Fahrradhelme - Nutzen, Arten und Tipps zur Auswahl

Sportlich angezogene Frau mit Fahrradhelm fährt auf Mountainbike im Wald

Mikroschalen, Hartschalen, Weichschalen - Verschiedene Fahrradhelmarten und deren Anwendungsgebiete

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  • von Paradisi-Redaktion

Es ist der Alptraum jedes Radfahrers: Bei hohem Tempo verliert er die Kontrolle über sein Sportgerät und stürzt unkontrolliert. Um seinen Kopf vor Verletzungen zu schützen, trägt er einen Fahrradhelm. Doch ob der ihm wirklich helfen kann, hängt auch von der Frage ab, ob die Schutzvorrichtung als Mikro-, Hart- oder Weichschale gefertigt ist. Lesen Sie über den Nutzen sowie die Arten von Fahrradhelmen, und holen Sie sich Tipps zur Auswahl.

Fahrradhelme - Merkmale und Funktion

Bei einem Fahrradhelm handelt es sich um einen Sporthelm, den Radfahrer tragen, um im Falle eines Unfalls Verletzungen zu mildern oder gar zu verhindern. Der Helm ist Teil der passiven Straßenverkehrssicherheit.

Fahrradhelme sind in Deutschland zwar keine Pflicht, allerdings sollte man auf sie trotzdem nicht verzichten. Egal wie aufmerksam man auch fährt, es kann immer zu einem Sturz kommen und wenn man dann auf seinen ungeschützten Kopf stürzt kann dies tödliche Folgen haben.

Generell besteht ein Fahrradhelm aus drei Elementen: Einem Bügel um das Kinn, um den Helm zu fixieren, einem spezielle Schaumstoff, aus dem die grundlegende Form der Helmschale geformt wird sowie einem Überzug über diesem Schaumstoff, der sich bei einem Sturz wie eine Autoknautschzone zusammendrückt. Der Überzug soll bewirken, dass es zu keinem stumpfen Aufschlag kommt. Doch inzwischen werden längst nicht mehr alle Elemente in einem Helm verbaut.

Prüfverfahren und Normen

Die in der Schweiz sowie in der Europäischen Union verkauften Fahrradhelme müssen den Normen der EN 1078 entsprechen. Es werden bestimmte Prüfungen durchgeführt; so müssen Helme mit 3,1 bis 7,1 Kilogramm Masse zum einen mit einer Geschwindigkeit von 16,5 km/h aus 1,1 Meter Höhe sowie mit einer Geschwindigkeit von 19,5 km/h aus 1,5 Meter höhe auf ein Ziel aus Stahl fallen.

Im Prüfkopf ist dabei ein Sensor eingebaut. Er darf nie mehr als 250 Beschleunigung aufweisen. Die Fertigung des Prüfkopfs erfolgt nach DIN EN 960.

Senioren Paar auf Fahrradtour, schauen auf Karte den Weg nach
Senioren Paar auf Fahrradtour, schauen auf Karte den Weg nach

Arten von Fahrradhelmen: Verschiedene Anfertigungsweisen

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Fahrradhelme.

Mikroschalen-Helme

Wer professionelle Radrennen verfolgt, der wird in der Regel nur Helme sehen, die als Mikroschale gefertigt sind. Darunter versteht man einen dünnen Kunststoffüberzug über der eigentlichen "Knautschzone" des Helms.

Dieser Überzug garantiert, dass der Helm eine glatte Oberfläche hat und deshalb bei einem Sturz des Fahrers einfach vom Untergrund abrutscht. Die Gefahr eines Schleudertraumas wird auf diese Weise reduziert.

Zudem gibt es große Löcher in den Helmen, um auf diese Weise eine kontinuierliche Belüftung des Kopfes des Sportlers herzustellen, die dafür sorgt, dass dieser unter dem Helm nicht so viel schwitzt. Ein Kinnbügel ist meist aufgrund der genauen Passform der Mikroschale unnötig.

Hartschalen-Helme
Fahrradhelm hängt am Fahrradlenker
Fahrradhelm hängt am Fahrradlenker

Hartschalen-Helme sieht man insbesondere im Downhill-Bereich, denn sie wiegen viel und würden normale Radfahrer beispielsweise bei einem Berganstieg deutlich behindern. Über dem Schaumstoffbereich, der als Stoßfänger und Knautschzone dient, haben Hartschalen-Helme noch einen zusätzlichen Überzug aus Hartplastik, der dafür sorgen soll, dass der Kopf optimal geschützt ist.

Sie verfügen außerdem über einen Kinnbügel, der weiteren Schutz garantieren soll. Der Kunststoff sorgt auch bei einer Hartschale für die nötige glatte Oberfläche, die das einfache Abrollen erleichtert und so der Gefahr eines Schleudertraumas vorbeugt.

Weichschalen-Helme

Diese glatte Oberfläche haben Weichschalen-Helme jedoch nicht, wieso Experten heute davon abraten, zu den Schutzvorrichtungen aus Hartschaumstoff zu greifen. Sie würden nicht mehr dem Stand der Zeit entsprechen, so die allgemeine Überzeugung. Früher wurden sie meist ohnehin nur von Kindern getragen, die mit zunehmendem Alter auf eines der anderen Modelle wechselten.

Der klassische Fahrradhelm ist zurück

Die Entwicklung neuer Fahrradhelmmodelle läuft auf Hochtouren, denn es werden immer mehr benötigt. Viele sind bereits auf ihr Fahrrad als Verkehrsmittel umgestiegen und radeln sogar täglich zur Arbeit. Wer allerdings die neuen, sportlichen Helmmodelle nicht so ansprechend findet für den hat der Hersteller Uvex jetzt einen Helm entworfen der sich eher an den Formen der früheren Kopfschützer orientiert, dabei aber weitaus mehr Komfort bietet als damals.

Der neue "Uvex Discovery" steht den anderen Fahrradhelmen in nichts nach, bloß das Aussehen ist etwas unkonventioneller. Als kleine Besonderheit bietet er das sogenannte "Air-Channeling-System", welches den Kopf beim Tragen mit frischer Luft versorgt und gleichzeitig die warme Luft nach außen befördert.

