10. Oktober 2006
Abstehende oder sehr große Ohren können das Selbstbewusstsein zerrütten und zum bestimmenden Thema im Alltag werden. In diesen Fällen ist eine Ohrkorrektur eine Möglichkeit, zu neuer Sicherheit zu gelangen.
Gerade Kinder leiden bei Segelohren häufig unter den Hänseleien und dem Spott ihrer Schulkameraden. Doch auch in späteren Jahren kann der ästhetische Makel zu Einschränkungen im Alltag und Problemen am Arbeitsplatz führen.
Daher entscheiden sich jährlich rund 5000 Deutsche für eine Ohrkorrektur (Otopexie). In einer etwa zweistündigen Operation können abstehende Ohren angelegt oder besonders große Ohren durch eine Entfernung von Knorpel verkleinert werden. Dieser Eingriff ist bei Erwachsenen und Kindern ab fünf Jahren in der Regel problemlos durchführbar. Menschen mit Wundheilungsstörungen sollten sich im Vorfeld einmal mehr fachkundigen Rat einholen und genau überlegen, ob sie die höheren Risiken auf sich nehmen wollen. Natürlich sollten sich auch gesunde Patienten eingehend über den Eingriff und mögliche Risiken informieren. Mit der Unterzeichnung einer Einverständniserklärung vor der Operation bestätigen Sie, dass Sie eine Aufklärung erhalten haben und der Behandlung zustimmen.
Die Ohrkorrektur kann ambulant in einer Tagesklinik oder plastisch-chirurgischen Praxis durchgeführt werden. Wenn Sie eine postoperative Überwachung wünschen, können Sie sich in einer klassischen Klinik auch für einen stationären Aufenthalt über Nacht entscheiden.
Die Operation wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Wenn der Patient eingeschlafen ist, wird über die Rückseite des Ohres ein Zugang geschaffen - so bleiben Narben unsichtbar. Nun kann der Knorpel geformt oder ausgedünnt und mit Nähten dauerhaft in Position gebracht werden. Um abstehende Ohren anzulegen, müssen zunächst die Muskelverbindungen zum Kopf durchtrennt werden. Erst dann lässt sich die Ohrmuschel frei zum Kopf hinbewegen. Die neue Ohrstellung wird mit dauerhaften Nähten fixiert.
Nach dem Eingriff wird ein Druckverband angelegt, der nicht nur dem Schutz dient, sondern zusätzlich formend wirkt. Der Verband kann nach drei Tagen abgelegt werden. Nun muss zum Schutz der neuen Ohren für etwa 6 Wochen ein Stirnband getragen werden. Es empfiehlt sich, für die Zeit nach dem Eingriff frei zu nehmen.
Im Normalfall verläuft die Otopexie ohne Probleme. Wie bei jedem operativen Eingriff können Schwellungen und Blutergüsse im operierten Gebiet auftreten. In seltenen Fällen kann der Bluterguss zu einer verminderten Versorgung des Ohrknorpels führen. Mögliche Folgen sind Narbenbildungen bis hin zu einem Teilverlust der Ohrmuschel. Infektionen sind sehr selten und können zumeist mit Antibiotika geheilt werden.
Für eingehende Informationen können Sie sich an einen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in Ihrer Nähe wenden. Eine Liste mit allen niedergelassenen Spezialisten gibt es auf der Homepage www.vdaepc.de.
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