Die Nebenmeere des Antarktischen Ozeans

Segel- und Motorboot auf Meer

Das Südpolarmeer und seine Nebenmeere

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  • von Paradisi-Redaktion

Bei dem Antarktischen Ozean handelt es sich um den zweitkleinsten Ozean der Erde. Man nennt ihn auch Südlicher Ozean. Der Südliche Ozean bildet gemeinsam mit der Landmasse Antarktika die Antarktis. Wie auch bei den anderen Ozeanen gibt es einige wichtige Nebenmeere des Antarktischen Ozeans. Informieren Sie sich über das Südpolarmeer und seine Nebenmeere.

Merkmale des Antarktischen Ozeans

Der Antarktische Ozean trägt verschiedene Bezeichnungen wie

  • Südlicher Ozean
  • Südliches Eismeer
  • Antarktik oder
  • Südpolarmeer.

Gemeint ist damit der Meeresbereich südlich des 60. Breitengrades. Insgesamt umfasst der 5805 Meter tiefe Antarktische Ozean eine Fläche von 20.327 Millionen Quadratkilometern.

Die Meeresgebiete des Südlichen Ozeans umgeben die Landmasse der Antarktis, auch Antarktika genannt. Außerdem geht er im nördlichen Bereich in den Pazifischen Ozean, den Antarktischen Ozean und den Indischen Ozean über.

Bezeichnete man die antarktischen Meeresregionen in früheren Zeiten noch als Südliches Eismeer, gilt seit dem Jahr 2000 die offizielle Bezeichnung "Südlicher Ozean".

Die so genannte antarktische Konvergenz bildet die natürliche Grenze. Hier treffen die kalten südlichen auf die warmen nördlichen Wassermassen.

Bezeichnend für den Südlichen Ozean ist der Krill, ein besonderes Ökosystem. Hier frieren die Gebiete zum Packeis zu. Aus den entstehenden Bruchstücken entstehen dann so genannte Tafeleisberge.

Gruppe von Adelie-Pinguinen am Eisberg, kurz vor dem Sprung ins Wasser
Gruppe von Adelie-Pinguinen am Eisberg, kurz vor dem Sprung ins Wasser

Nebenmeere des Antarktischen Ozeans

Auf dem Grunde des Antarktischen Ozeans sind zahlreiche Tiefseebecken, Schwellen sowie eine Tiefseerinne zu finden. Darüber hinaus verfügt er über mehrere Nebenmeere.

Dabei handelt es sich um das Rossmeer, die Amundsen-See, das Bellingshausenmeer, die Schottische See, die König-Haakon-VII.-See, die Lasarew-See, die Riiser-Larsen-See, die Kosmonautensee, die Commonwealth- bzw. Kooperationssee, die Davissee, die Mawsonsee sowie die D'Urville-See und die Somow-See.

Im Folgenden stellen wir die Nebenmeere einmal genauer vor.

Rossmeer

Beim Rossmeer handelt es sich um ein Nebenmeer des Antarktischen Ozeans. Es liegt zwischen Kap Adare, das sich im Nordosten des Viktorialands befindet, und Kap Colbeck, das den nördlichsten Punkt der Edward-VII.-Halbinsel bildet.

Die Gesamtfläche des Rossmeers beträgt ca. 958.000 km². Benannt wurde das Randmeer nach dem britischen Seefahrer James Clark Ross (1800-1862). Dieser entdeckte das Gewässer im Jahr 1841.

Inseln im Rossmeer

Im Westteil des Rossmeers, das zur Hälfte ständig mit Eis bedeckt ist, sind die Ross-Insel mit dem Mount Erebus Vulkan sowie der McMurdo Sund zu finden. Letzterer bildet einen natürlichen Hafen und ist in den antarktischen Sommermonaten meist eisfrei. Östlich des McMurdo-Sunds liegen die Franklin-Insel und die Coulman-Insel.