Stylische Fahrradhelme

Sicherheitsexperten raten allen Fahrradfahreren einen Helm zu tragen, doch nur die Wenigsten nehmen sich diesen Rat zu Herzen, weil sie sich mit den nicht gerade stylischen Kopfbedeckungen unwohl fühlen. Jetzt gibt es aber einen neuartigen Fahrradhelm, der sich mit Stoffen beziehen lässt, sodass er aussieht wie ein Hut oder eine Mütze.

Der Helm besteht aus einer einfachen, runden Styroporschale wie gewöhnliche Helme auch. Allerdings gibt es spezielle Bezüge, die jede Saison neu kreiert werden, sodass sie sich der aktuellen Mode in Form, Farbe und Material perfekt anpassen. Der Helm wird durch diese Bezüge quasi als ganz normale aber stylische Kopfbedeckung getarnt. Die Ausrede ein Helm sähe doof aus gehört damit der Vergangenheit an. Experten warnen allerdings vor der eingeschränkten Sicherheit, da der Bezug die eigentliche Funktion des Helmes behindert.

Neue Fahrradhelme sehen aus wie Sommerhüte - und schützen sogar

Sinn machen Fahrradhelme auf jeden Fall. Da gibt es kein Pardon, aber bisher waren sie wirklich nur eines: Funktional. Jetzt hat eine dänische Firma erkannt, dass das manchen Frauen nicht reicht und Helme designt, die schicken Hüten zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie erhoffen sich so, dass nach und nach mehr Menschen den verkehrssicheren, sinnvollen "Kopfschmuck" tragen.

"Yakkay", so der Name der Hersteller, verkauft also seit kurzer Zeit die sogenannten Incognito-Helme. Mit schönen Blumen- oder Karomustern sind sie nicht nur sicher, sondern auch schick. Das einzige, was an einen Fahrradhelm erinnert, ist der Halteriemen am Kinn. Doch der bekommt bei den tollen Mustern kaum Aufmerksamkeit.

Die bemusterten Überzieher sind austauschbar und für ca. 35 Euro zu erhalten. Den Basis-Helm gibt es ab 65 Euro.

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet eine Helmpflicht für Fahrradfahrer

Wer sich ohne einen Helm auf sein Fahrrad begibt, lebt gefährlich. Das wissen auch die meisten Deutschen und sprechen sich in einer Umfrage der "Apotheken Umschau" daher auch für eine bundesweite Helmpflicht für Radfahrer aus. Insgesamt 71,6% der 2.000 Befragten gaben an, dass das Tragen eines Helms beim Radfahren gesetzlich vorgeschrieben werden sollte.

Wenig verwunderlich ist, dass der Anteil der Helmpflicht-Befürworter bei den über 70-Jährigen mit 78,3% besonders hoch und bei den 14 bis 19-Jährigen mit 60% eher niedrig ist. Auffällig jedoch war, dass eine Helmpflicht vor allem in den Bundesländern Berlin von 87%, Rheinland-Pfalz von 85,6%, Hessen von 83,8% und Hamburg von 83,4% der Bevölkerung gefordert wird.

Es gibt keinen Universal-Helm für alle Sportarten

Wer gerne Sport treibt und sich dabei optimal vor Unfällen und Verletzungen schützen will, braucht entsprechende Schutzkleidung. Vor allem ein Helm ist das A und O jeder Sportkleidung. Ob beim Fahrradfahren, Skifahren oder Klettern, der Kopf sollte immer geschützt sein. Doch braucht man wirklich für jede Sportart einen anderen Helm oder kann man den Fahrradhelm beispielsweise auch auf der Piste tragen? Experten sind sich einig: es gibt keinen Universal-Helm für alle Sportarten.

Jeder Helm ist auf die Gefahren der jeweiligen Sportart ausgerichtet und schützt den Kopf daher immer auf eine andere Art beziehungsweise vor anderen Gefahren. Ein Fahrradhelm müsse beispielsweise auch Stürze auf einen Bordstein oder eine Leitplanke aushalten können, darf aber weder das Gehör noch die Sicht des Radfahrers beeinträchtigen, erklärt Brigitte Hendel vom TÜV Rheinland. Für die Piste eigne sich ein Fahrradhelm nicht, da er unter anderem große Luftschlitze hat, durch die sich der Skifahrer mit seinem Skistock verletzen könnte. Zum Anderen ist ein Fahrradhelm auch nicht isoliert, sodass er der Kälte nicht trotzen kann, meint Andreas König vom Deutschen Skiverband.

Auch hat im umgekehrten Fall ein Skihelm nichts auf dem Kopf eines Radfahrers zu suchen, da die meisten Skihelme an den Ohren gepolstert sind, um sie zusätzlich warm zu halten. Im Straßenverkehr können sie daher das Gehör des Radfahrers beeinträchtigen und dadurch zu einer Gefahr werden, so die Experten.

Ein guter Helm muss aber nicht teuer sein. Auch günstige Helme können optimalen Schutz bieten. Der beste Qualitätshinweis ist das TÜV-Siegel. Ein Helm muss darüber hinaus aber auch perfekt sitzen, um seinen Träger schützen zu können.

Sicheres Radfahren nur mit gut sitzendem Helm

Wem die gängigen Modelle aus Styropor weniger zusagen, kann bei Fahrradhelmen inzwischen unter zahlreichen Modellen in den unterschiedlichsten Materialien, Farben und Formen wählen. Selbstverständlich sollte man beim Kauf eines neuen Kopfschutzes auf dessen Sicherheit und Tragekomfort achten, da nur ein gut sitzender Helm bei einem Unfall maximalen Schutz bietet.

Obwohl einige Hersteller für schlankere Helmformen inzwischen auf die Fahrradhelm-Norm EN 1078 verzichten, können selbst solche Modelle bei Stürzen schwere Kopfverletzungen verhindern. Da im Falle eines Unfalls und anschließenden Prozesses die Richter möglicher ein Mitverschulden der Verletzungen sehen könnten, empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club den Radlern beim Kauf eines Helms auf die Erfüllung der EN-Norm zu achten.

