Geschichte, Interessen und Verbände des Volkssports Fußball

Beine eines Fußballers, läuft auf Fußballfeld hinter Ball her

Warum England als Mutterland des Fußballs gilt, wodurch sich FIFA und UEFA auszeichnen und wie Frauen um ihr Recht auf Fußball kämpfen mussten

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  • von Paradisi-Redaktion

Der wohl beliebteste Ballsport Fußball blickt auf eine sehr lang Geschichte zurück und wurde bereits im 4. Jahrhundert vor Christus als ähnliche Spielform namens "Zu Qiu" ausgeübt. Galt Fußball lange Zeit als reine Männersportart, konnte sich mittlerweile auch der Frauenfußball etablieren. Informieren Sie sich über Geschichte, Interessen und Verbände des Volkssports Fußball.

Weltmacht Fußball

Früher ließ sich der "kleine Mann" auf dem Sportplatz blicken. Oft sein einziges Vergnügen. Heute protzen die Stadien als architektonische Sportpaläste der Zukunft. Es gibt VIP-Lounges, die von millionenschweren Geschäftsleuten, wichtigen Politikern und Berühmtheiten aus dem Showgeschäft besetzt sind.

Prestigespiel und Millionenpoker

Prestigespiel Fußball ist in der "besseren Gesellschaft" vielfach reduziert auf einen Anlass zum gesellschaftlichen Gassigehen. Das eigentliche Spiel wird dann in der Tat zur Nebensache, aber in der Bedeutung, dass es nur mehr tangential oder noch weit weniger wahrgenommen wird. Aber auch auf den unteren Rängen wird es immer enger, einen Stehplatz zu ergattern. Die Preise sind besonders zu internationalen Begegnungen zum Abpfiff gepfeffert hoch.

Fußball ist zum Millionenspiel um Euros verkommen. Das Thema wird in den Medien und von den Warenproduzenten ausgeschlachtet bis zum Überdruss. Das Geschäft mit dem Ball boomt und boomt. Der Markt wird überschwemmt mit Waren und WM-Logos, Erwachsene und besonders Kinder in Billiglohnländer müssen dafür schwitzen und schuften. Um Übertragungsrechte der Spiele wurde ein unerbittlicher Millionenpoker entfacht.

Vehikel politischer Botschaften

Zwar erreicht die Anzahl der Redebeiträge der Politiker aller Coleur nicht die Höhe wie an wichtigen Wahlen, doch der Schwall politischer Beiträge stieg kurz vor dem Sportereignis 2006 deutlich an. Schon auf dieser inhaltslosen Ebene bezeugt das eine Vereinnahmung des bunten Sportevents durch viele politischen Macher. Im Sog der Fußball-WM fallen dann Äußerungen zu Leitkultur, Patriotismus und anderen sensiblen Stichwörtern in dem jeweils gefärbten Politlicht des Sprechers - das weltmeisterliche Rasenturnier ist vollends zum Vehikel politischer Botschaften geworden. Dennoch – die Sporttribünen können auch zu Bühnen der Freundschaftsbande werden, wenn sich dort internationale Politgrößen sympathischer werden.

Gesundheitswert von Fußball

O-Beine vom Fussballspielen

Füße eines Fußballers auf Wiese, ein Fuß auf Ball gestützt
football player with a soccer ball on soccer pitch © Forgiss - www.fotolia.de

Wer schon als Kind und Jugendlicher viel Fußball spielt, muss damit rechnen, O-Beine zu bekommen.

Das hat der belgische Sportwissenschaftler Dr. Erik Witwrouw von der Universität Gent nun durch Beobachtung von 500 Kindern und Jugendlichen nachgewiesen, die regelmäßig Fußball spielen.

Wie das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau berichtet, konnte er die Entwicklung schon bei 13-Jährigen nachweisen. Bis zum Erwachsenenalter nehmen die Deformationen ständig zu. Ursache ist laut Witwrouw eine "nicht symmetrische Krafteinwirkung auf die Kniegelenke", weil die inneren Beinmuskeln bei Fußballern kräftiger und kürzer seien.

O-Beine sind keine bedeutungslose Äußerlichkeit. Die Fehlstellung kann vorzeitige Arthrosen, Meniskus- und Kreuzbandschäden zur Folge haben.

Jungen Fussballern rät der Sportwissenschaftler zu einem breit gefächerten Sportprogramm neben dem Kicken. Ebenfalls wichtig: abwechslungsreiche Kost mit viel Vitamin D.

US-Studie mit Fußballern: Wer zu viel köpft, riskiert Hirnschäden

Ein US-Forscher hat herausgefunden, dass Fußballer, die viel köpfen, tatsächlich Hirnschäden davontragen können

Dunkelhaariger Junge in Fußballkleidung springt und macht Kopfball
soccer football player making header © Michael Flippo - www.fotolia.de

Michael Lipton arbeitet am Albert Einstein College of Medicine in New York. Auf der zur Zeit stattfindenden Jahrestagung der Radiological Society of North America in Chicago hielt Lipton einen Vortrag über die medizinischen Auswirkungen von Kopfbällen im Fußball.

Heute sind es zwar keine schweren Lederbälle mehr mit denen gespielt wird, aber trotzdem prallen die Bälle mit 50 km/h auf die Köpfe von Amateurfußballern, bei Profis können es auch 100 km/h sein. Lipton vermutet, dass bei zu heftigen oder zu häufigen Kopfbällen Nervenfasern im Gehirn reißen können.

Lipton untersuchte Hirne der Fußballer mit der Diffusions-Tensor-Bildgebung

Er belegt diese Aussagen mit einer Studie an 34 Amateurfußballern, die im Schnitt 31 Jahre alt und seit ihrer Kindheit begeisterte Spieler waren. Er fragte die Kicker, wie oft sie pro Spiel köpften und errechnete daraus die Gesamtzahl der abgeleisteten Kopfbälle.

Außerdem untersuchte Lipton die Hirne der Spieler mit Hilfe der sogenannten Diffusions-Tensor-Bildgebung. Das ist eine Spezialform der Kernspintomografie. Mit ihr kann die Bewegung von Wassermolekülen im Körpergewebe sichtbar gemacht werden. Weil Wasserfluß von Mebranen behindert wird, kann dieses Verfahren indirekt auch die Kabelstränge der Nervenzellen im Hirn sichtbar machen.

Einige Fußballer besitzen Gehirn-Läsionen wie bei einem akuten Schädel-Hirn-Trauma

Lipton konnte feststellen, dass Spieler mit über 1500 Kopfbällen in ihren Hirnen Läsionen wie bei einem akuten Schädel-Hirn-Trauma haben. Außerdem wiesen die stärksten Kopfballer auch die größten Schwächen im verbalen Gedächtnis und bei der psychomotorischen Geschwindigkeit auf.

"La Ola" gegen Rückenschmerzen

Einsicht in Fußballstadion, London
Emirates Football Stadium View © Amrit G - www.fotolia.de

Die Fußball-Europameisterschaft erfordert nicht nur von den Spielern große Ausdauer, sondern auch von den Zuschauern, ob im Stadion, beim Public Viewing oder vor dem Fernsehgerät.

Langes Stehen oder Sitzen ist nicht gut für den Bewegungsapparat. Das Verharren in einer Haltung sorgt für Probleme im Rücken. Es ist daher sinnvoll, so oft es geht, die Haltung zu ändern. Es müssen keine großen Veränderungen sein, selbst minimale Bewegungen helfen schon.

Wer bei einem Konzert, während einer Zugfahrt oder einem Stadionbesuch über einen längeren Zeitraum stehen musste, weiß, dass diese Position für den Rücken auf Dauer nur schwer zu bewältigen ist. Auch hier sollte man sich, wenn irgend möglich, bewegen, selbst Minibewegungen sollte man nutzen.

