Deutsche Rechtschreibung - Wichtige Rechtschreibregeln und Hinweise zur Rechtschreibreform

Lesen und Schreiben lernt man in der Grundschule oder vielleicht sogar schon davor. Trotzdem gibt es nach wie vor mehr als genug Erwachsene, die mit der Rechtschreibung - oder auch Orthographie - einfach nicht zurande kommen. Dabei ist das richtige Schreiben gar kein Problem, wenn man sich an einige elementare Regeln hält und einfach versucht, ein Gefühl für die Sprache zu entwickeln. Lesen Sie über die wichtigsten Regeln der deutschen Rechtschreibung, und was sich mit der neuen mit der Rechtschreibreform geändert hat.

Christian Steinfort
Von Christian Steinfort

Rechtschreibung - eine Definition

Bei der Rechtschreibung handelt es sich um die übliche Schreibweise von Wörtern in der jeweiligen Sprache. Sie wird auch als Orthographie bezeichnet.

Die deutsche Rechtschreibung ist in der Rechtschreibreform geregelt. Diese wurde hierzulande zuletzt im Jahr 2006 modifiziert.

Veränderungen durch die Rechtschreibreform 2006

Bereits 1996 erschütterte eine Rechtschreibreform die deutsche Bevölkerung. Es wurde einfach beschlossen, die traditionellen Schreibweisen abzuschaffen und eine aus Sicht der Behörden logischere Regelung einzuführen.

Bei den Bürgern stieß diese Anordnung auf wenig Begeisterung. 2006 gab eine erneute Reform, die wiederum einige der neu aufgestellten Regelungen über den Haufen warf.

In der deutschen Sprache ist es besonders leicht, mehrere Wörter zu einem neuen zusammenzufügen. Doch auch in diesem Bereich wurden Änderungen und Restriktionen erlassen. Die Umstellung betrifft vor allem die Verben.

  • Trägt das Adverb die Bedeutung, so darf man es mit dem Verb zusammenschreiben. Beispiel: zusammensein
  • Ist es jedoch das Verb, das die Hauptbedeutung der Konstruktion trägt, so werden Adverb und Verb getrennt voneinander geschrieben. Beispiel: zusammen lernen

Der Sinn dieser Lösung sei wohl dahingestellt, Fakt ist jedoch, dass es nicht immer leichtfällt, diese Regelung zu verstehen. Schließlich haben selbst Erwachsene Probleme damit, eindeutig festzustellen, welcher Teil der Konstruktion nun mehr Bedeutung hat als der andere.

Ironischerweise hat die Rechtschreibreform 2006 dazu geführt, dass sich der Schreiber nun sehr häufig aussuchen kann, wie er seine Sätze gestalten möchte. Auch das ist wohl rein didaktisch eher problematisch für das Schreiben und Lesen lernen in der Grundschule.

Beispiele:

  • "achtgeben" ist genauso erlaubt wie "Acht geben"
  • "kennenlernen" darf auch als "kennen lernen" geschrieben werden

Andererseits sind manche Dinge jedoch auch zwingend vorgeschrieben. Hier muss man sich fragen, welche Merkmale diese Fälle von denen mit Wahlfreiheit für den Schreiber unterscheiden.

Beispiel: "eislaufen", "leidtun" und ähnliche Konstruktionen müssen zusammengeschrieben werden

Durch diese Regel ergeben sich weiterführend Änderungen, vor allem in der Groß- und Kleinschreibung. Beispiel: Während man früher "Es tut mir Leid" schrieb, ist heute nur noch "Es tut mir leid" richtig.

Man spricht hier von so genannten verblassten Substantiven. In dem obigen Fall wurde das Wort "Leid" einst als Subjektiv verwendet, durch die Reform ist es jedoch mit dem Verb verschmolzen, weshalb es auch in anderen Konstruktionen nicht mehr als Hauptwort behandelt wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neue Rechtschreibreform dem Autoren so viele Optionen frei hält, dass es fast ratsam ist, einfach wie gewohnt weiterzuschreiben. Vor Verständnisproblemen braucht man sich jedenfalls nicht zu fürchten.

Ob alte oder neue Reform - einige Rechtschreibfehler sind allgegenwärtig...