Einführung einer Helmpflicht für Radfahrer sorgt für den Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Schon seit Jahren sind sich auch die Experten uneinig über das Thema Helmpflicht für Radfahrer. Jetzt zeigt eine Studie, dass die Einführung einer Pflicht sogar für die Gesundheit im Endeffekt sogar schädlich sei. Dabei geht es nicht um die Verhinderung von Kopfverletzungen, sondern vielmehr darum, dass dann die bisherigen "Helmmuffel" nicht mehr auf ihr Rad steigen und sich weniger bewegen, so dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ansteigt.

So sind heute in Australien, nachdem die Helmpflicht eingeführt wurde, etwa 20 bis 40 Prozent weniger Radfahrer unterwegs. Auch in Kanada, wo nur in einigen Provinzen das Tragen eines Helms Pflicht ist, hat man in einer Studie keine Vorteile der Helmpflicht feststellen können. Auch sagen viele Radfahrer, die keinen Helm tragen, dass sie damit keinen anderen Verkehrsteilnehmer gefährden und vielleicht fahren sie auch im Großen und Ganzen vorsichtiger, als ein Radfahrer mit Helm.

Im Prinzip sehen auch die Forscher, dass ein Helm bei einem Sturz schwerere Kopfverletzungen verhindern kann, aber zwingen wollen sie die Radfahrer nicht, sondern nur eine Empfehlung aussprechen, wie auch ein Unfallchirurg aus Münster.

Zurzeit wollen Forscher an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Fahrradunfälle näher untersuchen und dabei auch die Frage klären, ob und wie ein Helm die Verletzungen hätte verhindern können.

Fahrradhelm-Pflicht käme der Gesellschaft teuer zu stehen: Verkehrsforscher berrechnet Kosten

Fahrradhelm hängt am Fahrradlenker
bicycle helmet © Kati Molin - www.fotolia.de

Mit Helm Fahrrad zu fahren ist sicherer, doch sollte deshalb in Deutschland eine Helmpflicht gesetzlich vorgeschrieben werden? Der Münsteraner Forscher Gernot Sieg verneint dies und verweist auf eine eigene Studie, in der er Kosten und Nutzen einer Helmpflicht gegenüberstellt.

Gesellschaftlicher Nutzen, Gesundheits- und Umweltkosten einer Helmpflicht

Demnach tragen derzeit etwa 13 Prozent aller Radfahrer hierzulande einen Helm. Diese sind bei Unfällen zwar besser geschützt, doch laut dem Forscher helfen Helme nicht immer. Nur jeder zweite Fahrradunfall würde Sieg zufolge mit einem Helm glimpflicher verlaufen. Demnach ergebe sich bei einer Helmpflicht ein gesellschaftlicher Nutzen in Höhe von 570 Millionen Euro.

Bei der Berechnung stützt sich der Forscher auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO, die den statistischen Wert eines Menschenlebens in Westeuropa mit 1,574 Millionen Euro angibt. Schwere Verletzungen verursachen Kosten in Höhe von 205.000 Euro, leichte in Höhe von 16.000 Euro.

Diesem positiven Effekt stehen Gesundheitskosten in Höhe von 472 Millionen Euro gegenüber, da im Zuge einer Helmpflicht mehr Menschen gänzlich auf das Radeln verzichten würden. Insgesamt prognostiziert der Forscher einen Rückgang der in Deutschland gefahrenen Kilometer um 4,5 Prozent, jeder gefahrene Kilometer mit dem Rad erzeugt einen gesundheitlichen Nutzen in Höhe von 1,05 Euro. Hinzu kommen Umweltkosten in Höhe von 11 Millionen Euro, da der Umstieg auf Auto oder Bahn zu einer Zunahme von Abgasen führt.

Auch mehr Fußgänger, die Kosten der Helme und der Komfortverlust müssen eingerechnet werden

Der Verzicht auf das Fahrrad bewirkt allerdings auch positive Effekte von jährlich 123 Millionen Euro, da die Zahl der Fußgänger wieder wächst. Soweit sieht es für die Befürworter einer Helmpflicht also gut aus, doch der Forscher von der Universität Münster rechntet noch weiter. Die deutschlandweiten Kosten der zu beschaffenden Helme schlagen mit 315 Millionen Euro zu Buche, dabei geht der Forscher von einem durchschnittlichen Helmpreis von 33 Euro aus.

Zu guter letzt bringt die Helmpflicht laut Sieg einen Komfortverlust mit sich. In den Augen vieler Helmgegner sind die Kopfbedeckungen unbequem, daher ist das Radeln ohne Helm ein Wert an sich, den der Forscher mit 171 Millionen Euro beziffert.

Wenn man alle genannten Faktoren in die Rechnung mit einbezieht, dann würde eine gesetzliche Helmpflicht jährliche Kosten in Höhe von insgesamt 278 Millionen Euro verursachen. Dem Forscher zufolge wäre es daher sinnvoller, Radfahren durch andere Maßnahmen sicherer zu machen, etwa durch bessere Radwege oder Tempolimits in Innenstädten.

Mehr Kosten als Nutzen - Kritische Studie zur Helmpflicht für Radfahrer

Fahrradfahrer in der Stadt fährt entlang einer Häuserwand
biking in the city © SVLuma - www.fotolia.de

Studien von Unfallforschern haben gezeigt, dass das Tragen eines Fahrradhelms das Risiko einer schweren Kopfverletzung um wenigstens 50 Prozent verringern kann. Trotzdem lehnen viele Radfahrer eine schützende Kopfbedeckung ab.

So haben 2012 lediglich 13 Prozent einen Helm getragen, im Jahr davor waren es 11 Prozent. Zwar ist die Tendenz steigend, doch Polizei und Mediziner setzen sich für das Tragen eines Kopfschutzes ein, manche fordern gar eine Helmpflicht. So gab es etwa nach Angaben der Polizei Münster in der westfälischen Stadt in den letzten vier Jahren sechs tote Radfahrer. Fünf hätten noch leben können, erklärte der Leitende Polizeidirektor Udo Weiss, wenn sie einen Helm getragen hätten.