Im Stadion sollten sich Fans der "La Ola" nicht verschließen. Wenn die Welle durch das Stadionrund saust, lockert das Auf und Ab die Schultern. Freudensprünge entlasten die Bandscheiben und beleben den Kreislauf. Wer steht, sollte sein Gewicht häufig von einem Bein auf das andere verlagern. Sich abwechselnd auf die Zehenspitzen und auf die Fersen zu stellen, entlastet ebenfalls den Rücken. Auch ein wenig Hüpfen kann nicht schaden. Und wenn dabei auch noch ein Tor fällt, umso besser!

Todesursache Fußball? Nationalspieler leben fast zwei Jahre kürzer als der Durchschnitt

Unterköper zweier Fußballspieler, beide versuchen den Fußball zu treffen
Futbol. Disputa de balon © Maxisport - www.fotolia.de

Manche Forscher beschäftigen sich mit wirklich kuriosen Fragen. So analysieren Forscher der Universität Halle-Wittenberg nun die Geburtstage und Sterbedaten von insgesamt 812 Fußballspielern, die zwischen 1908 und 2006 in der deutschen Nationalelf spielen. Dabei kamen sie zu der Erkenntnis, dass die Fußballer im Durchschnitt 1,9 Jahre eher starben als der Durchschnittsdeutsche. Je jünger der Spieler beim ersten Länderspiel war, umso jünger war er auch bei seinem Tod.

Die Forscher vermuten als Grund die schlechtere medizinische Versorgung der Sportler in früheren Jahrzehnten und der allgemein niedrigeren Lebenserwartung der Menschen. Wer nach dem letzten absolvierten Länderspiel noch 25 Jahre lebte, brachte es immerhin schon auf eine nur noch sechs Monate kürzere Lebenserwartung. Heute dürfte sich die Lebenserwartung der Fußballnationalspieler der der allgemeinen Bevölkerung weitestgehend angepasst haben.

Sportmediziner warnt davor, in der Mittagshitze Fußball zu spielen

Beine von Fußballern in gelben Trikots mit Fußball
fussball © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Das Spiel der Deutschen gestern gegen die Niederlande war wieder eine sehr gute Werbung für den Fußballsport an sich. Viele junge Menschen werden in diesem Sommer Lust haben, selber zu kicken. Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln weist jedoch darauf hin, dass man bei heftiger Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit nicht unbedingt draußen Fußball spielen sollte.

Die große Hitze könnte zu einer Austrocknung des Körpers führen. Diese zeige sich durch Schwindel, Unwohlsein und Übelkeit. Besser sei es, abends Fußball zu spielen, wenn die Sonne nicht mehr ganz so hoch am Himmel steht. Außerdem sei es an den heißen Tagen im Sommer sehr wichtig, viel zu trinken, so Froböse.

Hierzu empfiehlt er vor allem ganz normales Wasser. Das sei der beste, billigste und verträglichste Durstlöscher für die heißen Tage. Hoffentlich gibt es diesen Sommer überhaupt genug heiße Tage. Letztes Jahr war es ja nicht gerade sommerlich auf den deutschen Fußballplätzen.

Beim Fußball Schienbeinschoner tragen

Ausschnitt Frauenbeine beim Fußballspiel auf Rasen
Girl fighting for Soccer Ball © Destinyvp - www.fotolia.de

Ob als Hobby oder Profisport - wer regelmäißg Fußball spielt weiß, wie schnell es zu Stürzen kommen kann, die zum Teil schwere Verletzungen mit sich ziehen können. Besonders betroffen ist bei diesem Sport das Sprunggelenk. Doch auch an Händen und Armen kann es schnell zu Verletzungen kommen, beispielsweise zu Schürfwunden.

Mit diesen wird man sich wohl oder übel arrangieren müssen, denn eine gewisse Bewegungsfreiheit ist beim Fußball sehr wichtig und somit kann man nicht jede Körperregion mit Schonern schützen. Doch empfehlenswert sind auf jeden Fall Schienbeinschoner, die zum Beispiel Tritte der Mitspieler abdämpfen. Viel ausgeben muss man dafür nicht; die Schoner bekommt man bereits für einen Kaufpreis von unter zwanzig Euro.

Psychische Erkrankungen bei Fußball-Profis - Betreuung muss verbessert werden

Junger Mann in grauem Shirt sitzt bei einer blonden Psychologin mit Kugelschreiber
Young man on reception at psychologist © Africa Studio - www.fotolia.de

Nachdem am vergangenen Wochenende die neue Saison der Fußball-Bundesliga startete, nimmt für die Profis gleichzeitig der Leistungsdruck sowie emotionale Stress wieder zu.

Obwohl viele Vereine dieses Thema totschweigen, erkranken die Berufsfußballer wegen den seelischen, sozialen sowie körperlichen Belastungen immer wieder an Burn-Out oder müssen mit starken Depressionen kämpfen.

Besonders tragisch war der Tod des ehemaligen Nationaltorwart Robert Enke im Jahr 2009, der ebenso an starken Depressionen litt und sich vor einen Zug geworfen hatte. Kurz danach wollten sowohl der DFL als auch der DFB offener mit psychischen Erkrankungen umgehen, wovon bislang jedoch immer noch nichts zu spüren ist. Viele Fußballer wollen ihr Leiden zudem nicht öffentlich machen, da sie oftmals Angst haben, dass dieses Outing ihre Karriere gefährden könne.

Gerade deshalb müsse laut der Spielergewerkschaft die psychologische Betreuung der Profifußballer verbessert werden, damit man Erkrankungen frühzeitig und vor allem professionell behandeln kann.

Fußball kann zu Hirnschäden führen: Viele Kopfbälle führen zu Verletzungen

Dunkelhaariger Junge in Fußballkleidung springt und macht Kopfball
soccer football player making header © Michael Flippo - www.fotolia.de

Fußballer dürfen auf dem Platz nach allen Regeln der Kunst mit Kopfbällen arbeiten und gerade diese kunstvolle Annahme von Bällen oder das Weitergeben des Balls führt gern zu rasendem Applaus.

Nun haben Forscher jedoch herausgefunden, dass die vielen Ballkontakte mit dem Kopf zu Schäden im Gehirn führen können. Dies kam heraus, nachdem man mit 37 Männern, die als Amateur-Kicker bekannt waren, einen Versuch durchgeführt hatte.

Alle Teilnehmer waren bereits seit mindestens 22 Jahren Fußballer und wurden intensiv untersucht. Darüber hinaus wurde für ein ganzes Jahr mitgezählt, wie viele Kopfbälle jeder beim Training und bei Spielen getätigt hat. Dabei hatte der Teilnehmer mit den wenigsten Kopfbällen gerade einmal 32 gezählt und der Teilnehmer mit den meisten Kopfbällen ganze 5.400 Stück.

Dies hatte, so zeigten die Untersuchungen des Gehirns, klare Auswirkungen auf das empfindliche Organ. Wer viele Kopfbälle getätigt hatte, bei dem war es zu einem Rückgang von Gehirnmasse gekommen. Man konnte klar nachweisen, dass Schäden in den Okzipitallappen und in den Temporallappen entstanden waren. Diese befinden sich relativ weit hinten im Kopf und passen zu den Kopfbällen. Diese werden zwar meist mit dem vorderen Kopfteil angenommen, aber in der Medizin gilt der sogenannte "Coup-Contre-coup-Mechanismus". Das bedeutet, dass oft zu beobachten ist, dass bei Hirnverletzungen meist genau der gegenüberliegende Teil der eigentlichen Aufprallregion verletzt wird.

Die Kopfbälle beeinträchtigten aber nicht bei allen Fußballern die Hirnfunktion. In der Studie konnte ein Schwellenwert von 1.800 Kopfbällen ermittelt werden. Das bedeutet, dass ab dieser Menge Kopfbällen im Jahr das Gehirn an Leistungskraft einbüßt. Das zeigte sich in den Gedächtnistests, die man anschließend mit den Probanden machte.