Amundsen-See

An das Rossmeer grenzt die Amundsen-See, ein weiteres Nebenmeer des Südlichen Ozeans. Es liegt vor der Westküste von Antarktika, zwischen Cape Flying Fish auf Thurston Island und Cape Dart auf Siple Island. Außerdem grenzt die Amundsensee nordöstlich an die Bellingshausen-See.

Ihren Namen verdankt die Amundsen-See dem norwegischen Seefahrer Nils Larsen. Dieser nahm 1929 in dem Gewässer eine Erkundungsfahrt mit dem Schiff "Norvegia" vor und benannte es nach seinem berühmten Landsmann, dem Polarforscher Roald Amundsen (1872-1928).

Bis ins Jahr 1940 kannte man den genauen Verlauf der Küste nicht, da das Meer zumeist zugefroren ist. Erst durch Aufklärungsflugzeuge ließ sich ein genaueres Bild erstellen.

Bellingshausen-See

Bei der Bellingshausen-See handelt es sich um ein Nebenmeer des Südpolarmeers, das im Norden von Westantarktika auf der Westseite der Antarktischen Halbinsel liegt. Geographisch verläuft die Bellingshausen-See, die an die Amundsen-See grenzt, bis nach Cape Flying Fish. Dieses bildet den nördlichsten Punkt der Thurston-Halbinsel.

Zu den Inseln der Bellingshausen-See gehören die Alexander-I.-Insel im Osten, die die größte Insel der Antarktis ist, sowie die Peter-I.-Insel, die sich 450 Kilometer von der antarktischen Küste entfernt befindet. Die Gesamtfläche der Bellingshausen-See beträgt 600.000 Quadratkilometer. Ihre tiefste Stelle liegt bei 4094 Metern.

Ihren Namen erhielt die Bellingshausen-See nach dem deutschbaltischen Offizier und Seefahrer Fabian Gottlieb von Bellingshausen (1778-1852), der in russischen Diensten stand. Bellingshausen erforschte das Gewässer erstmals im Jahr 1821.

Schottische See

Ein weiteres Nebenmeer des Antarktischen Ozeans ist die Schottische See, die sich zum Teil in diesem Weltmeer befindet. Der größte Teil liegt jedoch im Atlantischen Ozean. So erstreckt sich die Schottische See von der Antarktischen Halbinsel über die südlichen Orkneyinseln, die südlichen Sandwichinseln und Südgeorgien bis nach Feuerland.

Die westliche Grenze markiert die Drake-Passage. Während die Schottische See im Süden an die Weddell-See grenzt, geht sie im Nordwesten in die Argentinische See über. Im Osten, Süden und Norden begrenzt die Scotia Ridge das Nebenmeer.

Die Schottische See umfasst eine Gesamtwasserfläche von mehr als 900.000 Quadratkilometern. Die Hälfte des antarktischen Randmeeres befindet sich über dem Kontinentalschelf.

Ihren Namen verdankt die Schottische See dem britischen Expeditionsschiff "Scotia". Mit diesem Schiff befuhr eine britische Antarktisexpedition unter der Leitung des schottischen Polarforschers William Speirs Bruce (1867-1921) zwischen 1902 und 1904 das Gewässer.

Die Schottische See wird von Argentinien als Bestandteil des Argentinischen Meeres angesehen. Daher beansprucht Argentinien mehrere dort liegende Gebiete wie die Falklandinseln und Südgeorgien.

Weddell-Meer

Das größte aller vierzehn Nebenmeere des Südpolarmeers ist das Weddell-Meer. So umfasst es eine Fläche von 2,8 Millionen Quadratkilometern.

Geographische Aspekte des Weddell-Meeres

Die Grenzen des Weddell-Meeres werden durch die Küsten von Grahamland auf der Westseite und Coatsland auf der Ostseite markiert. Den östlichsten Küstenpunkt des Gewässers bildet das Norvegia-Kap im Königin-Maud-Land. Außerdem grenzt das Weddell-Meer im Osten an die König-Haakon-VII.-See.