Kritik an Helmpflicht durch Verkehrswissenschaftler

Ungewöhnlich wirkt da eine Studie des Verkehrswissenschaftlers Gernot Sieg, der Kosten für Menschenleben und Verletzungen gegen Anschaffungskosten für Helme, prognostizierte Umweltbelastungen und den Folgen für die Volkswirtschaft aufrechnet. Den "Komfortverlust" beim Tragen eines Fahrradhelmes setzt er etwa mit 171 Millionen Euro im Jahr an. Radler würden nach Siegs Meinung bei einer Helmpflicht auf Auto und Bus umsteigen und damit wegen des Bewegungsmangels der eigenen Gesundheit schaden. Letztlich seien die gesamtgesellschaftlichen Kosten einer Helmpflicht um 40 Prozent größer als deren Nutzen.

Doch der Verkehrsexperte macht in seiner Untersuchung auch Vorschläge, wie die Sicherheit von Radfahrern erhöht werden könne. Sinnvoller als eine gesetzliche Helmpflicht sei ein verschärftes Tempolimit für Autos, eine konsequente Kontrolle der Verkehrsregeln sowie die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer, so Siegs Fazit.

Mit oder ohne Fahrradhelm? Mögliche Argumente dafür und dagegen

Kleines Mädchen mit Fahrradhelm vor ihrem Fahrrad
cute girl in a helmet is going for a ride © Galina Barskaya - www.fotolia.de

Beim Thema Fahrradhelm gehen die Meinungen auseinander – die einen tragen ihn ihren Kindern zuliebe, damit auch sie sich daran gewöhnen, andere tun damit etwas für ihre eigene Sicherheit und wiederum andere würden niemals einen Helm anziehen, ob nun aus ästhetischen Gründen oder weil sie der Meinung sind, es würde nichts passieren.

In welche Richtung auch immer der Trend geht, es gibt sowohl einige Aspekte, die dafür und möglicherweise auch ein paar wenige, die gegen das Tragen eines Helms sprechen.

Argumente dafür

Am logischsten erscheint natürlich die Tatsache, dass ein Helm guten Schutz bietet, sobald man bei einem Sturz auf den Kopf fällt. Dies gilt sowohl beim Mountainbiking als auch in der Stadt. Auch die individuelle Radfahrsituation spielt eine Rolle, so muss man sich fragen, ob man eher ein rasanter oder gemütlicher Fahrradfahrer ist, ob die Strecke aus Feldwegen oder einer befahrenen Straße besteht und wie sicher die Lage für Radfahrer in der Region generell ist.

Kinder sollten unbedingt einen Helm tragen, auch wenn deren Eltern sich dagegen entscheiden. Man sollte seinem Nachwuchs in diesem Fall deutlich machen, dass dieser noch nicht so geübt im Radfahren ist wie Mama oder Papa und es dadurch schneller zu einem Sturz kommen kann.

Argumente dagegen

Gegen einen Fahrradhelm könnte sprechen, dass dieser bei bestimmten Stürzen auch durchaus hinderlich sein kann, nämlich dann, wenn dadurch eine stärkere Belastung auf den Kopf ausgeübt wird.

Auch kommt es vor, dass Radfahrer, die einen Helm tragen, deutlich riskanter unterwegs sind, da sie sich sicherer fühlen – auch dann kann es allerdings vermehrt zu Unfällen kommen. Wenn der Helm das Risiko eines Sturzes erhöht, sprechen Psychologen von der so genannten Risikokompensation.

Helmquote bei Radlern steigt zunehmend

Laut einer Statistik des Bundesverkehrsministeriums trugen im vergangenen Jahr von den Jugendlichen im Alter von 11 bis 16 Jahren 28 Prozent beim Radfahren einen Helm, während es zwei Jahre zuvor lediglich 19 Prozent waren.

Vor allem bei den jungen Erwachsenen ist ein Helm auf dem Kopf sehr unbeliebt. Gerade mal sechs Prozent der 17- bis 21-Jährigen nutzen ihn während dem Radeln. In der Altersgruppe der 22- bis 30-Jährigen sieht es mit einer Quote von sieben Prozent auch nicht sonderlich besser aus.

Nichts desto trotz freut sich Verkehrsminister Alexander Dobrindt trotzdem darüber, dass immer mehr Radler mit Helm unterwegs sind, da die Tragequote seit Jahren steigt, vor allem bei Kindern bis zehn Jahren. Seiner Meinung nach seien neben Eltern und Schulen auch die Verbände und Politik gefordert, die Aktion "Ich trag' Helm" vom Verkehrsministerium zu unterstützen.

BGH entscheidet: Radfahrer haben auch ohne Helm vollen Versicherungsschutz

Grauer Fahrradhelm und gelbes Fahrrad liegen nach einem Unfall auf dem Asphalt vor einem Auto
Fahrradsturz © arborpulchra - www.fotolia.de

Der Bundesgerichtshof sich klar gegen eine Helmpflicht für Radler ausgesprochen. Gesetzlich ist das Tragen eines Fahrradhelms für Erwachsene in Deutschland nicht vorgeschrieben – und wer ohne Helm unterwegs ist, muss deshalb auch keine Mitschuld an möglichen Verletzungen bei einem Unfall übernehmen.

Gericht sieht keine Teilschuld für Radfahrerin ohne Fahrradhelm

In einem aktuellen Urteil gaben die Bundesrichter einer Frau aus Schleswig-Holstein recht, die bei einem unverschuldeten Unfall im Jahr 2011 schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Die Radlerin war durch eine Autofahrerin zu Fall gebracht worden, die am Straßenrand geparkt hatte und ihre Tür öffnete, ohne auf das herannahende Fahrrad zu achten. Die Versicherung der Autofahrerin weigerte sich jedoch, Schadenersatz zu zahlen. Ihr Argument, die Radlerin sei zumindest teilweise für die Unfallfolgen verantwortlich, da ihre Verletzungen mit Helm geringer ausgefallen wären.

Dieser Ansicht widersprach nun der BGH. In ihrer Urteilsbegründung erklärten die Richter, dass Helme für alltägliche Radtouren in Deutschland kein Standard seien. Wer auf sein Rad steigt, um zur Arbeit zu fahren, kann deshalb frei entscheiden, ob er seinen Kopf schützt oder nicht. Auf den Versicherungsschutz hat dies keinen Einfluss.

