13. Januar 2010
Längst hat das Carving sich auf den Skipisten der meisten Wintersportorte fest etabliert und ist nicht mehr weg zu denken. Auch viele weniger geübte Skifahrer haben die Vorteile des Carvings erkannt und sind auf die breiteren und kürzeren Bretter umgestiegen, auf denen sie mehr Halt und Stand finden, auch wenn sie die tatsächlichen Carving-Techniken nicht voll ausfahren können. Begeisterte und engagierte Sportler jedoch haben das Carving immer weiter entwickelt und so weit perfektioniert, dass es nicht lange dauerte, bis sie nach Wettkämpfen verlangten. So wurde schon Mitte der 90er Jahre der Carving Cup erfunden und etabliert.
Die Teilnehmer des Carving Cup sind reine Amateure. Zwar wurde die Veranstaltung vom Internationalen Skiverband FIS akzeptiert und auch übernommen, doch bietet er keine Plattform und Möglichkeiten für Profisportler. So sind und bleiben die wettkampfmäßig organisierten Carver immer noch Freizeitsportler, die sich mit ihren Leistungen jedoch auf einem sehr hohen Niveau bewegen.
So waren es auch die wahren und unverbesserlichen Carving Enthusiasten, die sich den Carving Cup, sein Reglement und seine Bewertungsgrundlagen ausdachten und ihn erstmals durchführten. Nicht nur der Ablauf des Carving Cup, sondern auch sein Regelwerk unterscheiden sich eklatant von den Regularien sonstiger alpiner Skirennen. Der größte und augenfälligste Unterschied jedoch ist es, dass es beim Carving Cup nicht darum geht, eine vorgegebene Strecke oder Abfahrt in der möglichst geringsten Zeit zu durchfahren. Vielmehr geht es darum, innerhalb eines vorab definierten Zeitrahmens so viele Punkte als möglich zu holen.
Das Fahrfeld wird durch am Boden liegende Bojen markiert, nicht wie bei alpinen Skirennen durch Stangen. Dabei markieren jeweils drei zusammen gehörige Bojen eine Kurve. Wie viele dieser Bojen in der Kurvenlinie umfahren werden, bestimmt der Rennläufer selbst. Davon hängt es auch ab, wie viele Punkte er einheimsen kann. Der Parcours ist dabei so gewählt, dass mit spektakulären Fahrlinien eine sehr hohe Punktzahl erzielt werden kann. Der Carving Cup ist daher auch für Zuschauer sehr interessant und spektakulär. Gefahren wird übrigens komplett ohne den Einsatz von Stöcken, die man jedoch beim regulären Carving auf den Skipisten immer noch sieht.
Der Carving Cup wird in mehreren Runden und Durchläufen ausgetragen, bei denen die Athleten im K.O.-System gegeneinander antreten. Um einen Sieg oder eine vordere Platzierung zu erzielen, sind also mehrere gewagte Abfahrten notwendig, und der Fahrer muss zeigen, was er kann. Zufallssiege werden auf diese Weise ausgeschlossen.
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