Seine Nordgrenze ist der Atlantisch-Indische Rücken, bei dem es sich um einen unterseeischen Gebirgszug handelt. Der Südteil des Weddell-Meeres ist von Schelfeis bedeckt. Ost- und Westküste werden von kleineren Schelfeisen wie dem Larsen-Schelfeis und dem Riiser-Larsen Schelfeis begrenzt.

Abgesehen von der unbewohnten Felseninsel Elephant Island, bedeckt ständig Packeis den Westteil des Weddell-Meeres. Im restlichen Teil des Gewässers zieht sich das Eis im Sommer etwa drei Monate lang zurück.

Von Elephant Island bis zum Norvegia-Kap erreicht das Weddell-Meer eine maximale Ausdehnung von 2.150 Kilometern. Die Tiefe des Gewässers schwankt zwischen 500 und 5000 Metern.

Benannt wurde das Weddell-Meer nach dem britischen Seefahrer James Weddell (1787-1834). Diesem gelang es 1823 erstmals, in das bis dahin unbefahrbare Gebiet vorzudringen, wobei er von besonders günstigen Wetterbedingungen profitierte. Bis heute lässt sich die Region nur von Eisbrechern passieren. Eine genaue Erforschung und Vermessung des Weddell-Meeres fand zwischen 1902 und 1904 durch den schottischen Polarforscher William Speirs Bruce statt.

König-Haakon-VII.-See

Einen Arm des Antarktischen Ozeans bildet die König-Haakon-VII.-See. Benannt wurde das Gewässer zu Ehren des norwegischen Königs Haakon VII. (1872-1957).

Geographische Aspekte der König-Haakon-VII.-See

Die König-Haakon-VII.-See befindet sich zwischen dem Weddell-Meer und der Lasarew-See an der Nordküste der Ost-Antarktis. Außerdem grenzt das Randmeer des Antarktischen Ozeans an die Prinzessin-Martha-Küste, die wiederum Teil des Königin-Maud-Landes ist.

Das Gewässer verläuft vom Cape Norvegia im Westen bis zum Fimbul-Schelfeis im Osten, das als Westgrenze der Lasarew-See gilt. Fast das ganze Jahr über ist die König-Haakon-VII.-See von Packeis bedeckt.

Lasarew-See

Geographisch ist die Lasarew-See zwischen der König-Haakon-VII.-See im Westen und der Riiser-Larsen-See im Osten zu finden. Das Randmeer umfasst eine Gesamtfläche von 929.000 Quadratkilometern und erreicht eine durchschnittliche Tiefe von 3000 Metern. Die Maximaltiefe liegt bei 4500 Metern.

In ihrem südlichen Abschnitt grenzt die Lasarew-See an die Prinzessin-Astrid-Küste, die zum Königin-Maud-Land gehört. Obwohl Norwegen das Königin-Maud-Land für sich beansprucht, findet dies keine internationale Anerkennung.

Benannt wurde die Lasarew-See nach dem russischen Admiral Michail Petrowitsch Lasarew (1788-1851). Dieser kommandierte während der ersten russischen Antarktisexpedition, die zwischen 1819 und 1821 unter der Leitung von Fabian Gottlieb von Bellingshausen stattfand, die Fregatte "Mimy".

Antarktis: Eisberge im Wasser unter blauem Himmel
Antarktis: Eisberge im Wasser unter blauem Himmel

Riiser-Larsen-See

An die Lasarew-See grenzt die Riiser-Larsen-See, die wiederum bis zur weiter östlich gelegenen Kosmonautensee verläuft. Die Nordgrenze des Nebenmeeres definiert der 65. Breitengrad, während die südliche Grenze von der Prinzessin-Astrid-Küste und der Prinzessin-Ragnhild-Küste im Königin-Maud-Land gebildet wird.

Die Gesamtfläche der Riiser-Larsen-See beträgt 1.138.000 km². An ihren tiefsten Stellen erreicht sie mehr als 3000 Meter.

Ein typisches Merkmal der Riiser-Larsen-See ist, dass sie beinahe das ganze Jahr über von Eis bedeckt wird. Außerdem kommen dort zahlreiche Eisberge vor. Als Namensgeber des antarktischen Randmeers diente der norwegische Polarforscher Hjalmar Riis-Larsen (1890-1965).