Versicherungsschutz bei sportlichen Radtouren noch nicht geklärt

Fahrradfahrer-Verbände und ADAC begrüßen das Urteil. Der BGH hat jedoch offen gelassen, ob seine Sichtweise auch für sportliche Radtouren gilt. Rennradfahrer, die sich mit hohem Tempo im Verkehr bewegen, sollten deshalb einen Helm tragen.

Kopfschutz für Radler – ein guter Helm kann Leben retten

Fahrradhelm hängt am Fahrradlenker
bicycle helmet © Kati Molin - www.fotolia.de

Eine gesetzliche Helmpflicht für Radfahrer gibt es in Deutschland nicht. Und auch der Bundesgerichtshof hat in höchster Instanz entschieden, dass helmlose Radler bei unverschuldeten Unfällen die gleichen rechtlichen Ansprüche haben wie "behütete" Fahrradfahrer. Wer sich regelmäßig in den Sattel schwingt, sollte jedoch über die Anschaffung eines Helms nachdenken. Sicherer ist das Radeln mit Sturzhelm auf jeden Fall.

Woran erkenne ich einen guten Helm?

Zum optimalem Schutz des Kopfes besteht der Fahrradhelm aus stoßabsorbierendem Hartschaum, meist überzogen mit einer Schale aus robusten ABS-Kunststoff oder extra dünnem und leichtem Polycarbonat. Gute Qualitäten gibt es ab rund 40 Euro, für eine bessere Passform und Haltbarkeit sollte man jedoch 100 Euro investieren. Allerdings bleiben die besten Materialien wirkungslos, wenn der Helm nicht richtig sitzt. Zum Anprobieren sollten Radler deshalb in ein Fachgeschäft gehen.

Bei idealer Passform sitzt der Helm mittig auf der Stirn, ohne nach oben oder unten zu verrutschen. Der Kinnriemen sollte dabei nicht zu fest anliegen, mehr als ein Zentimeter Luft bis zum Kiefer sollten es aber auch nicht sein.

Wie sieht ein guter Schutz für Kinder aus?

Bei Kindern ist die korrekte Anprobe besonders wichtig. Da der kindliche Kopf noch wächst, tauscht man den Helm in der Regel nach zwei Jahren gegen ein größeres Modell. Vom Kauf gebrauchter Helme raten Experten ab, denn gerade Kinder gehen robust mit ihrem Helm um, so dass er oft kleine Risse im Hartschaum bekommt. Mit bloßem Auge sind diese nicht erkennen, aber sie verringern die Schutzwirkung.

Putzen und Pflegen

Außer einen schonenden Behandlung brauchen Fahrradhelme keine besondere Pflege. Schmutz, verklebte Insekten und Schweiß wäscht man einfach mit Wasser und mildem Reinigungsmittel ab. Nach rund fünf bis sechs Jahren wird der Hartschaum jedoch auch bei guter Pflege porös – dann muss ein neuer Helm her.

Deutlich weniger tödliche Fahrradunfälle seit Einführung der Helmpflicht in Australien

Dass Fahrradhelme Leben retten können, bestätigt ein Blick nach Down Under

Älteres Paar in Fahrradkleidung und Helm schlägt sich zufrieden in die Hände
Frau und Mann geben sich High Five © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Auch wenn sie oft empfohlen werden und vor allem viele Eltern ihre Kinder nie ohne sie auf das Fahrrad lassen: Fahrradhelme müssen in Deutschland nicht getragen werden. Es gibt in der Straßenverkehrsordnung keine Helmpflicht und genau das sehen viele Polizisten und Ärzte als großes Problem. Sie gehen davon aus, dass so mancher schwerer Unfall verhindert werden könnte, wenn Fahrradfahrer ihren Kopf richtig schützen würden. Eine aktuelle Studie aus Australien gibt allen Helm-Befürwortern recht.

Australien als Vorbild

Seit 1992 existiert in dem Land eine umfassende Helmpflicht für alle Radfahrer. Die Gegner des Gesetzes gaben zwar zu bedenken, dass die Fahrt mit dem Zweirad dadurch unattraktiv wird und weniger Menschen dieses Verkehrsmittel nutzen, doch das bewahrheitete sich nicht. Allein in der Stadt Sydney stieg in den letzten drei Jahrzehnten der Radfahreranteil kontinuierlich. Und seit der Einführung der Helmpflicht ging trotz mehr Verkehr auf den Straßen die Zahl tödlicher Unfälle für Radfahrer stark zurück. Dies belegt eine Auswertung der Jahre 1971 bis 2016.

Mit der Einführung der Pflicht, kam es statistisch jedes Jahr zu 49,4 Unfällen weniger, die eine Todesfolge für Radfahrer mit sich brachten. Hochgerechnet auf das Jahr 2016 sind das im Schnitt 1.332 gerettete Leben und in Prozent ausgedrückt, ist die Quote von 1971 auf 2016 um 36 Prozent gesunken.

Für die Forscher steht damit fest, dass das Tragen eines Fahrradhelms Jahr für Jahr Leben rettet. Natürlich lassen sich allein damit keine Unfälle vermeiden, doch solange der Kopf geschützt ist, kommt es vorwiegend zu leichten Verletzungen und Knochenbrüchen und die Menschen zahlen nicht mit ihrem Leben.

Eigenschaften: Wie der Fahrradhelm im Falle eines Aufpralls den Kopf schützt

Ein Fahrradhelm schützt im Fall des Aufpralls durch seine besondere Bauweise, die anschließend erläutert werden soll. Wichtig ist es jedoch zuvor eine Sache festzuhalten: Damit der Helm optimal schützen kann, muss er richtig getragen werden.

Dies beinhaltet mehrere Dinge: Man sollte nicht irgendeinen Helm kaufen, sondern den, der richtige Größe für die eigene Kopfform hat. Idealerweise muss der Helm dicht am Kopf sitzen, aber noch "Luft zum atmen" lassen und den Träger nicht ersticken.

Zudem muss der Helm unter dem Kinn eng festgezurrt werden können. Wer dort seinen Helm zu locker sichert, läuft Gefahr, dass sich dieser während des Sturzes löst und so ungünstig verschiebt, dass er nicht mehr ausreichend schützen kann.

