Familie und Schutz sowie Geborgenheit. Das ist der Nährboden für Vertrauen und dass sich Gefühle wie Liebe und Zuneigung entwickeln können. Erfahren die Pflegekinder die Pflegeeltern als zuverlässige Bezugspersonen und bringt man ihnen ehrliche Gefühle entgegen, so ist das die Basis für ein gutes Verhältnis. Natürlich sind Menschen verschieden und haben einen unterschiedlichen Charakter, daher ist es nicht absehbar wie gut sie sich untereinander verstehen. Wenn Pflegeeltern es schaffen dem Pflegekind ganz offen und mit viel Toleranz und Liebe zu begegnen, gewinnen sie meist auch sein Herz.
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Barbara Gillig-Riedle, Jg. 1964, Dipl.- Psychologin und Therapeutin, hat mit ihrem Mann drei Kinder adoptiert.Ba...