Kosmonautensee

Ein weiteres Nebenmeer des Antarktischen Ozeans ist die Kosmonautensee. Sie verläuft von der Kronprinz-Olav-Küste im Königin-Maud-Land bis zum Enderbyland in Ost-Antarktika.

Im Westen wird die Kosmonautensee von der Riiser-Larsen-See begrenzt, während sie im Osten in die Commonwealth-See übergeht. Die Fläche des antarktischen Randmeeres umfasst 699.000 Quadratkilometer.

Commonwealth-See

An die Kosmautensee grenzt weiter östlich die Commonwealth-See, die auch unter dem Namen Kooperationssee bekannt ist. Dieses Nebenmeer des Südlichen Ozeans erstreckt sich vom Enderbyland bis zum Westschelfeis und verläuft an den Küsten des MacRobertson Lands und des Princess Elisabeth Lands entlang.

Im Westen geht die Commonwealth-See in die Kosmonautensee über. Im Osten grenzt sie an die Davissee. Das Nebenmeer erreicht eine Gesamtfläche von 258.000 km².

Im Bereich der Commonwealth-See befindet sich auch die australische Davis Station, die zu Forschungszwecken dient und lediglich einhundert Meter von der Küste entfernt ist.

Davissee

Die Davissee befindet sich an der Ostseite von Antarktika und verläuft zwischen dem Westeisschelf und dem Shackletoneissschelf. Weiter im Landesinneren ist das Kaiser-Wilhelm-II.-Land, das 1902 von einer deutschen Polarexpedition entdeckt wurde.

1956 entstand im Westeisschelf die russische Mirnyj-Station, die als Hauptbasis, der sich im Inland befindenden Wostok-Station dient und für verschiedene Forschungszwecke genutzt wird. Als Namensgeber für die Davissee diente der amerikanische Robbenjäger John Davis, der mit seinen Männern den antarktischen Kontinent zuerst betreten haben soll, was jedoch umstritten ist. Nach Davis benannte man auch die Davisküste im westantarktischen Grahamland.

Vier Kaiserpinguine mit einem Küken
Vier Kaiserpinguine mit einem Küken

Mawsonssee

Ebenfalls an der Ostküste der Antarktis zu finden ist die Mawsonsee. Sie verläuft zwischen dem Shackletoneisschelf im Westen und Vincennes Bay im Osten.

In dem Gewässer befindet sich auch die 40 Kilometer lange Insel Bowman Island. Zu den benachbarten antarktischen Randmeeren der Mawsonsee gehören die Davissee und die D'Urville-See.

Benannt wurde die Mawsonsee zu Ehren des australischen Antarktisforschers Douglas Mawson (1882-1958). Dieser leitete zwischen 1911 und 1914 die erste australische Antarktisexpedition.

D'Urville-See

Bei der D'Urville-See handelt es sich um ein Nebenmeer des Antarktischen Ozeans. Es liegt im Osten der Antarktis und verläuft an der Küste des Adelielandes (Terre Adelie).

Dieses 432.000 Quadratkilometer große Gebiet wird von Frankreich beansprucht. Es grenzt im Osten an das Victorialand und im Westen an das Wilkesland.

In der gesamten Region befindet sich lediglich eine Forschungsstation. Benannt wurde die D'Urville-See nach dem französischen Seefahrer und Polarforscher Jules Dumont d'Urville (1790-1842), der im Jahr 1840 das Adelieland entdeckte und ihm den Namen seiner Frau gab.

Somow-See

An die D'Urville-See grenzt die Somow-See, ein weiteres Randmeer des Südlichen Ozeans. Geographisch befindet sich das Gewässer nördlich der Oates Coast im Victorialand sowie der George V Coast und liegt zwischen der D'Urville-See und dem Rossmeer.

Insgesamt umfasst die Somow-See, die nach dem russischen Polarforscher Michail Michailowitsch Somow (1908-1973) benannt wurde, eine Fläche von 1.150.000 Quadratkilometern. Die Tiefe des Nebenmeers erreicht bis zu 3000 Meter.

