5. Januar 2008
Von Annette Folge
Der Klettersport erfreut sich schon seit mehr als 10 Jahren großer Beliebtheit und ist mittlerweile zu einem Breitensport geworden. Unzutreffender Weise gehen viele davon aus, dass es sich dabei um eine sehr waghalsige Disziplin handelt, die mit intensivem Trainingseinsatz und viel Erfahrung verbunden ist. Dies trifft lediglich für Hochgebirgslagen und Erstbesteigungen zu.

Viele Kletterer üben diesen Sport auch gar nicht in der freien Natur aus, sondern an künstlichen Kletterwänden oder in Kletterhallen. Das Besteigen der Felsnachbildungen wird durch zahlreiche Tritt- und Haltevorkehrungen erleichtert und die Absturzrisiken werden durch Sicherheitsleinen minimiert.
Natürlich ist das Klettern in der freien Natur wesentlich interessanter. Die meisten ausgewiesenen Kletterrouten befinden sich in den Mittelgebirgen (Harz, Elbsandsteingebirge etc.) und viel weniger in Hochgebirgen wie den Alpen. Dies hängt mit dem geringeren Schwierigkeitsgrad in den Mittelgebirgen zusammen, aber auch mit der besseren Erreichbarkeit.
Die Besonderheit des Klettersports besteht darin, dass diese Technik nur an Felswänden praktiziert werden kann. Da auf Hilfsmittel wie Haken, Griffe und Trittpunkte nicht verzichtet werden kann, sind viele Kletterfelsen entsprechend präpariert, was bei zunehmender Verbreitung negative Folgen für die Unversehrtheit der Natur hat. In einigen Gebieten wurden deshalb bereits Beschränkungen und z.T. sogar Sperrungen vorgenommen.
Die Gefahren für die Natur steigen mit zunehmender Höhenlage, wo die Vegetation ungleich geringer und deshalb sensibler ist. Der Anreiz für Kletterer in diese Gebiete vorzudringen besteht in der Neuerschließung von Bergwänden und dem gesteigerten Naturerlebnis. Die Folge ist, dass immer abgelegenere Gebiete aufgesucht werden und das natürliche Gleichgewicht der Natur dadurch bedroht wird.
In der Schweiz, wo der Klettersport am stärksten verbreitet ist spricht man bereits von der "Verbohrung" der Alpen. Dieser Prozess beschleunigt sich in dem Maße wie zusätzliche Pfade erschlossen werden. Erfahrungsgemäß werden dann in vermehrtem Umfang Bohrungen und Gesteinsabtragungen vorgenommen, die den Aufstieg erleichtern und damit auch dem weniger geübten Kletterer den Zugang eröffnen. Leider besteht bei dieser Nutzergruppe oftmals ein mangelnder Respekt vor der Natur. Vermehrte Rissbildungen im Felsen bis hin zu Erosionen sind die Folge.
Nicht nur seitens der Naturschutzbehörden versucht man nun dieses Ausufern zu unterbinden, sondern auch Seitens der Aktiven dieser Sportart. Die Organisation "wildkeep" hat sich zum Ziel gesetzt die bestehenden Routen einzugrenzen und ihren Zustand zu überwachen. Dazu gehört auch eine geordnete Instandhaltung des Gesteins. Darüber hinaus ist man dabei Grundsätze für eine sog. Kletterethik zu erarbeiten.
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