14. April 2010
Beim Erlernen mancher Sportarten ist ein abgesichertes Areal wie eine Halle zum Beispiel von großem Vorteil. Anders als in der freien Natur können hier Umwelten nachgestellt werden, die für den Schützling so gut wie ungefährlich sind. Das gilt vor allem für das Klettern. Stürzt man von einer steilen Felswand, so sind Verletzungen beinahe vorprogrammiert. In der Halle wird man bei einem ähnlichen Sturz dagegen von weichen Bodenmatten abgefangen.
Ein blutiger Kletteranfänger wird fast immer erst in der Halle ausgebildet, bevor er sich ins Gelände hinaus wagen kann. Für diese Vorgehen spricht nicht nur die Tatsache, dass die Unfallgefahr in der Halle wesentlich geringer ist als draußen. Auch für das Lernen an sich ist die künstliche Kletterwelt besser geeignet. Der Schützling soll sich nämlich vor allem grundlegende Bewegungsabläufe aneignen und die Ausrüstung kennenlernen. Beim Indoorklettern gibt es wenig Ablenkung durch Wetter oder Schaulustige, weshalb sich der Neuling ganz auf seine Aufgabe konzentrieren kann. Außerdem geben ihm die Matten und die bewusst künstlich gehaltene Umgebung Sicherheit. Schließlich wirkt eine Holzwand mit bunten Vorsprüngen bei Weitem nicht so bedrohlich wie ein waschechter Felsen.
Die ersten Schritte des Kletteranfänger sollten also unbedingt immer in der Halle getan werden. Danach stellt sich jedoch die Frage, wo die Kletterkarriere denn eigentlich hinführen soll. Das Üben im Kletterparcour macht zwar Spaß, doch die richtige Herausforderung liegt schließlich auf den Gipfeln dieser Welt. Wer zu lange indoor trainiert, ist später nicht mehr sensibel genug für die Beschaffenheiten eines realen Geländes. Die Fähigkeit, einen Felsen richtig zu bewerten ist jedoch unerlässlich für sicheres und erfolgreiches Klettern.
Hat der Anfänger in der Halle gelernt, wie man seinen Körper beim Klettern am besten bewegt, so kann sein Training allmählich nach draußen verlegt werden. So bemerkt er schon ganz zu Beginn seiner Ausbildung, dass die Möglichkeiten zum Greifen in Wirklichkeit eben nicht so günstig verteilt sind wie in der künstlichen Wand. Er entwickelt dadurch die Fähigkeit, sich für jeden Felsen eine neue Strategie zurecht zulegen, mit der er schnell und sicher ans Ziel gelangt. Außerdem wird wertvolles Wissen über Gesteine, Höhenlagen und Wetterverhältnisse vermittelt. Zum Korrigieren der Technik sollte jedoch trotzdem ab und an auch in der Halle geklettert werden.
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