Die sportlichen und jagdlichen Disziplinen beim Wurfscheibenschießen

Luftgewehrschießen: Zielscheibe mit Löchern

Merkmale der drei Jagd- und vier Sportdisziplinen beim Wurfscheibenschießen

Das Wurfscheibenschießen wird nach sportlichen und nach Jagddisziplinen unterschieden. Die sportlichen Herausforderungen sind Teil der Olympischen Wettkämpfe. Die Namen Doppeltrap, Skeet und Trap haben die meisten Menschen aus diesem Grund schon einmal gehört – doch die wenigsten wissen etwas konkretes mit diesen Bezeichnungen anzufangen. Dabei sind diese Wettkämpfe auch für die Zuschauer von größter Spannung – wenn sie diese denn verstehen. Die jagdlichen Varianten der Sportart genießen den Ruf, "die hohe Kunst des Flintenschießens" zu sein. Zu Recht, wie die folgenden Erläuterungen zeigen sollen.

Die Sportdisziplinen

Doppeltrap

Beim Doppeltrap kann mit Flinten der Kaliber 12, 16 und 20 auf die "Tontauben" gefeuert werden. Tatsächlich kommt meist jedoch nur das Zwölfer Kaliber zum Einsatz. Geschossen wird auf zwei Wurfscheiben, die deshalb Dublette genannt werden. Diese werden von zwei starren Maschinen geworfen. Winkel und Höhe des Wurfs unterscheiden sich dabei.

Nach jeder Dublette wechselt der Schütze den Stand. Insgesamt durchläuft er fünf Stände und feuert folglich auf 150 Wurfscheiben. Seit 2004 ist die Timer-Funktion ins Programm aufgenommen. Der Schütze fordert die Scheiben an, doch ein Zufallstimer verzögert den Abwurf zwischen null und einer Sekunde.

Skeet

Beim sportlichen Skeet werden insgesamt 25 Wurfscheiben aus acht unterschiedlichen Positionen beschossen. Jede Wurfscheibe muss mit einem Schuss getroffen werden. In den Positionen Nummer eins und zwei werden ein "Hochhaus" (die höher werfende Maschine) einzeln sowie eine Dublette unter Feuer genommen.

Auf den Positionen drei bis fünf werden Hoch- und Niederhaus einzeln, sowie eine Dublette beschossen. Die Positionen sechs und sieben sind zu den Positionen eins und zwei gespiegelt. In der letzten Position wird nur auf ein Hoch- und ein Niederhaus gefeuert.

Trap - der Klassiker

Trap ist seit 1900 olympisch. Dabei feuern die Schützen auf gelbe, orange, weiße oder schwarze Wurfscheiben. Sie durchlaufen wie beim Doppeltrap fünf Stände. In jedem Stand müssen sie auf insgesamt 25 Scheiben schießen, die von insgesamt 15 Wurfmaschinen, die in Dreier-Gruppen sortiert sind, geworfen werden.

Der Wettkampf wird in Rotten absolviert. Damit sind Gruppen von je sechs Schützen bezeichnet. Im Teamwettbewerb kämpfen drei Schützen für eine Mannschaft. Der Abwurf der Tauben erfolgt auf Zuruf der Schützen.

Beim sportlichen Trap dürfen die Schützen die Waffen bereits im Voranschlag halten. Dies bedeutet, sie ruht bereits auf der Schulter des Schützen beim Zuruf in Richtung der Abwurfmaschinen.

Es wird in sportliche und jagdliche Disziplinen unterschieden
Sport- und Jagddisziplinen beim Wurfscheibenschießen

Die Jagddisziplinen

Ursprünglich begann der Mensch damit, auf andere Lebewesen zu schießen, um auf diese Weise Nahrung zum Überleben zu gewinnen. Für diesen Vorgang prägte sich der Begriff Jagd ein, der bis heute seine ursprüngliche Bedeutung behalten hat.

Das Wurfscheibenschießen ehrt diese Tradition mit vier verschiedenen Disziplinen:

  • Jagdparcours
  • Combak-Sporting
  • Jagd-Trap
  • Jagd-Skeet.

Der Jagd-Parcours

Der Jagd-Parcours ahmt die Jagd auf freilebendes Wild nach. Die Wurfmaschinen haben keinen festen Standort und keinen festgelegten Abwurfwinkel der Tontauben. Generell feuern die Schützen auf drei Einzeltauben und eine Dublette und übergeben anschließend an den nächsten Sportler.

Hierbei sind drei Arten von Dubletten möglich:

  • Raffahle (zwei Wurfscheiben aus einer Maschine direkt hintereinander)
  • Simultan (zwei Wurfmaschinen feuern zeitgleich eine Tontaube ab) und
  • auf Schuss (nach dem die erste Wurfscheibe beschossen wurde, wird die zweite gestartet).

Der Jagdanschlag ist für diese Disziplin vorgeschrieben. Der Flintenschaft wird dabei etwas unterhalb der Schulter angesetzt.

Combak-Sporting

Hierunter versteht man eine vereinfachte Form des Jagd-Parcours, die Elemente aus dem Trap übernimmt. Generell gelten die Regel des Jagd-Parcours, allerdings wird aus vier verschiedenen Positionen geschossen.

Ein Wettkampf findet in "Rotten" (Gruppen) zu vier Schützen statt. Nachdem alle Sportler die Wurfscheiben beschossen haben, findet der Wechsel der Positionen entgegen des Uhrzeigersinns statt.

Jagd-Trap

Beim Jagd-Trap wird aus fünf Positionen auf je 15 Scheiben gefeuert. Die Distanz des Schützen ist zu den Wurfmaschinen ist geringer als beim sportlichen Trap. Zudem ist vorgeschrieben, dass die Sportler ihre Flinte am Beckenknochen anlegen müssen, so dass sich der Lauf in etwa auf Augenhöhe befindet.

Der Abwurfwurf erfolgt auf Winken der Sportler, nicht auf Zuruf. Der Winkel, in dem die Tontauben abgeworfen werden, ist zudem zufällig. Dem jagdlichen Trap verdankt die Disziplin ihren Namen. Denn aus den englischen "Fallen" (deutsch für "Trap") wurden früher die lebenden Tauben freigelassen und beschossen.

Jagd-Skeet

Beim jagdlichen Skeet wird aus sieben Ständen gefeuert.

  • Aus den Ständen 1, 3, 4 und 5 wird auf einzelne Tauben geschossen,
  • während aus den Ständen 2, 6 und 7 Dubletten getroffen werden müssen.

Die Ziele werden durch Abwinken angefordert. Die Waffe muss nach dem Abwurf sichtbar vertikal eingeschwenkt werden und darf folglich noch nicht angelegt sein.

Grundinformationen und Hinweise zum Wurfscheibenschießen

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Quellenangaben

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  • Bildnachweis: White Paper Notes © Giraphics - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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