Fußball: Italienische Studie gibt Aufschluss über das tatsächliche Verletzungsrisiko auf Kunstrasen

Ausschnitt eines Fußballplatzes
Fußballplatz © mirpic - www.fotolia.de

In den letzten Jahren findet man in Fußballstadien verstärkt Kunstrasen vor, da er günstiger, pflegeleichter und witterungsbeständiger als Naturrasen ist. Allerdings genießt er bei Rasensportlern, ob nun Fußballern, Feldhockeyspielern und dergleichen mehr, den Ruf, dass mit ihm deutlich höheres Verletzungsrisiko einhergehe.

Verletzungsgefahr ist bei beiden Bodenbelagarten ähnlich hoch

Wie nun aber eine beim Orthopäden-Kongress in New Orleans vorgestellte Studie von italienischen Wissenschaftlern, die im Verlauf der Saison 2011/2012 die Häufigkeit und Art der Verletzungen, die sich während 1310 Spielstunden auf natürlichem Rasen und 1270 Stunden auf Kunstrasen bei italienischen Spielern der ersten Liga ereigneten, verglichen, nahelegt, scheint das Verletzungsrisiko beim Fußball bei beiden Bodenbelagarten identisch zu sein.

Geringe Differenz und ähnliche Verletzungen

Zwar hätten sich pro 1000 Spielstunden auf Kunstrasen tatsächlich mehr Verletzungen ereignet. Allerdings sei die Differenz mit 20 zu 23 so gering gewesen, dass man sie als eine bei Statistiken übliche Abweichung einstufen müsse. Zudem hätten sich die jeweiligen Verletzungen zu sehr geähnelt, als dass man auch diesbezüglich von einem erhöhten Risiko sprechen könne.

Bei besagten Verletzungen habe es sich übrigens zu 50 Prozent um mehr oder minder schwere Muskelzerrungen gehandelt.

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    Der Siegeszug des Fußballs

    Fußball kann auf eine langjährige Geschichte zurückblicken. Schon im 4. Jahrhundert vor Christus übten die alten Chinesen ein Fußballähnliches Spiel aus, dass sie Zu Qiu nannten.

    Fußball in England

    Als Mutterland des Fußballs wird allerdings England angesehen, wo man es bereits im Mittelalter spielte. Da es dabei jedoch ziemlich ruppig zuging, kam es mehrmals zu Verboten durch den englischen König.

    Es dauerte daher bis ins 19. Jahrhundert, bis Fußball den Durchbruch auf der britischen Insel schaffte. Im Jahr 1848 verfasste man die ersten Regeln des Fußballsports an der Universität von Cambridge. Zu dieser Zeit konnten noch 15 bis 20 Spieler auf dem Feld agieren.

    1857 gründete man schließlich mit dem Sheffield F.C. den ersten Fußballverein der Welt.

    "Kick it Out" - England bekommt eine App gegen Rassismus im Fussball

    Fans im Fußball-Stadion aus unterschiedlichen Ländern jubeln
    Supporters from Multiple Countries at Stadium All Together © william87 - www.fotolia.de

    Im Fussball kommt es leider immer wieder zu rassistischen Beleidigungen gegen Spieler und Fans. Vor allem in England hat es in der Vergangenheit immer wieder derartige Vorkommnisse gegeben.

    Um den Rassismus im Fussball in Zukunft zu unterbinden hat eine britische Organisation nun die "Kick it Out"-App auf den Markt gebracht, mit deren Hilfe Spieler und Fans rassistische Ereignisse schnell, unkompliziert und bei Bedarf auch anonym melden können. Die Organisation wird die Beschwerden dann sofort an die entsprechenden Verbände, an Ligaverantwortliche oder an die Polizei weiterleiten.

    Football Association

    England wird vor allem deshalb als Mutterland des Fußballs angesehen, da dort im Jahre 1863 in London der Fußballverband FA (Football Association) ins Leben gerufen wurde. Der Verband förderte mit seinem detaillierten Regelwerk die Entwicklung des Fußballs insgesamt.

    So modifizierte man 1866 die Abseitsregel und legte die Anzahl der Feldspieler auf elf fest. Darüber hinaus wurde den Feldspielern das Handspiel verboten. Durch diese Regeln grenzte man Fußball vom Rugby Football ab, das seinerzeit überaus populär war.

    1872 kam es in Glasgow zum ersten Länderspiel der Fußballgeschichte. Dabei trennten sich Schottland und England 0:0. Ebenfalls im Jahr 1872 rief mit man dem FA-Cup den ersten nationalen Fußballwettbewerb ins Leben. 1888 kam es zur Gründung der ersten englischen Fußball-Profiliga.

    Stürmer aus dem Niger schlechtester Fußballer der Welt 2011

    Füße eines Fußballers auf Wiese, ein Fuß auf Ball gestützt
    football player with a soccer ball on soccer pitch © Forgiss - www.fotolia.de

    Dies ist ein Preis, auf den niemand stolz ist: der Ballon de Plomb, der Bleierne Ball. Ihn erhält der Fußballspieler, der auf und neben dem Platz mit katastrophalen Leistungen und schlechtem Verhalten auf sich aufmerksam macht. In diesem Jahr erhält ihn Moussa Maazou, ein 23-jähriger Nationalspieler aus dem Niger. Ihm wird die zweifelhafte Ehre zuteil, der schlechteste Fußballspieler der Welt zu sein.

    Seine "Karriere" begann bei dem russischen Erstligisten ZSKA Moskau. Dort gelang es ihm nicht, sich einen Stammplatz zu sichern. Maazou wechselte nach Frankreich, zu Girondins Bordeaux. Dort erzielte er lediglich einen Treffer und sorgte für Schlagzeilen, als er sich in Interviews beklagte, nie angespielt zu werden. Mit seiner Äußerung: "Hier aber muss man passen und das alles... Wir spielen Fußball. Es ist schwieriger", sorgte er für große Erheiterung bei den Fans.

    Nachdem Bordeaux seinen Vertrag aufgelöst hatte, versuchte der 23-Jährige sein Glück beim Ligakonkurrenten AS Monaco. Seine Reise trat er mit einem Mietwagen an, den er einfach behielt. In seinem ersten Match für seinen neuen Klub zog er sich einen Kreuzbandriss zu und fiel sechs Monate aus. Am Saisonende stieg Monaco aus der 1. Liga ab.

    Anschließend wagte Maazou sein Glück in Belgien, bei SV Zulte Waregem. Dort traf er verspätet ein. Nach der Qualifikation mit Niger für den Afrika-Cup verschwand er für zehn Tage spurlos. Wegen diverser Undiszipliniertheiten spielte er in der Hinrunde lediglich viermal. In der Winterpause verbannte ihn der Trainer in die zweite Mannschaft.

    Doch nach dem katastrophalen Jahr 2011 hat Maazou in diesem Jahr vielleicht mehr Erfolg. Zuerst entließ Waregem den Trainer, danach erhielt der Stürmer aus dem Niger eine Einladung, um für sein Heimatland beim Afrika-Cup anzutreten.

    Fußball in Deutschland

    Nach Deutschland gelangte Fußball erstmals 1874 durch den Lehrer Konrad Koch (1846–1911). Es dauerte jedoch eine Weile bis die Ballsportart in Deutschland zu gesellschaftlicher Anerkennung gelangte, da seinerzeit das Turnen in Schulen und beim Militär fester Bestandteil der Leibesertüchtigung war.

    Deutscher Fußballbund

    Im Jahr 1900 kam es dann in Leipzig schließlich zur Gründung des DFB (Deutscher Fußballbund) und drei Jahre später konnte die erste Deutsche Meisterschaft stattfinden, die sich der VfB Leipzig durch einen 7:2-Erfolg gegen den DFC Prag sicherte.

    Federation Internationale de Football Association (FIFA)

    Nur ein Jahr später wurde in Paris der Weltfußballverband FIFA (Federation Internationale de Football Association) gegründet. Dieser stellte international verbindliche Regeln auf und organisierte Länderspiele. So wurde u.a. der direkte Freistoß eingeführt. 1904 gilt daher als Geburtsstunde des modernen Fußballs.

    Bis zur Austragung der ersten Fußball-Weltmeisterschaft dauerte es allerdings noch bis 1930. Erster Weltmeister wurde Gastgeber Uruguay.

