Marknagel-Technik - Beinverlängerung durch speziellen Knochen-Nagel

Viele Menschen wünschen sich, einige Zentimeter größer zu sein. Eine neuartige Methode zur Beinverlängerung ist die Marknagel-Technik.

Durch die Marknagel-Technik kann für die Verlängerung des Beines auf ein Metallgerüst verzichtet werden

Unter der Marknagelung versteht man eine Operationsmethode zur Behandlung von Röhrenknochenfrakturen. Mittlerweile ist es auch möglich, mit diesem Verfahren die Beinknochen zu verlängern.

Marknagel-Technik

Die Marknageltechnik, bei der ein implantierbarer Marknagel, der aus Edelstahl besteht, zur Anwendung kommt, dient vor allem zum Ausgleich von unterschiedlichen Beinlängen. Ein solcher Eingriff kann medizinisch notwendig sein, wenn ohne eine Behandlung die Gefahr von Beschwerden und Schäden in der Wirbelsäulen- oder Hüftregion besteht.

In zunehmendem Maße wird eine solche Operation aber auch aus kosmetischen Gründen vorgenommen.

Bisher war es üblich, für eine Beinverlängerung einen so genannten Fixateur externe einzusetzen. Dabei handelt es sich um ein Gestänge aus Metall, von dem das Bein wie ein Käfig umhüllt wird. Auf diese Weise entsteht ein Gerüst für den Knochenaufbau. Durch die Marknagel-Technik kann jedoch auf das Metallgerüst verzichtet werden.

Der entscheidende Vorteil des Marknagels gegenüber dem externen Fixateur ist, dass er weitaus mehr Last aufnehmen kann, was zu einer besseren Stabilität des Knochens führt. Außerdem besteht bei der Anwendung des Metallgerüstes eine erhöhte Infektionsgefahr, da Bakterien über die Drähte ins Innere des Körpers gelangen können.

Durchführung

  1. Bei einer Beinverlängerung wird zunächst die Durchtrennung des kürzeren Ober- oder Unterschenkelknochens vorgenommen.
  2. Anschließend setzt der Chirurg einen 25 Zentimeter langen Marknagel aus Titan zwischen die Knochenteile ein und führt die Knochen soweit zusammen, dass es zur Bildung eines neuen Knochens kommt.

Bei dem Nagel handelt es sich um ein Röhrchen, in dem ein Stab steckt. Diesen Stab verbindet man mit dem Unterteil des Beins. Wird der Unterschenkel jeden Tag 15 Mal gezielt etwas hin und her gedreht, bewirkt dies, dass sich der Abstand zwischen den Knochenteilen um einen Millimeter vergrößert, wodurch sich mit der Zeit der Knochen neu bildet.

Die Drehbewegungen führt der Patient solange aus, bis er die gewünschte Beinlänge erreicht. Auf diese Weise ist es möglich, innerhalb von drei Monaten fünf bis zehn Zentimeter größer zu werden.

Da der Knochen zu diesem Zeitpunkt jedoch noch zu weich ist, muss der Marknagel etwa eineinhalb bis zwei Jahre im Körper bleiben, um ihn ausreichend zu stabilisieren. Im Laufe der Zeit kommt es zur Bildung von Kallus und der Knochen wird stabiler.

Risiken und Nebenwirkungen

Wie bei den meisten chirurgischen Eingriffen, besteht auch bei einer Beinverlängerung die Gefahr von Risiken und Nebenwirkungen. Dazu gehören vor allem:

Ein weiteres Risiko ist, dass sich das Bein zu schnell verlängert. Aus diesem Grund kontrollieren die Ärzte das behandelte Bein durch eine Magnetsensorüberwachung. Während einige Patienten bei der Beinverlängerung unter Schmerzen leiden, bleiben andere davon verschont. In manchen Fällen kann es auch zu Sensibilitätsstörungen kommen.

Beinverlängerung aus kosmetischen Gründen

Einer kosmetischen Beinverlängerung stehen viele deutsche Ärzte skeptisch gegenüber. Daher wird sie hierzulande auch nur von wenigen Chirurgen angeboten. Bedingung für eine kosmetische Beinverlängerung ist, dass zuvor ein psychiatrisches Gutachten des Patienten eingeholt wird.

So muss eine starke psychische Belastung des Patienten vorliegen, damit die Operation ausgeführt werden kann. Die Kosten für eine beidseitige Beinverlängerung betragen mindestens 50.000 Euro.

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Quellenangaben
  • Rückansicht von Beinen junger Frau © unpict - www.fotolia.de

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