Innerhalb der Somow-See befinden sich auch die unbewohnten Balleny-Inseln. Diese sind 240 Kilometer vom antarktischen Festland entfernt.

Neue Meeresbewohner in der Tiefsee vor der Antarktis entdeckt

Taucher mit Lampe an einem alten Wrack im Mittelmeer (Wracktauchen)
Mediterranean Sea, wreck diving, sunken ship wreck © Angelo Giampiccolo - www.fotolia.de

Forscher haben mit Hilfe eines ferngelenkten Mini-U-Boot in der Tiefsee vor der Antarktis neue Meeresbewohner entdeckt, so unter anderem einen blassen Oktopus.

Zudem konnten die Forscher dort unten in einer Tiefe von 2.600 Metern heiße Quellen entdecken, aus denen Wasser mit einer Temperatur von 380 Grad sprudelt, das von unterirdischem Magma erhitzt wird. In diesem Quellwasser befinden sich somit auch viele Mineralien und weil das Meereswasser dort in der Nähe der Antarktis nur eine Temperatur um den Gefrierpunkt hat, kristallisieren sich diese Mineralien aus und bilden dann um die Quellen eine Art von Schloten. Weil das Wasser wegen der Mineralien schwarz erscheint, werden diese Schlote auch "Black Smoker ("Schwarze Raucher") genannt.

Neben diesem neuartigen Oktopus entdeckten die Forscher auch sehr viele Yeti-Krabben, die ebenfalls eine blasse Farbe besitzen.

Antarktis wird durch Schmelzwasser gekühlt

In der Arktis hat die Erderwärmung mittlerweile dazu geführt, dass in den Sommermonaten große Flächen eisfrei sind, während das Meereis in der Antarktis verblüffender Weise zunimmt. Trotz starker saisonaler Schwankungen ist es seit dem Jahr 1985 laut Klimaforschern des Königlichen Niederländischen Meteorologischen Instituts in De Bilt um knapp zwei Prozent je Jahrzehnt gewachsen.

Eine Erklärung dieses Phänomens sind möglicherweise atmosphärische Effekte, welche mit Westwinddrift zusammenhängen. Dies bedeutet, dass die kalte antarktische Luft durch eine Verschiebung der Winde stärker vor Ort gehalten wird, sodass die Eisbildung durch die kühlere Luft begünstigt wird.

Dieser Mechanismus soll demnach für ein Viertel des Eiswachstums verantwortlich sein, während die restlichen drei Viertel auf das Schmelzwasser des Schelfeises zurückgehen.

Schmelze der Antarktis-Eisdecke hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch beschleunigt

Bislang galt die Antarktis im Vergleich zur Arktis als wesentlich widerstandsfähiger, wenn es um deren Schmelze ging. Ein Forscherteam der Australian National University und des British Antarctic Survey stellen diese These nun auf den Kopf, da sich die Schmelzrate der Antarktis in den vergangenen fünf Jahrzehnten anscheinend verzehnfacht hat.

Hierfür bohrten die Experten 364 Meter tief in das Eis der James-Ross-Insel und nahmen die Proben anschließend genau unter die Lupe. Demnach ist die Temperatur fast gleichmäßig um 1,6 Grad in den vergangenen 600 Jahren angestiegen, während das Eis jedoch erst seit den 1950er Jahren sehr schnell geschmolzen ist.

Laut den Wissenschaftlern reagiert die Schmelzrate in der Antarktis äußerst empfindlich, wenn die Temperatur über Null Grad Celsius ansteigt.

Das Schrumpfen der Antarktis - Kalben ist nicht das eigentliche Problem sondern basales Abschmelzen

Das Eis der Antarktis schmilzt; diese Erkenntnis ist leider nichts Neues. Forscher aus den USA haben nun allerdings eine erstaunliche Einsicht darüber bekommen, warum genau die Eismassen abnehmen. Bisher ging man davon aus, dass der Verlust vor allen Dingen durch das sogenannte "Kalben" entsteht.

