7. September 2010
Auch beim Kunstradfahren gibt es ein strenges Regelwerk und unterschiedliche, ganz klar voneinander abgehobene Disziplinen. Das internationale Regelwerk unterliegt einer Definition der UCI, des Weltradverbands und wird auch von den nationalen Radsportverbänden befolgt.
Die Fahrfläche bei offiziellen Wettkämpfen misst 14 mal 11 Meter und ist aus Linodur oder Holz. Seitenlinien dürfen nicht be- oder überfahren werden. Auf dem Hallenboden sind Kreise und andere Begrenzungen einheitlich markiert, die nach bestimmten Regeln umfahren werden müssen. Eine Kür beim Kunstradfahren setzt sich aus verschiedenen vorgeschriebenen Übungen zusammen, die regelkonform kombiniert werden können. Durch die vergebene Punktzahl ergibt sich der Schwierigkeitsgrad der Kür. Die Kür muss vorab eingereicht und entsprechend gefahren werden, dies wird von der Jury überwacht. Bei der Kür sind reglementierte Abfolgen Pflicht, die Dauer beträgt exakt 5 Minuten. Punktabzüge werden verhängt, wenn die Übungen nicht korrekt oder lange genug gezeigt werden, wenn die Zeit über- oder unterschritten oder die Reihenfolge geändert wird. Weitere Abzüge gibt es für die unsaubere oder unsichere Ausführung, für die Überfahrung der Begrenzung, einen Abgang vom Rad oder sonstige Bodenberührung.
Zum Einer-Kunstradfahren wird ein Spezialrad benutzt, auf dem verschiedene Übungen gezeigt werden. In einer Kür müssen 30 Übungen innerhalb von 5 Minuten gefahren sein. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Elemente, von den einfachen Grundformen bis hin zu komplexen Übergangsformen, Sprüngen, Hocken und Ständen.
Das Zweier-Kunstradfahren wird in einer zweiteiligen Kür gefahren. Zuerst zeigen zwei SportlerInnen auf zwei Rädern Kunststücke, die teils mit Griffverbindung, teils synchron gefahren werden. Diese Elemente sind aus dem Einzelfahren übernommen. Im zweiten Teil der Kür fahren beide Athleten gemeinsam und gleichzeitig auf nur einem Rad. Das Zweier-Kunstradfahren wird bei bestimmten Wettbewerben auch von gemischten Teams gezeigt.
In der Vierer- und Sechser-Formation fährt jeder Athlet auf einem eigenen Kunstrad. Dabei müssen die einzelnen Figuren möglichst synchron gefahren werden. Turnerische Elemente sind hier eher eine Seltenheit. In den höher qualifizierten Wettbewerben umfasst eine 5minütige Kür hier bis zu 25 Übungen.
Das Regelwerk beim Vierer- und Sechser-Einradfahren ist vergleichbar mit dem des Vierer- und Sechser-Kunstradfahrens. Jedoch wird hier als Sportgerät ein Einrad genutzt.
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