Getragen werden muss der Helm im übrigen wie ein Schlapphut. Dies bedeutet, er sollte etwas über die Stirn rutschen. Diese Ausführungen zeigen deutlich, dass man sich bei der Auswahl des richtigen Helms unbedingt von Fachpersonal beraten lassen sollte, damit dieser im Ernstfall helfen kann.

Junge mit Fahrradhelm liegt nach Unfall neben Fahrrad auf der Straße
Junge mit Fahrradhelm liegt nach Unfall neben Fahrrad auf der Straße

Wie ein Fahrradhelm beim Sturz das Leben retten kann

Stürzt ein Mensch und schlägt mit dem Kopf auf, dann wirkt eine gewaltige Energie auf seinen Kopf, die im schlimmsten Fall die Schädeldecke sogar zum Platzen bringen kann. Aus diesem Grund muss eine Ableitung für diese Energie gefunden werden.

Die Konstrukteure der Fahrradhelme bedienen sich dabei eines Tricks, der aus der Autowelt sehr bekannt ist: Die Knautschzone. Der Helm fängt beim Sturz die Energie auf.

Dabei ist er so gebaut, dass er sich zusammendrückt. Dies bedeutet, der Helm kompensiert die Aufprallenergie nicht dadurch, dass er platzt, sondern dadurch, dass er sich verformt.

Um einen Helm jedoch zu verformen, muss eine gewaltige Kraft aufgewendet werden. Wer möchte, kann mit seinen Händen auf den Helm drücken.

Es wird nichts passieren. Diese Kraftanforderung ist so groß, dass die komplette Sturzenergie, die sonst auf den Kopf wirken könnte, verarbeitet wird. Der Fahrer hat so zumindest in diesem Bereich seines Körpers durch den Sturz nichts zu befürchten.

Älteres Paar in Fahrradkleidung und Helm schlägt sich zufrieden in die Hände
Älteres Paar in Fahrradkleidung und Helm schlägt sich zufrieden in die Hände

Anforderungen: Tipps zum Kauf

Es sollte für jeden Fahrradfahrer ganz selbstverständlich sein, bei jeder Strecke, die er mit dem Rad unterwegs ist, einen Helm zu tragen. Wichtig beim Kauf eines Fahrradhelmes ist es darauf zu achten, dass dieser TÜV geprüft ist. So kann man sicher sein, dass der Helm allen Sicherheitsbestimmungen entspricht.

Ausreichender Schutz: Beweis Prüfsiegel

Das wichtigste Kriterium, das ein Helm erfüllen muss, ist jedoch, dass er bei einem Sturz tatsächlich die gesamte Sturzenergie auffangen kann. Helme müssen deshalb getestet werden und der "Europäischen Norm" entsprechen. Nur dann dürfen sie das Prüfsiegel tragen, das dem Käufer sofort beweist, dass der jeweilige Helm eine gute Wahl ist.

Gängig sind zwei Abkürzungen: Zum einen das EN-Kürzel, um zu zeigen, dass die fragliche Norm erfüllt wurde (Schweizer Fahrradhelme tragen in der Regel dieses Siegel) sowie das CE-Siegel als Nachweis, dass der Helm den Anforderungen der EU genügt.

Stiftung Warentest nimmt Fahrradhelme unter die Lupe

Mittlerweile tragen in Deutschland elf Prozent aller Fahrradfahrer einen Helm und gelten schon lange nicht mehr als uncool. Dies liegt auch daran, dass im Gegensatz zu den klassischen Helmen das sportliche Design der neuen Cityhelme an Snowboard- oder Skaterhelme erinnert.

Die Stiftung Warentest hat jetzt über 30 Helme für Kinder sowie Erwachsene ausführlich getestet, wobei vor allem die Handhabung sowie der Tragekomfort und natürlich die Sicherheit im Vordergrund stand. Rund 50 Prozent der Fahrradhelme erhielt die Testnote "gut", während fünf Helme beim Sturztest gar nicht überzeugen konnten.

Daneben gab es bei zahlreichen geschlossenen Helmen in Skater-Optik Minuspunkte, da eine gute Belüftung nicht vorhanden ist und sie sich deshalb hauptsächlich für das langsame Radfahren eignen.

Fahrradhelme im Test: Viele sind schlecht belüftet

Wer Fahrrad fährt und sich mit einem Helm schützen möchte, sollte beim Kauf genau hinschauen. Die "Stiftung Warentest" hat insgesamt 34 Helme getestet. Lediglich knapp die Hälfte erhielt die Note "gut". Fünf fielen durch und bekamen beim Unfallschutz lediglich ein "ausreichend" oder gar ein "mangelhaft". Außerdem fielen zahlreiche Modelle für Erwachsenen wegen schlechter Belüftung negativ auf.

Testsieger bei den Erwachsenenhelmen ist mit "gutem" Unfallschutz, bester Handhabung und großen Luftlöchern der "Casco Activ-TC". Er kostet rund 60 Euro und liegt damit preislich im Mittelfeld. Bei den Kinderhelmen schnitt der "Limar 515" für ungefähr 40 Euro am besten ab.

Fachleute raten dringend von dem Gebrauch von Fahrradhelmen im Skater- oder Snowboarder-Look ab. Da diese geschlossen sind, hätten sie keine gute Belüftung. Ein Hitzestau drohe. Generell sollten Radfahrer darauf achtgeben, dass der Helm gut sitzt. So sollte nach dem Spannen des Kopfrings der Kopf nur die gepolsterten Stellen in der Helmschale berühren. Die Gurtbänder bilden einen Winkel, dessen Spitze sich direkt unter dem Ohr befindet. Der Riemen sollte mit dem Schloss unter dem Kinn liegen und nicht gegen den Hals drücken.

Passform, Prüfzeichen und Co. – worauf man beim Kauf des Fahrradhelms achten sollte

Kleines Mädchen mit Fahrradhelm vor ihrem Fahrrad
cute girl in a helmet is going for a ride © Galina Barskaya - www.fotolia.de

Kinder sollte man niemals ohne Helm aufs Fahrrad steigen lassen. Doch auch immer mehr Erwachsene entscheiden sich für den Kopfschutz, sei es, um ihren Kleinen ein gutes Vorbild zu sein, oder um sich einfach sicherer auf dem Drahtesel zu fühlen. Helme gibt es mittlerweile in zahlreichen Variationen und so vielfältig gestalten sich auch die jeweiligen Preise. Es gibt einige Dinge, auf die man beim Kauf eines Fahrradhelms achten sollte – ob für sich selbst oder für sein Kind.