Rechtschreibfehler

Mit Rechtschreibfehlern oder auch der Fehlschreibung bezeichnet man eine von der gängigen Schreibweise abweichende Schreibweise. Falsch ist in diesem Zusammenhang die Schreibweise eines Wortes oder eines Satzzeichens. Zudem gibt es in der Schriftsprache noch weitere Fehler; zu diesen zählen

  • Grammatikfehler
  • Zeichensetzungsfehler
  • Stilfehler sowie
  • Tippfehler.

Verursacht werden Rechtschreibfehler durch Unwissen, was die korrekte Schreibweise angeht, doch auch Unachtsamkeit können dazu führen. Im Rahmen der Rechtschreibreform kam es im Laufe der Zeit zu Änderungen in der Sprache; so muss man unter Umständen auf das Datum des Textes achten, um zu erkennen, ob es sich tatsächlich um einen Fehler handelt. Zitate allerdings werden stets original übernommen.

Typische Fehlerquellen und wichtige Regeln

Besonders viele Probleme macht die Unterscheidung zwischen s, ss und ß. Während manche scheinbar mühelos immer richtig entscheiden, welche Variante in dem speziellen Fall verwendet werden muss, können andere stundenlang über einem Satz grübeln und trotzdem nicht auf die richtige Lösung kommen.

Grundsätzlich gilt, dass das "ss" kein Ersatz mehr für das "ß" ist, sondern seinen ganz eigenen Anwendungsbereich besitzt. Lediglich nach langen Vokalen oder einem so genannten Diphtong (zum Beispiel ie, au oder ei) wird das ß gesetzt. Ist der Vokal hingegen kurz, so schreibt man das Doppel-s.

Am schwierigsten fällt jedoch den meisten Menschen die Unterscheidung zwischen das und dass. Wer nicht im Gefühl hat, wann welches Wort verwendet werden muss, kann sich mit einer einfachen Regelung behelfen. "Das" kann man in jedem Satz durch "welches" ersetzen.

Beispiel: "Ich sah ein Kind, das schaukelte." oder "Ich sah ein Kind, welches schaukelte."

Ist das Ersetzen nicht möglich, so schreibt man ein dass mit zwei s.

Beispiel: Ich sah, dass sie ging.

Mit der Groß- und Kleinschreibung kommen die meisten Erwachsenen gut aus, trotzdem gibt es ab und an Fälle, in denen sich auch gute Schreiber manchmal unsicher sind. Immer groß schreibt man Nomen wie zum Beispiel Apfel, Kuh oder Auto. Auch Eigennamen werden stets groß geschrieben, selbst wenn ein Teil des Namens kein Nomen ist.

Beispiel: Zweites Deutsches Fernsehen

Viele Fragen werfen unter anderem aber auch Fremdwörter auf. So ist des meisten unklar, ob sie mit den eingedeutschten Wörtern nun nach den Grammatikregeln der Fremdsprache oder nach deutschen Regeln umgehen sollen. Grundsätzlich gilt: verwendet man ein Fremdwort ganz normal in einem deutschen Satz, so gelten auch deutsche Grammatikregeln.

Beispiel: Sie geht sehr gerne auf Partys. (Im Englischen würde man den Plural hier mit ies am Ende schreiben.) Setzt man jedoch Anführungsstriche um den fremdsprachlichen Ausdruck, so gelten die originalen Regeln.

Verschiedene Arten bzw. Ursachen von Rechtschreibfehlern

Während viele Fehler bezogen auf Änderungen in der Rechtschreibreform auftreten, gibt es auch Schreibweisen, die sowohl nach alter sowie nach neuer Rechtschreibung gemacht werden. Was die Ursachen angeht, lassen sie sich folgendermaßen einteilen:

  • phonetisch bedingte Fehler: hierbei werden ungewöhnliche Graphien angeglichen oder phonetische Aspekte in die Schrift übertragen
  • interferenziell bedingte Fehler: hierbei gleicht man die Schreibung anderen Sprachen an, wie etwa beim Anglizismus
  • morphologisch bedingte Fehler: hierbei werden Wörter falsch segmentiert oder abgeleitet

Zu den weiteren typischen Fehlern zählen fehlende Bindestriche oder auch das falsch gesetzte Apostroph.