20. November 2010
Von Andreas Hadel
Sie würden keinen neben sich auf der Couch sitzenden untrainierten Partner danach fragen, ob er Ihnen bei einem 5km-Lauf Gesellschaft leisten würde. Und Ihre geliebten Vierbeiner sollten Sie genauso wenig in das kalte Wasser werfen. Obwohl Ihr Hund wahrscheinlich dazu geboren wurde, schnell zu laufen, müssen Sie ihn langsam an das Laufen heranführen. Hier einige hilfreiche Tipps.

Welpen sollten solange nicht in einem Lauftraining involviert werden, wie sich ihre Knochen noch im Wachstum befinden, da ihre Gelenke dann noch sehr anfällig für Verletzungen sind. Bei kleinen Hunden dauert es ca. neun Monate, bei großen Hunden bis zu 16 Monaten bis sie endgültig ausgewachsen sind.
Bevor Sie anfangen, prüfen Sie den Gesundheits- und Fitnesszustandes Ihres Hundes. Wenn Ihr Hund übergewichtig oder anderweitig stark aus der Form ist, sollten Sie schrittweise beginnen. Wenn Sie Ihren Hund aus dem Tierheim haben, machen Sie mit ihm einfache Spaziergänge, um seine Agilität und Kondition beurteilen zu können.
Sie wollen mit Ihrem Vierbeiner eine gute und erfolgreiche Trainingszeit verbringen, überfordern Sie ihn daher nicht. Beginnen Sie damit drei Mal pro Woche 15 bis 20 Minuten mit ihm zu laufen und verlängern Sie in jeder folgenden Woche die Zeiten um weitere 5 Minuten.
Genau wie wir, müssen sich Hunde fünf Minuten aufwärmen, bevor es mit dem Laufen so richtig losgeht. Suchen Sie nach Ermüdungsanzeichen wie abgeflachten Ohren, Schwanz nach unten, schweres Keuchen und das Nachziehen der Hinterbeine. Wenn Hunde erschöpft sind, kann es passieren, dass sie sich einfach hinsetzen und jeden weiteren Schritt verweigern. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Sie zu weit oder zu schnell gelaufen sind. Und wenn Ihr Hund trotzdem versucht, Ihnen lethargisch nachzulaufen, könnte er ein oder zwei Tage Ruhe gebrauchen.
Läufer nehmen oft an, dass Sie Ihren Hund einfach mit auf die Laufstrecke nehmen können und das Tier dann schon wissen wird, was von ihm verlangt wird. Wenn das bei Ihnen und Ihrem Hund funktioniert, können Sie glücklich sein. Hunde können verwirrt, verrückt, sogar gefährlich sein und flüchten, wenn man sie nicht unter Kontrolle hat. So geht's richtig:
Ein sanfter Ruck kann die unsichtbare Hand für Ihren Hund sein, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Hund muss lernen, dass er nicht alle fünf Meter stehen bleiben, schnüffeln oder urinieren kann.
Halten Sie Ihren Hund in einer maximalen Entfernung von 1,5 Metern. Verstärken Sie gutes Verhalten, indem Sie ihn mit Lob und kleinen Belohnungen beschenken. Irgendwann wird Ihr Hund verstehen, dass der Lauf selbst, der reale Lohn ist.
Der Hund muss verstehen, dass es sich nicht um reine Spielzeit, sondern um Trainingszeit handelt. Beginnen Sie die Trainingseinheiten mit einer kurzen Strecke in einer vertrauten Umgebung, um das Vertrauen Ihres Hundes zu stärken und zu vermeiden, dass sich er nicht erwartungsgemäß verhält. Z.b. die unbekannte Strecke abschnuppern und markieren will oder auf nicht bekannte Hunde und deren Halter trifft und jeden erst einmal kennenlernen und begrüßen will und zum Spielen auffordert. Alles Ereignisse, die das eigentlich anvisierte Lauftraining verzögern kann. Wählen Sie daher lieber eine vertraute Umgebung für Ihre Trainingseinheiten.
Wenn Sie Fremden begegnen, ziehen Sie es vor, dass Ihr Hund den Fremden nicht begrüßt und zum Stehen veranlasst wird. Denken Sie daran, dass keiner Ihren Hund so sehr liebt wie Sie und daher genügt es, wenn Ihr Hund den Fremden mit einem Blick bedenkt, Sie freundlich Grüßen und ansonsten getreu zusammen weiter Ihrem Laufweg folgen.
Niemand will auf Hundekot treten. Nehmen Sie daher auch beim Lauftraining die richtige Ausrüstung für die Entsorgung mit. Und hinterlassen Sie die Kottüte bitte nicht unter einem Busch. Es gibt genügend Mülleimer am Rand jeder Laufstrecke.
Genießen Sie das Zusammensein mit Ihrem Vierbeiner. Hunde lieben es den ganzen Tag in der Natur zu sein. Durch Ihr gemeinsames Laufen verschaffen Sie Ihrem Hund viel Bewegung, somit Vitalität und verstärken Ihre Verbindung. Das gemeinsame Lauftraining wird Ihre Beziehung intensivieren und sich auch als Antrieb für Sie und Ihre Trainingsergebnisse zeigen.
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