Bei diesem Prozess verliert das auf dem freien Meer treibende Schelfeis immer wieder seine äußeren Spitzen. Diese brechen ab, gehen ins Meer über und lassen so nach und nach den Meeresspiegel steigen. Zwar findet dieser Prozess definitiv auch in der Antarktis statt, doch er ist offenbar nur zweitrangig. In erster Linie schmilzt das Wasser und dies nicht von oben, sondern eindeutig von unten.

Das Schelfeis verschwindet demnach, da das milde Ozeanwasser unter dem Eis für eine starke Erwärmung sorgt. So kommt es zu einem Vorgang, den man auch als "basales Abschmelzen" bezeichnet. Laut den Messungen der Forscher gehen jedes Jahr 55 Prozent des Eisverlustes auf dieses Phänomen zurück.

In Gewicht ausgedrückt verliert die Antarktis auf diese Weise Jahr um Jahr 1.325 Gigatonnen an Eismasse. Die übrigen 45 Prozent entstehen durch das Kalben und schlagen mit rund 1.089 Gigatonnen zu buche.

Große Eisplatten wie das bekannte "Ross-Schelfeis" richten demnach bedeutend weniger Schaden an. Allerdings macht die Studie keine Aussage darüber, ob das Eis der Antarktis dieser neuen Erkenntnis zufolge nun weniger schnell abnimmt als angenommen, oder ab es andersherum ist.

Wissenschaftler haben bereits errechnet, dass ein komplettes Schmelzen allen Eises vor Ort katastrophale Auswirkungen auf den Rest des Planeten hätte. Demnach würde der Meeresspiegel insgesamt um 58 Meter weiter ansteigen, was für viele Regionen eindeutig zu hoch ist.

Riesige Schmelzwasserkanäle unter dem Eis der Antarktis entdeckt

In der Antarktis haben britische Forscher jetzt riesige unterirdische Kanäle aus Schmelzwasser entdeckt, die unter dem Eisschild und dem Schelfeis in Richtung Meer verlaufen. Bei dem Eis in der Antarktis gibt es zwei Arten, so einmal den Eisschild, der mit dem festen Untergrund verbunden ist, und das auf dem Meer schwimmende Schelfeis, das aber auch normalerweise zwischen 200 und 1.000 Meter dick ist.

Das Besondere an dem Schelfeis ist auch ein bestimmter Vorgang, denn die äußersten Spitzen brechen regelmäßig ab, was man auch als "Kalben" bezeichnet. In der Antarktis gibt es mehrere solcher Schelfeis-Regionen, das größte Schelfeis ist das Ross-Schelfeis mit einer Größe von 487.000 Quadratkilometern.

Das zweitgrößte ist das sogenannte Filchner-Ronne-Schelfeis mit 449.000 Quadratkilometern, das die Forscher jetzt näher untersucht hatten und dabei die riesigen Kanäle aus Schmelzwasser entdeckten. So ist einer dieser Kanäle über 300 Meter breit und 250 Meter hoch.

Gletscherschwund in der Antarktis lässt Meeresspiegel steigen

Die Gletscher in der Antarktis ziehen sich zurück. Das ist das Ergebnis mehrerer Studien, die unter anderem auf Daten von Schiffen, Flugzeugen und Satelliten beruhen.

Konkret wird das Schmelzen des Thwaites-Gletschers in der westlichen Antarktis den Meeresspiegel um 60 Zentimeter ansteigen lassen. Als Folge des Schwundes weiterer fünf Gletscher in der Antarktis sollen zudem Eispartien schmelzen. Dadurch steigt der Meeresspiegel nach Angaben der Forscher in hunderten von Jahren um zwei bis drei Meter.

Aus den Studien ziehen die Wissenschaftler den Schluss, dass der Weltklimarat das Problem bisher nicht ausreichend berücksichtigt hat. Laut den Schätzungen wird sich etwa der Thwaites-Gletscher bis in spätestens 1000 Jahren komplett aufgelöst haben. Schon jetzt sind die Folgen spürbar: Der weltweite Meeresspiegel steigt dadurch um gut einen Millimeter jährlich.

