28. September 2011
Judo ist eine Kampfsportdisziplin aus philosophischer Lebenseinstellung und diversen Kampftechniken. Hierzu zählen unter anderem Wurf-, Boden-, Fall- und Schlagtechniken, wobei Letztere nur selten angewendet werden. Ziel beim Judo ist es, seinen Trainingspartner mit möglichst minimalem Aufwand von der Standposition in die Bodenlage zu bringen.
Die größte Bedeutung im Judo kommt den unterschiedlichen Wurftechniken zu, von denen es schätzungsweise etwa 40 gibt. Sie werden als Nage Waza bezeichnet. Ohne ihre gezielte Anwendung wäre es unmöglich, das Trainingsziel zu erreichen, nämlich den Trainingspartner in die Bodenlage zu befördern. Wurftechniken nutzen physikalische Gesetze aus. Sie profitieren von Kraftübertragungen zwischen den Partnern während der Bewegungen. Auch hier kommt die Lebensphilosophie des Judoka zur Anwendung: Siegen durch Nachgeben.
Der werfende Judoka wird Tori genannt, der geworfene Partner heißt Uke. Sehr häufig gelingt es durch einfache Wurftechniken, wie O-soto-otoshi, dem Uke das Gleichgewicht zu nehmen. In diesen Fällen stellt der Tori dem Uke ein Bein. Durch geschicktes Ausnutzen der dabei entstehenden Kräfte ist es möglich, den Uke kontrolliert zu Fall zu bringen. Kompliziertere Wurftechniken heben den Uke aus oder katapultieren ihn über den Kopf des Tori.
Generell kann ein Wurf vorwärts oder rückwärts, seitwärts oder im Kreis erfolgen. In welche Richtung der Wurf ausgeführt wird, entscheidet unter anderem die Ausgangsposition, in der sich beide Partner befinden. Beispielsweise können sie sich gegenüberstehen, aufeinander zukommen oder ziehen. Ebenso sind Ausweichbewegungen möglich.
Doch auch Selbstfallwürfe gehören zu den Techniken des Judoka. In diesen Fällen gibt er sein eigenes Gleichgewicht auf, um die Bewegung des Partners zu blockieren und diesen seitlich am eigenen, bereits auf dem Boden befindlichen Körper vorbeizulenken.
Damit Wurftechniken Erfolg haben, muss der Werfende wissen, an welchen Kontaktpunkten er den Uke zu greifen hat. Gleichzeitig ist ein perfektes Einstudieren des jeweiligen Bewegungsablaufes Voraussetzung. Im Laufe der Zeit entwickelt der Judoka die erlernten Techniken weiter, nimmt neue Methoden in sein Trainingsprogramm auf und wandelt sie individuell ab.
Judo ist auch ein taktischer Sport. Es gilt also, den Trainingspartner richtig einzuschätzen, um im jeweiligen Moment gezielt zu reagieren. Ein körperlich benachteiligter Judoka ist bei guter allseitiger Schulung durchaus in der Lage, einen kräftemäßig überlegeneren Partner zu Fall zu bringen.
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