    Geschichte und Organisation des Weltfußballverbands (FIFA)

    Beinahe täglich wird rund um den Globus zumindest ein Pflichtspiel ausgetragen. Doch der Ball kann dabei nur rollen, wenn der Weltverband und somit die FIFA die Erlaubnis dafür erteilt. Das Gremium ist das größte seiner Art weltweit und mit entsprechendem Einfluss gesegnet – es trägt ebenso aber eine erhebliche Verantwortung.

    Wer ist die FIFA?

    Jeder Spieler, jeder Verein und alle wie auch immer organisierten Verbände des Fußballs sind in einem weltumspannenden Gremium organisiert. Dabei handelt es sich um die Internationale Föderation des Verbandsfußballs und somit um die FIFA. Der Dachverband wurde im Jahre 1904 gegründet und leitet seine Geschäfte aus der Schweizer Stadt Zürich.

    Bereits zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatten sich einige nationale Verbände zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Wettbewerbe planen zu können, sich ebenso aber einem verpflichtenden Regelwerk zu unterwerfen, das für alle Mitglieder gelten sollte.

    Heutzutage ist es dagegen nicht mehr möglich, Profifußball außerhalb des Geltungsbereichs der FIFA zu spielen, Transfers zu tätigen oder eine Übertragung im Rundfunk zu organisieren. Der Dachverband ist somit stärker als je zuvor.

    Das Verhältnis zu den kleineren Verbänden

    Die FIFA ist zwar in nahezu allen Belangen des Weltfußballs federführend, überlässt in vielen Einzelfällen aber den kontinentalen Verbänden die Verantwortung. Das geschieht vor allem deshalb, weil es etwa zwischen Europa und Afrika oder zwischen Asien und Australien zu erheblichen Unterschieden kommen kann.

    Nicht auf jedem dieser Erdteile ist die Sportart beliebt, nicht auf jedem von ihnen können die großen Vereine finanziell aus dem Vollen schöpfen. Wichtig ist es daher, zwar eine einheitliche und vor allem übergeordnete Linie durch den Weltverband vorzugeben, diese aber durch die kontinentalen Verbände jeweils für sich genommen so auszugestalten, dass jedem dazugehörigen Verein geholfen ist und es zumindest innerhalb eines Kontinents nicht zu sportlichen oder wirtschaftlichen Quantensprüngen kommt. Es werden gleiche Bedingungen angestrebt.

    Die nationalen Verbände als unterste Instanz

    Innerhalb des dreistufigen Aufbaus der FIFA, an deren Spitze der Weltverband an sich steht und dem die kontinentalen Verbände wie etwa die Vereinigung Europäischer Fußballverbände (UEFA) unterstehen, befinden sich die nationalen Verbände auf der untersten Stufe. Beispielhaft sei hier der Deutsche Fußballbund (DFB) genannt.

    Er organisiert eigene Länderspiele und gibt die Maßstäbe jener Wettbewerbe vor, die auf Ebene der Vereine stattfinden. Die nationalen Verbände sind somit den Weisungen der kontinentalen Verbände unterworfen, die wiederum auf das Geheiß der FIFA agieren.

    Jeder dieser Instanzen ist es somit möglich, die große und weltumspannende Idee des Fußballs auf jeden Verein und jede Stadt auszulegen, erhebliche Unterschiede zu vermeiden und damit vergleichbare Systeme herzustellen.

    Der Dachverband des Fußballs (FIFA) gibt alle Regeln im Weltfußball vor
    Der Dachverband des Fußballs (FIFA) gibt alle Regeln im Weltfußball vor
    Das Präsidium der FIFA

    Entscheidend für sämtliche Anordnungen, die der Dachverband erteilt, ist das letzte Wort des Präsidenten. Dieser steht über allen Gremien, kann eigene Ideen einbringen und zur Abstimmung stellen und verfügt über einen erheblichen Einfluss.

    Zwar kann auch er in dem demokratischen Aufbau der FIFA jeweils überstimmt werden, doch geht die eigentliche Politik des Gremiums von dem Präsidenten aus. Am 26. Februar 2016 wurde Infantino zum Präsidenten des Weltfussballverbandes FIFA gewählt und trat die Nachfolge von Sepp Blatter an.

    Blatter machte sich stets dafür stark, den Fußball auch in solche Regionen zu tragen, in denen er traditionell nicht allzu bekannt ist. So haben Weltmeisterschaften unter Blatters Führung bereits in Asien und Südafrika stattgefunden und werden im Jahre 2022 auch den arabischen Raum erreichen.

    Die zweite Führungsebene

    Bis zu Blatters Aufstieg in den Rang des Präsidenten galt der sogenannte Generalsekretär der FIFA als starker Mann des Weltfußballs. Er traf die Entscheidungen und war im politischen Bild mit dem Bundeskanzler vergleichbar, der sich der Tagespolitik annimmt.

    Demgegenüber hatte der Präsident die dem Bundespräsidenten ähnliche Funktion inne, die eingeschlagenen Wege durch seine Zustimmung zu ebnen. Formal war daher der Präsident der entscheidende Faktor im Weltfußball, faktisch lenkte jedoch der ihm untergebene Generalsekretär die Geschäfte. Das änderte sich erst durch Blatters Berufung an die Spitze der FIFA.

    Zwar existiert mit Fatma Samoura auch jetzt noch eine solche Generalsekretärin, doch übernimmt sie eher die beratenden Tätigkeiten, steht Infantino somit also zur Seite.

    Die einzelnen Gremien

    Erst unterhalb des Generalsekretariats beginnen in der FIFA jene Arbeiten, die die geschaffenen Grundsätze und Vorgaben in die tägliche Arbeit der Verbände und Vereine eingliedern.

    Hauptsächlich handelt es sich dabei um zwei Instanzen: Einerseits um die Rechtsabteilung, die alle Entscheidungen auf ihre Zulässigkeit hin überprüft, demgegenüber aber auch Lizenzen an die nationalen Verbände veräußert und es somit selbst neu erschaffenen Vereinen ermöglicht, sich dem Weltverband anzuschließen.

    Andererseits befindet sich die Kommunikationsabteilung auf dieser dritten Ebene. Hier wird jede Form der Öffentlichkeitsarbeit gewährleistet, wodurch sämtliche Entscheidungen, Neuigkeiten und Informationen nicht nur weltweit verkündet, sondern allen Beteiligten auch sehr schnell übermittelt werden können.

    Ebenso sorgt dieses Gremium für eine gewisse Transparenz innerhalb des Dachverbandes – jedes Vorgehen kann überprüft werden.

    Die Aufgaben der FIFA

    Allerdings wird selbst bei der Betrachtung dieses Aufbaus noch nicht deutlich, worin die tägliche Arbeit des Dachverbandes eigentlich liegt. Dieser kümmert sich zunächst um einheitliche Vorgaben für alle ihm unterstehenden Verbände und Vereine – er passt den Fußball also einem bestimmten Maßstab an, der für alle Mitglieder gilt.

    Daneben behält er die Finanzen im Auge, ist an den entscheidenden und kontrollierenden Aspekten der Verbände beteiligt und überwacht somit deren Vorgehen. Das dritte Standbein des Weltverbandes wird im Marketing sowie der Veräußerung jener Rechte gesehen, durch die eine Fernsehanstalt die Spiele und Turniere überhaupt übertragen darf.

    Die letzte Säule der FIFA ist gleichzeitig ihre Wichtigste: Das Gremium steht allen Wettbewerben vor. Das bedarf jedoch eines tieferen Einblicks.

    Die Wettbewerbe der FIFA

    Nicht jedes Spiel, das auf der Welt organisiert wird, obliegt der FIFA. Aber alle Wettbewerbe, die rund um den Globus stattfinden, werden von dieser in letzter Instanz beaufsichtigt.

    Gerade die Weltmeisterschaften, zu denen jene für die Herren, die Damen und die Jugendlichen zählen, werden alleine unter der Regie des Weltverbandes ausgetragen. Hier wird entschieden, welchem Gastgeber ein solches Turnier übertragen wird, wie viele Nationen teilnehmen können, welche Sponsoren die Finanzierung sichern oder welche Fernsehanstalten die Partien senden. Solche Weltmeisterschaften sind für den Dachverband ein Milliardengeschäft.

