Mit der Zusage, die Weltmeisterschaft im 2011 auszurichten, hat das Frauenfußball in Deutschland einen neuen Höhepunkt in seiner Popularität erfahren. Ob dieses Turnier dann Deutschland auch in eine sommerliche Euphorie versetzen wird, wie es die Weltmeisterschaft 2006 geschafft hat, bei der das Motto "Zu Gast bei Freunden" lautete, ist noch nicht abzusehen. Sicher ist aber, dass sich der Gedanke an Fußball spielenden Frauen nun endgültig in der Gesellschaft etabliert hat.
Seit den ersten zaghaften Versuchen mutiger Frauen den in nahezu allen europäischen Ländern beliebten Ballsport für sich zu erobern, hat sich einiges getan. Nachdem in den 30er Jahren die Nationalsozialisten das Frauenfußball verboten hatten, musste sich das vermeintlich schwache Geschlecht im Nachkriegsdeutschland gegen vorherrschende Ressentiments wehren, die sie in die stark limitierende Rolle der Hausfrau pressten.
Mit der immer stärker werdenden Emanzipationsbewegung in den 60er Jahren, erhielt auch der Frauenfußball eine größere Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung. Zwar wurden anfänglich nur kleine Abteilungen in Vereinen gegründet, deren Zweck eher die körperliche Ertüchtigung als ein sportlich ambitionierter Spielbetrieb war. Aber immerhin erregten bereits die ersten Frauenfußballmannschaften soviel Aufsehen, dass sie zum Thema an den Stammtischen wurden. Aus den Anfangs eher spöttischen Bemerkungen und zum Teil grob sexistischen Parolen wurden Anerkennung und Respekt für die zunehmend größer werdende sportliche Leistungsfähigkeit der Fußball spielenden Damen.
Das Jahr 1989 markiert einen wichtigen Wendepunkt für den Frauenfußball. In diesem Jahr wurde die Bundesliga eingeführt und die Frauennationalmannschaft konnte sich nicht nur erstmals für die Europameisterschaft qualifizieren, sondern sie auch gewinnen. In den 90er Jahren entwickelte sich Deutschland auch im Frauenfußball zur dominierenden Nation, was Joseph Blatter, dem damaligen FIFA-Präsidenten, 1995 zu der Aussage bewegte, dass die Zukunft des Fußballs weiblich sei. Dass sich seit dem Sieg der Weltmeisterschaft 2003 die Medienpräsenz des Frauenfußballs in Deutschland stark erhöht hat, ist nur folgerichtig und zollt der Leistung aller Spielerinnen Tribut.
Anerkannte Sportreporter sind sich sicher, dass die deutschen Fußballerinnen den Weltmeistertitel nach 2007 auch 2011 verteidigen werden. Diesmal vor heimischen Publikum, das dann eine Fortsetzung des Sommermärchens zelebrieren darf.
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