2. September 2010
Büffeln und Pauken ist nicht alles im Leben, das wissen selbst pflichtbewusste Schüler: Deshalb sollte man als Elternteil nicht gleich die Alarmglocken klingeln hören, wenn ältere Schüler ab und an einmal eine Stunde Kunst oder Musik schwänzen. Sind die Noten in Ordnung, so darf man ruhig einmal das ein oder andere Auge zudrücken, schließlich war man früher auch nicht anders. Harte Maßnahmen erfordert es erst dann, wenn die Zensuren in den Keller rutschen und das Schwänzen zur Gewohnheit ist.
Notorische Schulschwänzer schleichen sich nicht kichernd aus dem Schulgebäude, um statt der Biostunde das Eiscafé aufzusuchen, für sie ist das Schuleschwänzen längst zur Gewohnheit geworden. Sie haben kein wirkliches Interesse mehr an einem Schulabschluss, leben lieber in den Tag hinein und verbringen ihre Zeit teilweise sogar mit Trinken und Rauchen.
"Normales" Schwänzen kann man unterbinden, indem man ein ruhiges Gespräch mit dem Jugendlichen führt, ohne ihm dabei Vorwürfe zu machen. Solange sich der Nachwuchs einen guten Schulabschluss wünscht und lediglich ab und zu von der Faulheit überrannt wird, hat man recht gute Karten. Der Ehrgeiz kehrt spätestens nach der Pubertät wieder zurück und bis dahin recht meist sanftes Antreiben.
Kinder und Jugendliche hingegen, die im Leben für sich keine Perspektive mehr sehen, brauchen dringend Unterstützung. Auch hier sollte man nicht mit Vorwürfen reagieren, seine Enttäuschung zeigen darf man jedoch schon. Den Erwartungen der Eltern nicht gerecht zu werden ist für die meisten Kinder schlimmer als jede noch so heftige Standpauke.
Um das Problem beheben zu können, bedarf es einer sorgfältigen Ursachenforschung. Warum möchte der Jugendliche nicht mehr zur Schule gehen? Hat er es aufgegeben, weil es trotz Anstrengung nie für gute Noten gereicht hat oder sieht er einfach keinen Sinn mehr im ewigen Büffeln?
Man sollte mit seinen Kindern in Ruhe darüber sprechen, was sie statt Schule lieber machen würden. Vielleicht ist der Nachwuchs eher handwerklich begabt und blüht in einer Ausbildung plötzlich völlig auf. Es kann auch vorkommen, dass Jugendliche im Schatten ihrer Geschwister stehen und mit trotzigem Verhalten reagieren, um auf sich aufmerksam zu machen.
Ist es nur die Null-Bock-Einstellung, die für das notorische Schuleschwänzen verantwortlich ist, so helfen vielleicht ein paar Wochen Ferienarbeit am Fließband oder eventuell sogar ein Praktikum in einer Justizvollzugsanstalt. Hie treffen die Jugendlichen plötzlich auf Menschen, die ihnen Respekt einflößen und sehen zugleich, wo sie enden, wenn sie das Schwänzen nicht schnellstens einstellen.
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