    Etwas geringer geht es dagegen bei den Freundschafts- und Benefizspielen zu, die ebenfalls der FIFA unterstehen. Nur auf diese Weise ist gesichert, dass beinahe täglich irgendwo auf der Welt wenigstens ein Pflichtspiel stattfinden kann.

    Fifa erlaubt Turbane: Fußballer dürfen künftig mit Kopfbedeckung auflaufen

    Künftig dürfen Profi-Fußballer mit einem Turban auflaufen, das hat der Weltfußballverband Fifa bekannt gegeben. In Kanada hatte vorher Unklarheit geherrscht, ob diese religiöse Kopfbedeckung im Fußball erlaubt ist.

    Die Fifa hat daraufhin klar gestellt, dass professionelle Fußballer während des Spiels Kopfbedeckungen tragen dürfen, solange diese in der selben Farbe wie das Trikot gehalten sind. Als weitere Bedingungen hat der Weltfußballverband festgelegt, dass von den Turbanen keine Verletzungsgefahr ausgeht, sie nicht mit dem Stoff des Hemds verbunden sind und das professionelle Erscheinungsbild nicht beeinflussen. Turbane werden vor allem von Anhängern der Sikh-Religion getragen.

    Weltfußballverband FIFA will vom eigenen Transfersystem TMS finanziell profitieren

    Fliegende Euroscheine auf blauem Hintergrund, Geld
    Flying money © Fantasista - www.fotolia.de

    Gerade in der Sommerpause wechseln viele Fußballer den Verein. Dabei fließen nicht selten Ablösesummen in Millionenhöhe. Auch Spielerberater verdienen meist eine Menge Geld, wenn ihr Schützling zu einem anderen Klub geht.

    Der Transfer von Spielern im Profi-Fußball ist zu einem hochkomplexen Geschäft geworden. Mitunter nutzen Vereinsfunktionäre Spielerverkäufe, um dabei Geld aus verdächtigen Quellen zu waschen. Nun will der Weltfußballverband FIFA transparentere Strukturen schaffen. Dabei macht die Organisation selbst ein gutes Geschäft.

    Die FIFA hatte im Jahr 2012 insgesamt 11.552 grenzüberschreitende Transfers registriert. Dabei sind umgerechnet insgesamt 1,9 Milliarden Euro an Transfergeldern geflossen. Dies gab die FIFA-Tochterfirma Transfer Matching System GmbH (FIFA TMS) bekannt.

    FIFA-Präsident Joseph Blatter gründete die Firma wegen des wenig transparenten Systems aus Handgeldern und Provisionen. Seit dem 1. Oktober 2010 sind alle Vereine der 209 FIFA-Mitgliedsstaaten aufgefordert, jeden grenzüberschreitenden Transfer der FIFA TMS über ein Online-System mitzuteilen. Erst wenn beide Klubs genau übereinstimmende Informationen abgeben, erteilt das TMS den erforderlichen internationalen Freigabeschein. So soll Geldwäsche effizient bekämpft und Minderjährige bei Transfers besser geschützt werden.

    Der Verband schränkt selbst ein, dass es sich häufig um Machenschaften handele, die die Zuständigkeit und Möglichkeiten einer Sportorganisation übersteigen würden. Dennoch, so ein Vertreter von FIFA TMS, arbeite man darauf hin, dass Transferkompensationen direkt vom einen Klubkonto auf ein anderes Klubkonto fließen.

    Doch auch die FIFA handelt bei dem von ihr installierten System nicht uneigennützig. So sollen tiefschürfende Datenanalysen über Spieler bis hinunter auf Länderebene demnächst von ihrer Tochterfirma zum Kauf angeboten werden. Die Beurteilungen könnten Klubmanagern einen zielgerichteteren und effizienteren Einkauf von Fußballern ermöglichen. Wie in einem Computerspiel könnten Fußballer mit einem Mausklick gesichtet werden. Verdienen würde dabei auch die FIFA.

    Der europäische Fußballverband UEFA

    UEFA ist die Abkürzung für Union of European Football Associations und bedeutet übersetzt Vereinigung Europäischer Fußballverbände. Zur UEFA zählen 53 Nationalverbände, von denen jedoch nicht alle geographisch zu Europa gehören. Darüber hinaus ist der Fußballverband einer von sechs Kontinental-Föderationen der FIFA (Federation Internationale de Football Association).

    Geschichte und Mitglieder

    Ins Leben gerufen wurde die UEFA am 15. Juni 1954 im schweizerischen Basel. Bis 1959 hatte der Verband seinen Sitz in Paris, dann zog er nach Bern um. In der heutigen Zeit liegt der Verwaltungssitz im schweizerischen Nyon.

    Die UEFA wurde 1954 in der Schweiz gegründet
    Die UEFA wurde 1954 in der Schweiz gegründet

    Geführt wird die UEFA von einem Präsidenten, der zugleich auch Vizepräsident der FIFA ist. Am 14. September 2016 wurde Aleksander Čeferin zum neuen Präsidenten der UEFA gewählt. Der UEFA-Präsident ist zugleich automatisch Vizepräsident der FIFA. Zur Seite steht dem Präsidenten ein Generalsekretär, der sich um das Tagesgeschäft kümmert. Dieses Amt hat seit März 2016 der Grieche Theodore Theodoridis (Interims-Generalsekretär) inne.

    Als Aufsichtsgremium dient das Exekutivkomitee, das aus 16 Mitgliedern zusammengesetzt wird. Dazu gehört auch der Präsident. Außerdem wählt man vier Vizepräsidenten sowie einen Schatzmeister. Jedes Komiteemitglied hat eine Amtszeit von vier Jahren. Offizielle Sprachen der UEFA sind Französisch, Englisch und Deutsch.

    Die UEFA umfasst derzeit 55 Mitglieder. Als bislang letztes Mitglied kam 2016 der Kosovo hinzu. An Wettbewerben, die von der UEFA durchgeführt werden, dürfen nur ordentliche Mitglieder des Verbandes teilnehmen. Eine Ausnahme stellt Großbritannien dar. Dieses Land darf aus historischen Gründen diese vier Verbände stellen:

    1. England,
    2. Schottland,
    3. Wales und
    4. Nordirland.

    Zur UEFA gehören aber auch Mitglieder, die geographisch nicht zu Europa zählen, wie zum Beispiel Israel oder Kasachstan, was nach den UEFA-Statuten möglich ist.

    Die Wettbewerbe der UEFA

    Die UEFA richtet zahlreiche Wettbewerbe für Nationalmannschaften und Vereine aus. Der größte und bekannteste Wettbewerb ist die Fußball-Europameisterschaft, an der alle vier Jahre 16 National-Teams teilnehmen können. Die Fußball-Europameisterschaft 2020 findet, als 16. Austragung des Wettbewerbs, in 13 europäischen Städten in 13 europäischen Ländern statt. Darüber hinaus gibt es auch eine Europameisterschaft der Frauen sowie diverse Junioren-Europameisterschaften.

    Auch für Vereinsmannschaften richtet die UEFA Jahr für Jahr verschiedene Wettbewerbe aus. Dazu gehören die UEFA Champions League, die UEFA Europa League, die früher als UEFA-Pokal bekannt war, der UEFA Super Cup sowie die UEFA Women's Champions League.

    Eingestellt wurden dagegen die Wettbewerbe Europapokal der Pokalsieger und der UEFA Intertoto Cup. Ebenfalls zuständig ist die UEFA für Futsal. So gibt es eine Futsal-Europameisterschaft sowie den UEFA Futsal Cup.

    Spieleragent aus Belgien klagt gegen Financial Fairplay der UEFA

    Nahaufnahme Euroscheine und Münzen auf Tisch, Geld
    Money - Euro banknotes - Euros © c - www.fotolia.de

    Daniel Striani ist nicht einverstanden mit den neuen Financial Fairplay-Regeln des europäischen Fußballverbands (UEFA)und hat daher Klage eingereicht.

