Der richtige Umgang mit dem Lehrer

Wie verhält man sich gegenüber eine Autoritätsperson, der man vielleicht gar keinen Respekt entgegen bringt? Die Frage nach dem richtigen Umgang mit dem Lehrer stellen sich wohl jeden Tag viele Schüler und auch Eltern. Für die Jugendlichen an sich ist ein gutes Verhältnis zu den Lehrkräften schon aus Rücksicht auf den Notendurchschnitt unerlässlich. Denn bekanntermaßen sitzt der Lehrer ja immer am längeren Hebel. Lesen Sie, worauf es als Schüler beim richtigen Umgang mit dem Lehrer ankommt.

Sich als Schüler dem Lehrer gegenüber richtig verhalten

Lehrer sind keine Unmenschen

Grundsätzlich sollte man sich als Schüler jedem neuen Lehrer respektvoll und freundlich gegenüber verhalten. Lehrkräfte haben einen anstrengenden Job, müssen ständig reden und selbst dann noch geduldig erklären, wenn es der fünfte Schüler an diesem Tag immer noch nicht verstanden hat. Dazu kommen Nachtschichten für das Korrigieren von Klausuren und Problemschüler, die nichts lieber tun, als die ganze Klasse mit ihrem störenden Verhalten anzustecken.

Deshalb freuen sich die meisten Lehrer, wenn sie es mit einem Schüler zu tun haben, der aufmerksam zuhört und nur dann spricht, wenn er etwas zum Unterrichtsgeschehen beizutragen hat. Abgesehen davon möchte jeder Mensch freundlich und respektvoll behandelt werden.

Sympathieverlust verarbeiten lernen

Nun gibt es jedoch häufig Vorfälle, die einem Schüler die Sympathie gegenüber einem Lehrer schwer machen.

  • Ungerechte Behandlung
  • zweifelhafte Benotung und
  • schlechter Unterricht

machen die Jugendlichen ganz zurecht missmutig und wütend. Wenn ruhige Gespräche mit der Lehrkraft zu keiner Besserung führen, so sollten sich Schüler auf einen unterkühlt-höflichen Standpunkt zurückziehen. Wutausbrüche und Sticheleien würden das Problem nur zusätzlich verschlimmern.

Ist die ganze Klasse beziehungsweise ein Kurs mit einem Lehrer unzufrieden, so lohnt sich der Gang zur Schulleitung. Bei fortdauernden Diskrepanzen kann vielleicht eine andere Lehrkraft gefunden werden, mit der die Chemie besser stimmt.

Auf das Einmischen der Eltern verzichten

Weder Schüler noch Lehrer mögen es, wenn sich Eltern ungefragt in einen Streit einmischen. Das ist höchstens bis zur fünften Klasse legitim.

Danach können sich die Kinder meist ziemlich gut selbst durchsetzen, notfalls mit Hilfe der Klassenkameraden. Wer immer nur von Mama und Papa in Schutz genommen wird, lernt nie, sich gegen Höherstehende zu behaupten.

Eingreifen sollte man erst dann, wenn die Auseinandersetzungen gravierend werden und den Schulerfolg des Nachwuchses beeinträchtigen. Viele Lehrer glauben, ihre Schüler ungestraft schikanieren zu können, weil sie durch die Noten ein Druckmittel haben. Spricht man als Erwachsener jedoch den Direktor auf das Fehlverhalten des Kollegen an, so werden solche Pädagogen meist ganz schnell ziemlich kleinlaut.

Damit Lehrer den nötigen Respekt erhalten bzw. auch verdient haben, sollten auch sie auf einige Punkte achten...

Das richtige Verhalten den Schülern gegenüber

Bestenfalls wissen sowohl Schüler als auch Lehrer, worauf sie zu achten haben, damit das Verhältnis zwischen beiden Seiten möglichst harmonisch und vor allen Dingen zufriedenstellend für beide ausfällt. Der Schüler mag dem Lehrer untergeordnet sein, allerdings muss auch ihm der nötige Respekt entgegengebracht werden.

Für ein gutes Verhältnis müssen beide Parteien sorgen. Somit gilt es auch als Lehrer, auf ein paar Punkte zu achten.

Generell gilt: sich mit der Vergabe von schlechten Noten Respekt zu verschaffen, ist immer der falsche Weg. Lehrer sollten

  • fair sein
  • gerecht bewerten
  • sich durchsetzen können
  • nicht zu streng sein
  • auf die individuellen Schwächen der Schüler eingehen
  • unterm Strich: auch diejenigen sein, die ihren Mitmenschen mit Respekt begegnen.

Auch in schwierigen Situationen sollte die Lehrkraft möglichst gelassen bleiben; Wutausbrüche gilt es, zu verhindern. Wer laut wird, zeigt seinen Schülern dadurch nur, dass dies den richtigen Weg darstellt, sich zu verständigen oder Gehör zu verschaffen. Auch ist es ein Zeichen von Unsicherheit.

Des Weiteren ist es wichtig, seine Schüler kennen zu lernen, sie als Menschen zu sehen, für den man sich interressiert, anstatt ihn nur auf die zu bewertende Leistung zu reduzieren. So gibt man ihnen das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Merkt man, dass Ärger in einem aufsteigt, sollte darauf achten, seiner Wut nicht gleich Luft zu machen, indem man den Schüler für ein bestimmtes Verhalten tadelt. Oftmals kann es hilfreich sein, sich in seine Situation hinein zu versetzen - es gibt immer zwei Seiten oder Sichtweisen. Gibt man dem Schüler das Gefühl, auch seine Seite zu verstehen, kann man einen möglichen Streit deutlich schneller lösen.

Auch das Auftreten vor der Klasse kann einiges darüber aussagen, wie man bei den Schülern ankommt. Dabei kommt es beispielweise auf

  • eine aufrechte Körperhaltung
  • einen sicheren Stand
  • eine klare Stimem
  • einen sicheren Umgang mit den Arbeitsmaterialien

an.

Quellen:

  • Ulf Mühlhausen: Abenteuer Unterricht: Wie Lehrer/innen mit überraschenden Unterrichtssituationen umgehen, Schneider Verlag Hohengehren, 2008, ISBN 3834004928
  • Meike Landmann: Entspannt durch den Schulalltag: Selbst- und Stressmanagement für Lehrerinnen und Lehrer, Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, ISBN 3525610475
  • Reinhold Miller: Lehrer lernen: Ein pädagogisches Arbeitsbuch, Beltz, 2001, ISBN 3407220243
  • Georg E. Becker: Lehrer lösen Konflikte: Handlungshilfen für den Schulalltag, Beltz, 2006, ISBN 3407221789
  • Charlotte Sinha: Wie finde ich mich als Lehrer?: Rolle und Wirkung im Schulalltag gestalten, Beltz, 2010, ISBN 340762672X

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