22. September 2011
Aikido ist eine Kampfsportart, bei der es weder darum geht, jemanden anzugreifen noch einen Angreifer zu verletzen. Aikido lässt sich als Kampfkunst bezeichnen, welche die Harmonie von Körper und Geist beinhaltet und gleichzeitig eine Schutzfunktion besitzt.
Wer Aikido erlernen will, muss psychologische Zusammenhänge ebenso erkennen wie physikalische Prinzipien. Der Aikidoka ist stets eins mit sich und seiner Umwelt. Er übernimmt Bewegungsabläufe aus der Umgebung und setzt sie zur Energiegewinnung und Umlenkung von Aggressionen ein. Dabei werden zwei Techniken unterschieden: die Abwehr und das Sichern.
Irimi und Tenkan heißen die beiden Abwehrformen des Aikido. Bei der ersten tritt der Aikidoka direkt in den Bewegungsablauf des Angreifers ein und übernimmt ihn in seinen eigenen. Bei der zweiten Abwehrform lenkt der Aikidoka den Angreifer direkt neben seine Person. Die jeweilige Abwehrform wird mittels diverser Drehbewegungen und gezielter Griffe ausgeführt, welche auf den jeweiligen Angriff abgestimmt sind. Auch angedeutete Stöße und Schlagbewegungen kommen zum Einsatz. Entscheidend ist die Technik des Angreifenden. Ein gutes Reaktionsvermögen ist daher Grundvoraussetzung für perfekten Aikidosport. Alle beim Aikido ausgeführten Bewegungen verlaufen weich und fließend. Den Abschluss dieser Abwehrform bildet die Phase, in welcher der Angreifer sein Gleichgewicht verliert.
Ist der Angreifer, der seine Rolle im Vorfeld des Trainings zugewiesen bekam, abgewehrt, geht es darum, ihn in eine Position zu bringen, in der er für geraume Zeit kampfunfähig gehalten werden kann. Auch hier kommen die unterschiedlichsten Drehbewegungen, Wurf-, Fall- und Haltetechniken sowie Griffe zum Einsatz. Diese Phase ist das Sichern. Der potentielle Gegner erhält Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Er soll seine Grundeinstellung überdenken.
Beim Training werden die Rollen zwischen Angreifendem und Verteidiger nach zwei beziehungsweise vier Wiederholungen gewechselt. Fortgeschrittene treten auch gegen mehrere Angreifer gleichzeitig an.
Wird Aikido als Verteidigungsmöglichkeit im tatsächlichen Leben genutzt, ist davon auszugehen, dass der Angreifer sich nicht auf die Bewegung des Verteidigers einlässt. Hier ist es durchaus möglich, dass es zu ernsthaften Verletzungen, wie Knochenbrüchen, kommt. Außerdem nutzt der Aikidoka, sofern die Notwendigkeit besteht, versteckte Schläge, die von Außenstehenden nicht unbedingt erkennbar sind. In Extremfällen kommt es zu Todesfällen. Spätestens dann hat Aikido nichts mehr mit Harmonie gemein. Dann ist Aikido ein harter Sport.
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