Selbst in einer emanzipierten Zeit wie heute fällt es Frauen in verantwortungsvollen Positionen wie in der Rolle der Mutter, der Partnerin, der besten Freundin oder der Chefin schwer, sich Zeit für sich zu nehmen und dabei keine Schuldgefühle zu haben.

Das Problem mit Schuldgefühlen ist, dass sie sich nur schwer kontrollieren und abstellen lassen. Immer wieder kehren sie wie ein Boomerang zurück und erwischen einen in den ungünstigsten Momenten. Schuldgefühle können soweit führen, dass man sich als Frau nicht mehr frei entscheiden kann und die negativen Gefühle schon schemenhaft wahrnimmt, noch bevor eine Entscheidung für sich selbst getroffen wurde.
Schuldgefühle sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und bei Frauen, die viele Verantwortungen tragen, ein oft vorhandenes Muster. Wer kennt zum Beispiel nicht die Situation, in der man für sich Geld ausgibt – für neue Schuhe oder neue Kleidung – und dann spätesten auf dem Heimweg ins Grübeln verfällt, ob diese Käufe tatsächlich erforderlich waren und – in bestimmten Beziehungskonstellationen – was der Partner zu den ungeplanten Ausgaben sagen wird.
Machen Sie sich in solchen Situationen bewusst, dass Sie diese Ausgaben nicht jeden Tag verursachen und dass Sie die Sachen gebraucht haben – ob nun für einen guten Auftritt bei der Arbeit oder um sich im Alltag und bei der Erledigung Ihrer täglichen Aufgaben besser und frischer zu fühlen.
Natürlich kann jede ungeplante Ausgabe schwer im Magen liegen, aber bedenken Sie auch, dass Sie sich durch den Kauf etwas Gutes getan haben und etwas für sich gemacht haben. Denken Sie an die Freude beim Finden der Kleidung, beim Anprobieren und letztlichen Kauf. Nehmen Sie diese guten Erfahrungen und lassen Sie sich von dieser Freude durch die nächsten Tage und Wochen tragen.
Neben dem Kauf von Sachen für sich selbst kommen Frauen ebenfalls schnell in Gewissenskonflikte, wenn es darum geht, sich Zeit für sie selbst zu nehmen.
Wenn Sie unterstützen, dass Ihre Kinder Schulfreunde besuchen und dort übernachten können, oder Sie sich freuen, wenn Ihr Partner seinen besten Freund besucht, dann sind Sie keine schlechte Mutter oder Partnerin, sondern haben das Bedürfnis, Zeit für sich alleine haben zu wollen. Dieses Bedürfnis ist vor allem bei arbeitenden Müttern, die sich in einer gesunden Partnerschaft befinden ein ganz normales Bedürfnis und sollte keines Falls ein Grund für Gewissensbisse sein.
Machen Sie sich klar, dass Sie nicht jeden Tag im Jahr von morgens bis abends alles im Blick haben können, was Ihre Familie und Ihre Partnerschaft angeht und auch einmal Zeit für sich brauchen, in der Sie Verantwortungen zeitweilig abgeben und sich erholen können. Auf diese Weise können Sie das Gefühl kennenlernen, dass Ihre Familie und Ihre Partnerschaft auch dann weiterfunktioniert, wenn Sie nicht alles im Blick haben.
Diese Erfahrung ab und an zu machen, nimmt Ihnen den Druck der Verantwortung, der sich mitunter jeden Tag auf Ihre Schultern legen kann. Nehmen Sie sich ein Buch oder kaufen Sie sich eines zu einem Thema, das Sie interessiert, und lesen Sie.
Vor allem für Ihren Partner oder Ihre Kinder kann es schwierig sein, wenn Sie etwas für sich machen und für Partner und Kinder in der Zeit nicht ansprechbar sind. Erklären Sie Ihnen, dass Sie an Ihre körperlichen und geistigen Grenzen gestoßen sind und nun Zeit für sich brauchen, um wieder zu Kräften zu kommen.
Nehmen Sie sich die ein bis zwei Stunden am Nachmittag oder am Vormittag, wenn die Kinder in der Schule sind und nehmen Sie ein Bad oder sonnen Sie sich auf dem Balkon. Bejahen Sie Ihre freien Stunden und strafen Sie sich nicht dafür ab, dass Sie sich um sich kümmern, um dann wieder mit vollen Kräften für Ihre Kinder, Ihren Partner und den anderen Herausforderungen da zu sein.
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