Richtige Passform – der Kauf beim Fachhändler sollte Pflicht sein

Auch wenn die bunten Helme und deren günstigen Preise im Supermarkt und Discounter sehr verlockend sein mögen: wer Wert auf Sicherheit legt, sollte seinen Fahrradhelm beim Fachhändler kaufen. Denn dieser bietet einen wichtigen Service – er hilft dabei, die richtige Größe des Produkts auszuwählen. Ein Helm sollte weder drücken, noch zu locker auf dem Kopf aufsitzen.

Der Fachverkäufer kann die nötigen Feineinstellungen übernehmen und steht auch bei allen anderen Fragen beratend zur Seite, so zum Beispiel bei der Frage, welcher Helm für das Radeln in der Stadt oder das Mountainbiking am besten geeignet ist, denn auch hierbei gibt es Unterschiede. Wichtig ist – ob beim Kauf im Discounter oder im Fahrradgeschäft – auf das CE-Prüfzeichen zu achten.

Wann ist ein Austausch nötig?

Experten raten dazu, einen Fahrradhelm alle fünf Jahre auszutauschen, denn das Material wird durch verschiedene Temperaturen und Umwelteinflüsse beeinflusst. Fällt der Helm jedoch ein mal aus großer Höhe und schlägt auf dem Boden auf, sollte er ebenfalls ausgewechselt werden, denn dies kann aufgrund von Quetschungen und Haarrissen zu Sicherheitseinschränkungen führen.

Ein Helm kann schwere Kopfverletzungen vermeiden, wenn es zu einem Unfall kommt. Wichtig ist aber dennoch ein rücksichtsvolles Fahren, denn verhindern lässt sich ein Sturz durch das Tragen eines Fahrradhelms keineswegs.

Die richtige Passgenauigkeit

Der Helm muss zur Kopfform seines Trägers passen und darf nirgends eindrücken. Die Riemen des Helmes müssen so fest gezogen werden, dass der Helm nicht verrutschen kann.

Dabei dürfen die Riemen aber nicht einschneiden oder ähnliches. Am besten man probiert einfach verschiedene Modelle an, um zu sehen welcher sich am besten anfühlt.

Menschen haben unterschiedliche Kopfformen. Manche sind runder, andere ovaler. Aus diesem Grund ist nicht jeder Helm gleich gut für alle Träger geeignet.

Man sollte deshalb verschiedene Modelle probieren, um sicherzustellen, dass man zu einem Helm greift, der auch "passt". Andernfalls kann das Tragen extrem unangenehm oder sogar schmerzhaft werden.

Ein Geheimtipp ist es, sein natürliches Schamgefühl zu überwinden und im Laden schnelle und ausholende Kopfbewegungen zu machen. Verrutscht der Helm, passt er nicht und man sollte zu einem anderen Modell greifen.

Der perfekte Sitz des Helms
Kleines Mädchen mit Fahrradhelm vor ihrem Fahrrad
Kleines Mädchen mit Fahrradhelm vor ihrem Fahrrad

Ein Helm darf nicht irgendwie getragen werden, sondern sollte einen ganz speziellen Sitz auf dem Kopf des Fahrers einnehmen. Hierbei gilt das Kriterium "Schlapphut".

Der Helm sollte nach Möglichkeit etwas über die Stirn gerutscht sein. Der Hintergrund ist die Schutzwirkung für die Nase.

Stürzt man nach hinten, steht der Helm auch mit "Schlapphut-Sitz" über den Kopf hinaus und fängt so den Sturz ab. Stürzt man nach vorne und der Helm ist nicht leicht nach vorne geneigt, drohen extrem Gefährdungen für die Nase. Zudem stürzt man in der Mehrzahl der Fälle nach vorne. Außerdem ist es ein körperlicher Reflex, dass man, wenn man hinten stürzt, noch versucht, sich selbst zu drehen.

Funktionelle Kriterien

Weitere Kriterien für einen geeigneten Helm sind u.a., dass er unter keinen Umständen die Sicht beeinträchtigen darf, denn so würde er schließlich das Risiko eines Unfalles erhöhen. Außerdem sollte er gut belüftet sein, so dass einem gerade im Sommer nicht zu heiß unter dem Helm wird.

Eine Neuheit unter den Fahrradhelmen stellt der faltbare Helm dar. Wird er nicht mehr benötigt, kann er einfach zusammengefaltet und in der Handtasche oder dem Aktenkoffer verstaut werden. Dies ist besonders praktisch für Leute, die mit dem Rad zum Arbeitsplatz fahren.

Dieser Helm ist aber nicht nur praktisch, sondern er ist selbstverständlich auch funktionell. Durch seine stoßdämpfenden Lagen schützt dieser Helm genauso gut wie die harten Varianten.

Auch die Optik ist entscheidend

Aber es darf nicht ausschließlich auf die Funktion und den Sitz des Helmes geachtet werden, auch wenn dies die wichtigsten Kriterien bleiben sollten. Auch das Aussehen des Helmes sollte bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen.

Denn wenn man einen Helm kauft, in dem man sich total unwohl fühlt und sich lächerlich vorkommt, wird man diesen wohl kaum wirklich jedes Mal aufsetzen. Heutzutage gibt es aber genügend Helme, in denen man sich nun wirklich nicht schämen muss.

Gerade bei seinen Kindern sollte man darauf achten sie nicht ohne Helm aufs Rad steigen zu lassen. Bei ihnen ist die Sturzgefahr noch höher und ihre Köpfe sind teilweise noch anfälliger für Verletzungen als der eines Erwachsenen.

Dank Helmen mit bunten Motiven und Abbildungen von ihren Helden sollte es kein Problem sein, ihr Kind für einen Helm zu begeistern. Erst recht nicht, wenn sie als Eltern als gutes Vorbild dienen, werden die Kleinen ihnen nacheifern und nicht ohne ihren Helm aufs Fahrrad steigen wollen.

