19. Januar 2011
Tanzwettbewerbe sind immer gleich und sprechen ein ganz bestimmtes Publikum an? Die Tänzer und Tänzerinnen sind schön und bewegen sich anmutig auf hohem Niveau? Mitnichten. Der Ugly Dance World Cup in Hamburg hat eine genau entgegen gesetzte Zielrichtung und spricht eine völlig eigene Zielgruppe an. Hier geht es zwar auch um Leistung: Aber darum, wer die schlechteste abliefern kann.
"Ugly" bedeutet übersetzt so viel wie "hässlich". Es gewinnt also, wer die hässlichste Performance zu bieten hat. Das ist jedoch nicht ganz so einfach, wie es sich vielleicht anhört. Haben Sie schon einmal versucht, richtig schlecht zu tanzen? Den meisten Menschen gelingt das gar nicht so einfach. Denn das Tanzen bereitet Freude, und man bewegt sich im Takt der Musik. Dies ist jedoch beim Ugly Dancing gar nicht gefragt. Hier ist der König, wer sich konsequent einen oder zwei Takte neben der Musik bewegt. Das ist jedoch gar nicht so einfach, wie es sich vielleicht anhören mag.
Die Bewegungen sollen möglichst nicht harmonisch sein, auch sind Arme und Beine nicht aufeinander abgestimmt. Wenn der Oberkörper etwas völlig anderes tut als die untere Hälfte, dann ist der Ugly Dancer auf dem richtigen Weg. Jedoch ist nicht nur bloßes hysterisches Gezappel gefragt: Eine Ugly Dance Performance muss auf jeden Fall eine ersichtliche Choreographie oder zumindest etwas einer Choreographie Ähnliches vorweisen. Eine Stilrichtung muss präsentiert werden, auch wenn es die eigene sein kann. Parodien von bestehenden Stilrichtungen sind auch möglich, jedoch müssen diese möglichst schlecht gemacht sein.
Auch bei der Auswahl der Musik kann der Ugly Dancer Punkte machen. Laute und schräge Musik eignet sich ganz hervorragend für eine besonders schrille Perfomance. Dissonanzen sind erwünscht, auch die Ton- und Musikqualität darf ruhig schlecht sein. Schließlich soll nichts perfekt oder einstudiert wirken.
Weitere Pluspunkte erzielen die Tänzer für ihre Kostümierung. Je schriller und unpassender diese ist, umso höher wird die Bewertung ausfallen. Dabei ist Phantasie gefragt. Aufgabe der einzeln oder als Gruppe auftretenden Teilnehmer ist es, ein Authentizität des eigenen Tuns zu vermitteln. Die Darbietung muss durchdacht und stimmig sein, soll dabei aber möglichst viele Dissonanzen aufweisen. Erst wenn man als Zuschauer am liebsten gar nicht mehr hinschauen möchte, ist die Performance geglückt.
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