    Der belgische Spielerberater befürchtet sinkende Einnahmen seiner Berufsgruppe. Die Vereine hätten aufgrund der Bestimmungen weniger Geld für Transfers und Spielerberater zur Verfügung, wie Striani mitteilte.

    Die UEFA sieht sich mit den neuen Regeln hingegen in Einklang mit dem geltenden Recht. Zudem stünden sowohl die Vereine und die Profi-Spielervereinigung als auch das Europäische Parlament und die Europäische Kommission hinter dem Financial Fairplay. Dieses schreibt den Vereinen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben vor und beschränkt somit die Tätigkeit von reichen Investoren in Europas Fußballligen.

    Transfer-Zahlungen im europäischen Fußball erreichen Rekordhöhe

    Ausschnitt Tor auf Fußballplatz
    goal detail © Tinka - www.fotolia.de

    Fußball ist kein Millionengeschäft mehr, es geht um Milliarden. Allein in der aktuellen Spielzeit investierten die europäischen Klubs 3,4 Milliarden Euro für Transfers – so viel wie nie zuvor.

    Teuerste Transfers in der britischen Premier League

    Spitzenreiter im Geldausgeben ist die britische Premier League, 63 der 150 Mega-Deals mit einer Transfersumme von mehr als 15 Millionen Euro wurden in England ausgehandelt. Aber auch die Bundesliga holt auf.

    Insgesamt liegen die deutschen Vereine mit ihren Transferkosten im Mittelfeld. Bei den Toptransfers nehmen sie den sechsten Platz ein. Neben Bayern München und Borussia Dortmund leistet sich nur der VFL Wolfsburg Spieler für mehr als 15 Millionen Euro.

    Einnahmen der Bundesligavereine

    Auf der Einnahmeseite steht die Bundesliga allerdings besser da. 2012 verdienten die 18 deutschen Vereine mit durchschnittlich 108 Millionen Euro mehr als die italienische und spanische Konkurrenz. Nur die Engländer kassierten mit 139 Millionen noch mehr. Und sie zahlten auch die höchsten Gehälter. Die Spieler der Startelf von Manchester United kassieren im Schnitt sechs Millionen Euro pro Jahr.

    Die wichtigste Einnahmequelle für die Fußball-Ligen ist das Fernsehen. Für den neuen Live-Rechte-Vertrag zahlt Sky der Bundesliga knapp zwei Milliarden Euro. Nur 18 Prozent der Einnahmen stammen noch aus dem Geschäft in den Stadien.

    UEFA geht rigoros gegen Rassismus im Fußball vor

    Pyrolichter bei Fußballturnier, jubelnde Fans in Menschenmenge
    Soccer match between Partizan and Red Star © nemar74 - www.fotolia.de

    Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will dem Treiben von Rassisten auf dem Rasen und im Stadion energisch Einhalt gebieten. So sollen Spieler, denen auf dem Rasen rassistische Vorfälle nachgewiesen werden, künftig für mindestens zehn Spiele gesperrt werden, wie UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino mitteilte.

    Ebenso drohen den Vereinen, deren Zuschauer mit rassistischen Pöbeleien auffällig werden, in Zukunft harte Sanktionen. Im Gespräch sind Teil-und Ganzausschlüsse von Zuschauern. Die neuen Regeln, die bereits in der kommenden Saison angewendet werden könnten, sehen auch einen größeren Handlungsspielraum der Schiedsrichter vor.

    Diese sollen Spiele, bei denen es zu rassistischen Vorfällen kommt, unverzüglich abbrechen. Rassistische Vorfälle, vor allem in Italiens Stadien, haben in der letzten Zeit zugenommen.

    UEFA plant Nations League: Neuer Modus für Länderspiele

    Die Europäische Fußball-Union (Uefa) plant weitere Neuerungen, so könnten die europäischen Nationalmannschaften künftig in einer sogenannten Nations League gegeneinander antreten. In der Nations League würden die 54 Nationalteams in acht bis neun Gruppen um die Qualifikation zur Europameisterschaft spielen. Die Gruppen sollen sich je nach Spielstärke der Teams zusammensetzen und Auf- und Abstiege ermöglichen. Am Ende der Qualifikation könnte der Nations League Sieger gekrönt werden. Test-Länderspiele würden mit der neuen Regelung hingegen der Vergangenheit angehören.

    Ziel der UEFA ist es, mit dem neuen Modell mehr Geld einzunehmen. Ab dem nächsten Jahr ist die UEFA verantwortlich für die Vermarktung von Pflicht-Länderspielen, eine Nation League verspricht höhere Einnahmen.

    Vor kurzem hatte der Verband bereits Reformen angedeutet. So sollen bei Fußball-Europameisterschaften ab 2020 nicht nur europäische Teams teilnehmen dürfen, sondern auch ausgewählte Gäste aus anderen Kontinenten. Im Gespräch sind Wildcards für Brasilien, Argentinien, Mexiko oder Japan.

    Frauen im Vormarsch - der deutsche Frauenfußball

    Nicht immer war Frauenfußball in Deutschland angesehen. Zwar wurde hierzulande schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Fußballvariante gespielt, doch wurde dieses Spiel als moralisch verwerflich eingestuft.

    Während in anderen europäischen Ländern in den 20er Jahren der Frauenfußball erstmals auf dem Vormarsch war, kam es in Deutschland dagegen sogar zu einem Verbot. Darüber hinaus wurden die Frauen auch nicht in Turnvereinen aufgenommen.

    Die sportbegeisterten Frauen ließen sich davon jedoch nicht entmutigen und riefen eigene Vereine ins Leben. Schließlich konnten auch die deutschen Frauen in den 20er Jahren Fußball spielen.

    Frauenfußballverbot durch den DFB

    Nachdem 1954 die deutsche Herren-Nationalmannschaft erstmals Fußball-Weltmeister wurde und das Interesse an der Ballsportart immer mehr anstieg, wollten auch die Frauen eine Nationalmannschaft gründen. So wurde 1955 ein Länderspiel zwischen einer deutschen und einer niederländischen Damen-Mannschaft ausgetragen.

    Der Deutsche Fußballbund (DFB) sah diese Entwicklung jedoch nicht gerne und untersagte auf seinem Bundestag am 30. Juli 1955 seinen Vereinen die Gründung von Damen-Fußballabteilungen. Die DFB-Gewaltigen, darunter Bundestrainer Sepp Herberger, vertraten die Ansicht, dass Fußball nicht für Frauen geeignet und spezifisch männlich sei.

    Der Beschluss des DFB konnte jedoch die Entwicklung des Frauenfußballs in den folgenden Jahren nicht aufhalten. Unermüdlich spielten die Fußballbegeisterten Frauen weiter, ohne jedoch dafür Anerkennung zu ernten. 1970 revidierte der DFB seinen Beschluss schließlich und machte das Frauenfußballverbot rückgängig.

    1970 wurde Das Frauenfußballverbot aufgehoben
    1970 wurde Das Frauenfußballverbot aufgehoben

    Bildung von ersten Frauen-Ligen

    Auf regionaler Ebene kam es rasch zur Bildung von ersten Frauen-Ligen. Ab 1981 wurde ein deutscher Pokal-Wettbewerb für die Frauen eingeführt, den die SSG 09 Bergisch Gladbach erstmals gewann. Ein Jahr später konnte auch endlich in Koblenz das erste offizielle Länderspiel ausgetragen werden. Dabei wurde die Schweiz mit 5:1 klar besiegt.

    Internationale Erfolge

    1989 wurden die deutschen Frauen erstmals Weltmeisterinnen
    1989 wurden die deutschen Frauen erstmals Weltmeisterinnen

    International aufhorchen ließen die deutschen Damen 1989, als sie erstmals Europameister wurden. Damit war auch der Weg für die Gründung der Frauenfußball-Bundesliga frei, die 1990 mit 20 Teams startete.