Neue Studie zur Klimaforschung - Vergrößerung der Eisfläche in der Antarktis nur ein Rechenfehler?

Weshalb das Meereis in der Antarktis seit einigen Jahren wächst, während es in der Arktis schmilzt, war Wissenschaftlern lange Zeit ein Rätsel. Demnach soll das Eis am Südpol seit Ende der 1970er Jahre um mehrere tausend Quadratkilometer zugenommen haben. Als einen möglichen Grund vermuteten Experten veränderte Windverhältnisse, die dafür gesorgt hätten, dass das Eis von den Küsten weggetrieben wird.

Möglicher Analysefehler beim Update des Bootstrap-Algorithmus

Nun haben US-Klimaforscher eine Erklärung für den vermeintlichen Zuwachs. Demzufolge könnte die Eisfläche gar nicht zugenommen haben. Grund für die scheinbare Ausdehnung könne auch ein Analysefehler sein. Im September 2007 nahm das National Snow and Ice Data Center (NSIDC), das Klimadaten verwaltet und bereitstellt, ein Update im sogenannten Bootstrap-Algorithmus vor. Dadurch sollte die Vergleichbarkeit der Eisbedeckungsdaten mit anderen Satellitenwerten vereinfacht werden.

Die aktuelle Untersuchung lässt jedoch vermuten, dass es entweder in der alten oder in der neuen Version von Bootstrap einen Fehler gibt.

Vergrößerung der Eisfläche trotz Fehler in der Berechnung

Genau seit dem Update von 2007 wurde ein erheblich beschleunigter Eiszuwachs in der Antarktis diagnostiziert. In jenem Jahr ging der Weltklimarat IPCC noch von einer jährlichen Vergrößerung des Meereises in der Antarktis von 5600 Quadratkilometer aus, 2013 jedoch schon von 16.500 Quadratkilometern.

Bootstrap-Programmierer geben zwar einen Fehler im Algorithmus zu, diesen hätten sie jedoch bereits 2008 korrigiert. Auch andere Klimaforscher sind der Meinung, dass sich trotz des Rechenfehlers die Eisfläche am Südpol weiter vergrößere. Dabei berufen sie sich auf eigene Analysen.

Klimawandel lässt Gletscher in der Antarktis schmelzen

Einige Gletscher verlieren bereits 4 Meter an Höhe im Jahr

Fünf Küken von Kaiserpinguinen laufen durch das Eis
Emperor Penguin Chicks © Silver - www.fotolia.de

Die Eisdecke in der Antarktis schrumpft weiter. Das haben Satellitenauswertungen des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung und der Universität Bristol in Großbritannien ergeben.

Die Forscher gehen davon aus, dass warme Ozeanströmungen in dem Gebiet verantwortlich sind, die der Klimawandel hervorgerufen hat. Das Eis im Südwesten der antarktischen Halbinsel ist auf einer Länge von 750 Kilometern geschrumpft – und das in Bereichen, die an sich als stabil galten.

Für ihre Studie werteten die Wissenschaftler Daten der letzten sechs Jahre aus.

Veränderungen im Schwerefeld der Erde zu messen

Einige Gletscher verlieren mittlerweile in jedem Jahr vier Meter an Höhe. Der Verlust ist nach Angaben der Forscher inzwischen so groß, dass sich bereits leichte Veränderungen im Schwerefeld der Erde und damit in der Gravitation nachweisen lassen. Auch der globale Meeresspiegel steigt weiter: Bis heute sind durch die Schmelze 300 Kubikkilometer Wasser ins Meer geflossen – sechs Mal so viel wie der Bodensee.

Grundinformationen und Hinweise zu Meeren und Ozeanen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: boats © Adrien SAFKO - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Adelie penguins colony going to jump in the water from iceberg, © axily - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Arch shaped iceberg Antarctica © doethion - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Emperor Penguins with chick © Silver - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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