13. Juli 2010
Wie verhält man sich gegenüber eine Autoritätsperson, der man vielleicht gar keinen Respekt entgegen bringt? Diese Frage stellen sich wohl jeden Tag viele Schüler und auch Eltern. Für die Jugendlichen an sich ist ein gutes Verhältnis zu den Lehrkräften schon aus Rücksicht auf den Notendurchschnitt unerlässlich. Denn bekanntermaßen sitzt der Lehrer ja immer am längeren Hebel.
Grundsätzlich sollte man sich als Schüler jedem neuen Lehrer respektvoll und freundlich gegenüber verhalten. Lehrkräfte haben einen anstrengenden Job, müssen ständig reden und selbst dann noch geduldig erklären, wenn es der fünfte Schüler an diesem Tag immer noch nicht verstanden hat. Dazu kommen Nachtschichten für das Korrigieren von Klausuren und Problemschüler, die nichts lieber tun, als die ganze Klasse mit ihrem störenden Verhalten anzustecken.
Deshalb freuen sich die meisten Lehrer, wenn sie es mit einem Schüler zu tun haben, der aufmerksam zuhört und nur dann spricht, wenn er etwas zum Unterrichtsgeschehen beizutragen hat. Darüber hinaus möchte jeder Mensch freundlich und respektvoll behandelt werden.
Nun gibt es jedoch häufig Vorfälle, die einem Schüler die Sympathie gegenüber einem Lehrer schwer machen. Ungerechte Behandlung, zweifelhafte Benotung und schlechter Unterricht machen die Jugendlichen ganz zurecht missmutig und wütend.
Wenn ruhige Gespräche mit der Lehrkraft zu keiner Besserung führen, so sollten sich Schüler auf einen unterkühlt-höflichen Standpunkt zurückziehen. Wutausbrüche und Sticheleien würden das Problem nur zusätzlich verschlimmern.
Ist die ganze Klasse beziehungsweise ein Kurs mit einem Lehrer unzufrieden, so lohnt sich der Gang zur Schulleitung. Bei fortdauernden Diskrepanzen kann vielleicht eine andere Lehrkraft gefunden werden, mit der die Chemie besser stimmt.
Weder Schüler noch Lehrer mögen es, wenn sich Eltern ungefragt in einen Streit einmischen. Das ist höchstens bis zur fünften Klasse legitim. Danach können sich die Kinder meist ziemlich gut selbst durchsetzen, notfalls mit Hilfe der Klassenkameraden. Wer immer nur von Mama und Papa in Schutz genommen wird, lernt nie, sich gegen Höherstehende zu behaupten.
Eingreifen sollte man erst dann, wenn die Auseinandersetzungen gravierend werden und den Schulerfolg des Nachwuchses beeinträchtigen. Viele Lehrer glauben, ihre Schüler ungestraft schikanieren zu können, weil sie durch die Noten ein Druckmittel haben. Spricht man als Erwachsener jedoch den Direktor auf das Fehlverhalten des Kollegen an, so werden solche Pädagogen meist ganz schnell ziemlich kleinlaut.
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