    Auch international befand sich der deutsche Frauenfußball weiter auf dem Vormarsch. So gewann die Nationalelf weitere EM-Titel sowie olympische Medaillen. Außerdem wurde das Team 2003 durch einen Sieg über Schweden erstmals Weltmeister und 2007 in China sogar erneut.

    Mit den Erfolgen wuchs auch langsam aber sicher das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien, die ihre Berichterstattung ausweiteten. 2011 durfte sich der deutsche Frauenfußball auf ein weiteres Highlight freuen. So fand vom 26. Juni bis 17. Juli die 6. Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland statt, bei der Japan als Sieger den Platz verließ.

    Auch bei der Weltmeisterschaft 2015 in Kanada konnten die Deutschen Fußballdamen nicht an die alten Erfolge anknüpfen und belegten den vierten Platz, der ihnen immerhin die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro einbrachte. Dort wurde die Mannschaft Olympiasieger.

    Ein Wiedersehen bei Freunden

    Seit den ersten zaghaften Versuchen mutiger Frauen den in nahezu allen europäischen Ländern beliebten Ballsport für sich zu erobern, hat sich einiges getan. Nachdem in den 30er Jahren die Nationalsozialisten das Frauenfußball verboten hatten, musste sich das vermeintlich schwache Geschlecht im Nachkriegsdeutschland gegen vorherrschende Ressentiments wehren, die sie in die stark limitierende Rolle der Hausfrau pressten.

    Mit der immer stärker werdenden Emanzipationsbewegung in den 60er Jahren, erhielt auch der Frauenfußball eine größere Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung. Zwar wurden anfänglich nur kleine Abteilungen in Vereinen gegründet, deren Zweck eher die körperliche Ertüchtigung als ein sportlich ambitionierter Spielbetrieb war. Aber immerhin erregten bereits die ersten Frauenfußballmannschaften soviel Aufsehen, dass sie zum Thema an den Stammtischen wurden. Aus den Anfangs eher spöttischen Bemerkungen und zum Teil grob sexistischen Parolen wurden Anerkennung und Respekt für die zunehmend größer werdende sportliche Leistungsfähigkeit der Fußball spielenden Damen.

    Das Jahr 1989 markiert einen wichtigen Wendepunkt für den Frauenfußball. In diesem Jahr wurde die Bundesliga eingeführt und die Frauennationalmannschaft konnte sich nicht nur erstmals für die Europameisterschaft qualifizieren, sondern sie auch gewinnen. In den 90er Jahren entwickelte sich Deutschland auch im Frauenfußball zur dominierenden Nation, was Joseph Blatter, dem damaligen FIFA-Präsidenten, 1995 zu der Aussage bewegte, dass die Zukunft des Fußballs weiblich sei. Dass sich seit dem Sieg der Weltmeisterschaft 2003 die Medienpräsenz des Frauenfußballs in Deutschland stark erhöht hat, ist nur folgerichtig und zollt der Leistung aller Spielerinnen Tribut.

    Anerkannte Sportreporter sind sich sicher, dass die deutschen Fußballerinnen den Weltmeistertitel nach 2007 auch 2011 verteidigen werden. Diesmal vor heimischen Publikum, das dann eine Fortsetzung des Sommermärchens zelebrieren darf.

    Frauen-Fußball in Deutschland immer populärer

    Der DFB erlebt momentan einen Zuwachs von 10.000 Neuanmeldungen beim Frauen und Mädchen-Fußball

    Ausschnitt Frauenbeine beim Fußballspiel auf Rasen
    Girl fighting for Soccer Ball © Destinyvp - www.fotolia.de

    Obwohl die Gesellschaft immer älter wird und zu Beginn des laufenden Schuljahres in Deutschland 1,3 Prozent weniger Kinder eingeschult wurden, hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) weiter stabile Mitgliederzahlen. Mit knapp sieben Millionen Mitgliedern ist der Fußball nach wie vor klar die Sportart Nummer eins und der größte Verband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

    Mitgliederzahlen bei Frauen und Mädchen steigen rasant an

    Ein interessanter Trend macht sich in der Geschlechter-Verteilung bemerkbar: Es spielen weniger Jungen und Männer Fußball als noch vor ein paar Jahren. Dafür steigen die Mitgliederzahlen bei den Frauen rasant an. Zwei Monate vor dem Anpfiff der Frauen-Fußball-WM in Deutschland erlebt der DFB einen Zuwachs von 10.000 Neuanmeldungen.

    Somit spielen in Deutschland exakt 1.058.990 Frauen und Mädchen Fußball. DFB-Präsident Theo Zwanziger hofft, diese Zahlen über einen längeren Zeitraum beibehalten zu können. Durch die steigende weibliche Nachfrage nach Fußball gründeten sich mehr Teams und sogar neue Vereine.

    Der Präsident Zwanziger gibt sich trotz der erfreulichen Entwicklung jedoch keinen Träumereien hin. "Es wäre fahrlässig zu glauben, dass sich der DFB auf Dauer dem demografischen Trend widersetzen kann. In Deutschland gibt es immer weniger junge Menschen, das werden auch wir zu spüren bekommen", sagte der DFB-Präsident. Daher müsse alles unternommen werden, damit die Jugendlichen möglichst lange beim Fußball bleiben und auch noch im Erwachsenenalter aktiv sind.

    Dänische Studie: Für Frauen ist Fußball gesünder und effektiver als Joggen

    Fußball gleicht einem effektiven Intervalltraining und ist gesünder als reines Ausdauertraining

    Junge, blonde Joggerin im Sportoutfit mit Wasserflasche macht Pause im Wald
    Pretty young girl runner in the forest. © Christopher Nuzzaco - www.fotolia.de

    Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid fand vor kurzem heraus, dass 40 Prozent aller Deutschen Fußball mögen, dass aktiv aber nur 10 Prozent der Männer und 4 Prozent der Frauen Fußball spielen.

    65 Prozent der deutschen Frauen glauben, dass sie ihrer Gesundheit und ihrer Fitness mit anderen Sportarten besser auf die Sprünge helfen können. Dem widerspricht das Ergebnis einer Studie der dänischen Unversität Kopenhagen.

    Fußballerinnen haben bessere Cholesterin-, Puls- und Fettwerte

    Die Forscher hatten untrainierte Frauen zwei Jahre lang pro Woche einmal Fußball spielen oder joggen lassen. Nach zwei Jahren maßen sie bei den Fußballerinnnen bessere Cholesterin-, Puls- und Fettwerte als bei den Joggerinnen. Die Fußballerinnen hatten auch stärkere Knochen und mehr Muskeln.

    Andreas Metzger ist Sportmediziner und Vereinsarzt der Club-Frauen. Er sagt, das Ergebnis wundere ihn gar nicht, da beim Fußball verschiedene Geschwindigkeit und Bewegungen geübt werden, während das Joggen sehr gleichmäßig verlaufe. Das Fußballtraining gleiche einem effektiven Intervalltraining und das sei letztlich gesünder als ein reines Ausdauertraining wie beim Joggen. Allerdings, so schränkt Metzger ein, sei die Verletzungsgefahr beim Fußball höher als beim Joggen.

    Der Ball rollt unterschiedlich bei Frauen und Männern auf dem Fußballplatz

    TU München untersucht das Verhalten von Männern und Frauen auf dem Fußballplatz

    Ausschnitt eines Fußballplatzes
    Fußballplatz © mirpic - www.fotolia.de

    Kurz vor dem Start der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland werden die Geschlechter seitens der Wissenschaft noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen. Die TU München legt jetzt eine Untersuchung vor, die das Verhalten auf dem Fußballplatz während eines Spiels untersuchte. Das Ergebnis könnte man sich eigentlich schon denken.

    Männer inszenieren sich mehr

    Denn die Sportwissenschaftler fanden heraus, dass sich die Männer im Gegensatz zu den Frauen viel mehr inszenieren.So bleiben sie länger bei Foulspielen liegen oder nutzen Unterbrechungen viel häufiger als taktisches Mittel, wenn sie in Führung lägen. Auch die Jubelarie nach einem Tor dauert bei den Männern mit durchschnittlich 60 Sekunden fast doppelt so lange wie bei den Frauen. Bei Spielerwechseln benötigen die Herren der Schöpfung mehr als 10 Sekunden länger, bei Verletzungspausen sogar rund eine halbe Minute.