Sollte es dann tatsächlich einmal zu einem Sturz kommen, sollte der Helm ersetzt werde, da er nun eventuell den geforderten Sicherheitsbestimmungen nicht mehr entspricht. Schaffen Sie es unfallfrei zu bleiben, ist es ratsam, den Fahrradhelm alle 5 bis 8 Jahre auszuwechseln.

Abgesehen davon muss ein Helm ersetzt werden, sofern er Risse aufweist...

Duftalarm für defekte Helme

Immer mehr Deutsche setzen beim Radfahren einen Helm auf. Bei einem Sturz absorbiert der Kopfschutz die Energie und kann so schwere Verletzungen verhindern. Aber was nutzt der Helm, wenn sein Material bereits beschädigt ist? Fast nichts. Und das Tückische: Feine Risse, etwa durch ein Herabfallen des Helms, sind von außen nicht erkennbar.

Viele Radler fahren deshalb mit einem Helm, der sie bei Unfällen nicht richtig schützen kann. Auf der anderen Seite tauscht mancher Radfahrer seinen Helm schon beim Verdacht auf einen Defekt aus, auch wenn der Kopfschutz gar keinen Schaden genommen hat. Beide Irrtümer können teuer werden, für die Gesundheit oder für das Portemonnaie.

Die etwas andere Art des Schutzes - Fahrradhelme stinken, wenn sie beschädigt werden

Kleine Kapseln mit Stinkgemisch platzen bereits bei kleinsten Rissen auf

Fahrradhelm hängt am Fahrradlenker
bicycle helmet © Kati Molin - www.fotolia.de

Forscher des Fraunhofer Instituts für Werkstoffmechanik haben Sinn für Humor und Sinn fürs Praktische: Sie haben Helme für Fahrradfahrer entwickelt, die auf den ersten Blick stinknormal aussehen, doch bei Beschädigung nur noch stinken.

Die Risiken eines beschädigten Helms

Besitzern eines solchen Helms soll damit ein Signal gegeben werden, wann der Helm nach einem Sturz so beschädigt ist, dass er keinen weiteren Fall abfängt, sondern umgehend ausgetauscht werden muss. Viele Fahrradfahrer neigen nämlich dazu, nach einem Unfall den Helm weiter zu benutzen. Sie denken sich, ein Kratzer oder eine kleine Delle ist kein Problem.

Genau das ist ein großer Fehler, der beim nächsten Sturz schlimme Folgen haben kann. Ein beschädigter Helm muss nicht fürs bloße Auge sichtbar sein. Es reichen schon kleine Risse in der Struktur des Materials und der Schutz ist nicht mehr gegeben.

Eine bahnbrechende Erfindung

Die Männer und Frauen aus Fraunhof wollen solchen Fehleinschätzungen vorbeugen und haben die stinkenden Kopfschützer entwickelt. Fällt man vom Rad und bemerkt neben einem aufgeschürften Knie auch noch einen fiesen Geruch in der Nase, weiß man Bescheid: ein neuer Helm muss her. Die winzigen Kapseln, die mit dem stinkendem Gas gefüllt sind, platzen bereits bei den feinsten Rissen auf und alarmieren uns so. Die Idee könnte in Zukunft auch für Dinge wie Gasleitungen eingesetzt werden und viele Menschenleben retten.

Duftalarm für feine Risse

Ob unnötiger Austausch oder trügerische Sicherheit - mit einem duftenden Alarmsystem für Schäden am Helm ließe sich beides vermeiden. Erste Teste mit Geruchsverfahren liefen bereits 2010:

Ingenieure der Fraunhofer-Institute in Freiburg und Oberhausen entwickelten Mikrokapseln mit Duftstoffen und brachten diese in die Polypropylenmasse von Fahrradhelmen ein. Im Spritzgussverfahren verteilten sie den Polymerwerkstoff in einer Folie, die dann man Kopfschutz befestigt wurde.

Im normalen Zustand sind die Mikrokapseln geruchsdicht verschlossen; auch Temperaturen bis 300 Grad und gleichmäßiger Druck können den Geruchskügelchen nichts anhaben. Bei plötzlichen Stößen oder kräftigem Zug öffnen sich die Kapseln jedoch, und die Duftstoffe treten aus.

Wie stark der Druck sein muss und wie viele Geruchskapseln erforderlich sind, errechnen die Forscher per Computersimulation. Kleine Risse riechen nur schwach, größere Risse machen durch deutlichen Gestank auf sich aufmerksam. Spätestens jetzt weiß der Träger, dass er seinen Helm entsorgen sollte.

Viele Anwendungen für Geruchskapseln denkbar

Das im Fraunhofer-Institut entwickelte Verfahren eignet sich nicht nur für Fahrradhelme; auch Motorrad- oder Bauhelme ließen sich damit überprüfen. Darüber hinaus sehen die Forscher weitere Anwendungsbereiche.

So könnten auch verdeckt installierte Druckschläuche, etwa für Waschmaschinen, mit dem duftenden Warnsignal ausgestattet werden. Beschichtet man Metallrohre mit entsprechend ausgerüsteten Polymerwerkstoffen, ließen sich zudem Gasleitungen auf gefährliche Risse überwachen.

Helm mit Bremslicht und Blinkern

Sicherheit für Radfahrer ist auch in anderen Ländern ein großes Thema. Das amerikanische Start-up Lumos hat Fahrradhelme mit Bremslicht und Blinkern entwickelt. Wie beim Auto leuchten am Helm rote LED-Dioden auf, wenn der Fahrer bremst.

Beim Abbiegen zeigen Blinker die gewünschte Richtung an. Ausgelöst werden die Signale durch eine Fernbedienung am Lenker.

Grundinformationen und Hinweise zu Fahrradhelmen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: woman riding © Wojciech Gajda - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Senioren © bilderbox - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: A young boy who has crashed his bicycle. © Rob Byron - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: bicycle helmet © Kati Molin - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Frau und Mann geben sich High Five © Robert Kneschke - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: cute girl in a helmet is going for a ride © Galina Barskaya - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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