1. März 2010
Der Begriff "Muttersöhnchen" soll nicht schmeicheln, sondern setzt den betreffenden Mann herab. Gerade in Partnerschaften zeigt er sich als schwieriger Gefährte.
Muttersöhnchen gelten als verhätschelt und verwöhnt, unselbstständig, sie können keine Entscheidungen treffen und sind nicht kritikfähig. Man muss ihnen nur hinterher räumen und sie von vorne bis hinten bedienen. Dies sind keine guten Aussichten auf eine gleichberechtigte Partnerschaft. Dann kommt noch hinzu, dass auch bei dem erwachsenen Mann eine sehr enge Mutterbeziehung besteht, die oft intensiver ist als die Bindung zur Partnerin. Da sind von vorneherein Probleme vorprogrammiert und verlangen der Partnerin einiges an Verständnis ab. Aussicht auf Erfolg hat eine solche Partnerschaft nur, wenn sich der Mann von der Mutter lösen kann und eine gesunde Abnabelung stattfindet. Sonst wird die Mutter immer zwischen den beiden stehen und sich einmischen. Das hält auch die größte Liebe auf Dauer nicht aus. Auf keinen Fall sollte die Partnerin den Fehler machen den Mann in seinem Muttersöhnchentum zu unterstützen und das fortsetzen, was die Mutter angefangen hat. Nämlich ihn zu bemuttern und ihm alles abzunehmen. So eine Partnerschaft muss aber nicht zwangsläufig zum Scheitern verurteilt sein, wenn die Partnerin bereit ist einiges auf sich zu nehmen und das "Muttersöhnchen" therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt.
Dann liegt aber trotzdem noch ein langer Weg vor ihnen und vermutlich kann man erwarten, dass die Mutter auch immer wieder dazwischenfunkt. Für viele betroffene Männer ist es schon schwer genug überhaupt eine Partnerin zu finden und eine Partnerschaft einzugehen. Denn meist sind sie überhaupt nicht beziehungsfähig. Die Mutter ist die große Idealfigur, an der alle anderen Frauen gemessen werden und da können sie meistens nicht bestehen. So eine Konstellation ist für jede Frau eine große Herausforderung. Das Muttersöhnchen ist an die Mutter gebunden, überhaupt nicht abgelöst und deshalb nicht offen und frei für eine Eigenständigkeit. Idealerweise kann die Mutter in den Ablösungsprozess mit eingebunden werden und hilft dem Sohn indem sie ihn unterstützt und auch an sich arbeitet. Dafür bräuchte sie aber auch eine Einsicht in die Problematik und die Bereitschaft dem Sohn zu helfen. Die wichtigste Voraussetzung wäre, dass die Mutter die Partnerin des Sohnes akzeptiert.
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