    Verglichen wurden in der Studie Ort, Zeit und Dauer solcher Spielunterbrechungen. Eine Ursache dafür könnte laut den Wissenschaftlern sein, dass die Männer vor viel mehr Publikum spielen als die Frauen.

    Was fehlt den Frauen im Vergleich zum Mann?

    Wenn es um das Geschlecht der Spieler geht, ist Fußball eben nicht gleich Fußball

    Ausschnitt Frauenbeine beim Fußballspiel auf Rasen
    Girl fighting for Soccer Ball © Destinyvp - www.fotolia.de

    Dieser Tage kocht die Frage wieder hoch: Ist Frauen- mit Männerfußball vergleichbar? Für einen der erfolgreichsten Trainer im Frauenfußball stellt sich diese Frage gar nicht. Bernd Schröder, seit vielen Jahren Coach von Turbine Potsdam, ist davon überzeugt: Frauen- und Männerfußball sind zwei verschiedene Sportarten. Dennoch nennt sich beides Fußball und unterliegt denselben Regeln.

    Aufgrund von genetischen und biomechanischen Voraussetzungen sieht die Ausübung dieses Sports bei Frauen und Männern jedoch ziemlich unterschiedlich aus. Die weibliche Muskulatur ist der des Mannes unterlegen. Daher haben Frauen in Schnelligkeit und Kraft das Nachsehen. Im Ausdauerbereich hat das weibliche Geschlecht aufgrund der fortschreitenden Professionalisierung aufgeholt.

    Weniger Sprungkraft, aber ebenso harte Zweikämpfe

    Zugute kommt den kickenden Frauen ein tieferer Körperschwerpunkt. Dadurch sind sie wendiger, was beim Dribbeln von Vorteil ist. Deutlich im Nachteil sind die Torhüterinnen gegenüber den Torstehern. Hier ist der Leistungsunterschied am frappierendsten.

    Dem weiblichen Geschlecht fehlt schlicht die Größe und Sprungkraft eines Torhüters. Ein Biomechaniker hat deshalb vorgeschlagen, die Tore bei den Frauen zu verkleinern oder die Bälle zu vergrößern, um den Nachteil auszugleichen. Trotz des körperlichen Rückstandes geht es auch im Frauenfußball hart zur Sache.

    Eine Statistik weist vier von fünf Verletzungen als Konsequenz eines Zweikampfes aus. Die Verletzungsanfälligkeit bei Frauen ist zudem höher - besonders das Kreuzband im Knie ist gefährdeter, da die geringere Muskelmasse einen geringeren Schutz ausübt.

    Fußball - Torjubel der Frauen hat sich verändert

    TU München untersucht den Torjubel der Frauen bei der Fußball-WM in Deutschland

    Schwarz-weißer Fußball in linker oberer Torecke fliegend
    torschuss © Bernd Neisemann - www.fotolia.de

    Untersuchungen der Technischen Universität München haben ergeben, dass Männer im Fußball durchschnittlich eine Minute über ein Tor jubeln. Die Frauen dagegen nur 33 Sekunden.

    Torjubel der Frauen bei der Fußball-WM in Deutschland

    Diesen Wert steigerte das weibliche Geschlecht nun während der WM in Deutschland. Im Durchschnitt freuten sich die Frauen 40 Sekunden über einen WM-Torerfolg. Einher mit dieser Annäherung an die Männer geht auch die Entwicklung zum extrovertierten Jubel. Hüpften die Frauen früher oft nur hoch und schlossen sich in die Arme, rutschen sie nun auf den Knien in Richtung Fankurve.

    Die US-Amerikanerin Megan Rapinoe stimmte nach einem Torerfolg durch das Stadionmikrofon den Bruce-Springsteen-Klassiker "Born in the USA" an. Sehr elegant feierte die Brasilianerin Cristiane ihr erstes Tor. Ihre Turneinlage mit Radwende und Rückwärtssalto ließ keine Wünsche offen.

    Dass die Frauen nun länger und publikumswirksamer jubeln, liegt an der größeren medialen Aufmerksamkeit und den höheren Zuschauerzahlen während der WM. Ganz an das Niveau der Männer werden die weiblichen Torjubler wohl nie heranreichen, glaubt die Sozial- und Sportpsychologin Jeannine Ohlert von der Deutschen Sporthochschule Köln. Der selbstdarstellerische Jubel ist im männlichen Geschlecht verwurzelt - sei es genetisch oder erzieherisch. Frauen sehen sich mehr als Teil einer Gruppe und freuen sich daher lieber gemeinsam über ein erzieltes Tor.

    Der Frauenfußball im Wandel der Zeit

    Ausschnitt Tor auf Fußballplatz
    goal detail © Tinka - www.fotolia.de

    Heute ist es selbstverständlich, dass auch die Damen Fußball spielen und das meist sogar ein bisschen besser als das männliche Pendant. Zweimaliger Weltmeister und unglaubliche sieben Mal Europameister, damit dürfen sich die Damen vom DFB betiteln. Davon können sich die Herren ruhig eine Scheibe abschneiden. Wirft man einen Blick in die Vergangenheit und den Wandel des Sportes, dann bleibt kein Auge trocken. Denn im Jahre 1955 war Frauenfußball sogar noch offiziell verboten: Es schickt sich nicht und dieser Sport würde nicht der weiblichen Natur entsprechen.

    Doch die Frauen ließen sich davon nicht ernsthaft beeindrucken. Die Damen spielten trotzdem weiter, allerdings nicht in Vereinen des DFB. 1970 wurde das Verbot dann endlich aufgehoben. Eine Deutsche Frauenfußballmannschaft gab es dennoch erst 1982 ganz offiziell. Dank herausragenden Spielerinnen, wie Birgit Prinz oder auch Kerstin Stegemann gehören die Deutschen Fußballdamen inzwischen zur Weltelite.

    Zwischen dem 10. und 28. Juli heißt mal wieder Daumen drücken, denn dann geht es für die Mädels nach Schweden zur UEFA-Europameisterschaft. Wer sich bis dahin schon mal die Zeit vertreiben möchte und sich einstimmen mag, sollte ins Kino gehen. Ab dem 23. Mai läuft die Kino-Dokumentation "11 Freundinnen". Eine Doku, die die Frauen der National Elf begleitet hat.

    Neuer Fun-Sport aus China: Schlammfußball

    Rote Kinderschuhe liegen im Dreck, total kaputt
    erste schuhe III © stephiera - www.fotolia.de

    Die Chinesen passen sich immer mehr dem Westen an. Mittlerweile gibt es im Reich der Mitte sogar Spaßveranstaltungen, bei denen das Volk laut lachen darf. Eine davon ist "Schlammfußball". In der Hauptstadt Peking, aber auch in Schanghai und anderen großen Städten werden immer wieder riesige Planschbecken aufgestellt und mit sehr feuchtem und äußerst schmutzigen, vielleicht sogar stinkendem Schlamm gefüllt. Wagemutige junge Chinesen spielen in diesem Pfuhl gegeneinander Fußball.

    Das ist zwar nichts für taktische Finessen und Ballsport-Gourmets, aber es macht einen Heidenspaß, jedenfalls lacht sich das Publikum rund um die Schlammfelder regelmäßig schlapp. Vielleicht wird unser innovativer Bundestrainer Jogi Löw eines Tages auch solche chinesischen Elemente ins Training der Nationalmannschaft einbauen. Zur Abhärtung vor wichtigen WM-Spielen.

    Grundinformationen und Hinweise zu Fußball

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: Fussball © foto.fred - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Hands and soccer ball. Save and hold it © white_bcgrd - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: fußball © sandra zuerlein - www.fotolia.de
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    • Bildnachweis: soccer score © Danny Hooks - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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