19. Dezember 2011
Die Bewertung der Übungen am Stufenbarren erfolgt im Wettkampf nach Punkten. Hierzu ist ein Team aus Kampfrichtern anwesend, wobei die einzelnen Kampfrichter ihr Augenmerk auf unterschiedliche Aspekte legen. Aus diesem Grunde werden sie D-Kampfrichter und E-Kampfrichter genannt.
Während die Bewertung der Stufenbarrenübung im Schulsport sich in der vom Lehrer erteilten Zensur äußert, nimmt im Wettkampf ein Kampfrichterteam, das sich aus D- und E-Kampfrichtern zusammensetzt, eine Punktevergabe vor. Die D-Note gibt Auskunft über den Schwierigkeitsgrad der Übung, ebenso über den Verbindungswert, der beim Wechsel von einem Holm auf den anderen erreicht wird sowie über die Kompositionsanforderungen. Die E-Note bewertet die Ausführung der Übung. Das Reglement der FIG schreibt vor, dass die Differenz der Abzüge in der E-Note deren Mittelwert nur gering überschreiten darf. Kommt es zu einem höheren Abzug, muss der jeweilige Supervisor in die Bewertung eingreifen und eine endgültige Entscheidung treffen.
In der Praxis bedeutet dies, dass darauf geachtet wird, wie dynamisch und rhythmisch die Übung vorgetragen wurde, wie kreativ und zum persönlichen Stil der Turnerin passend sie zusammengestellt wurde, ob es bei der Ausführung einzelner Elemente zu Haltungsfehlern kam und ob der Bewegungsablauf stimmig war. Unterbrechungen, Zwischenschwünge oder unerlaubtes Halten führen zu Punktabzügen. Die Wertung beginnt mit dem Absprung der Turnerin von der Matte und endet mit ihrem gestandenen Abgang.
Den einzelnen Elementen am Stufenbarren ist ein eigener Schwierigkeitsgrad zugeordnet, der sich in die Bezeichnungen A, B, C, D, E, F und G unterteilt. Natürlich erwarten die Kampfrichter, dass möglichst alle Elemente der höchsten Schwierigkeitsstufe in die Übung eingebaut werden. Mindestens müssen es jedoch acht sein. Zu den schwierigsten Elementen gehören die Schwünge und Umschwünge, zu denen unter anderem Riesenfelgen und Bückumschwünge gehören. Alle Felgen und Umschwünge können vorwärts und rückwärts ausgeführt werden. Außerdem sollen bestimmte Flugteile in das Programm eingebaut sein, welche die auf dem oberen Holm geturnten Elemente mit denen verbinden, die auf dem unteren Holm geturnt werden. Hier können beispielsweise Salti oder Hechtelemente zum Einsatz kommen.
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