22. November 2008
Von K. Schumann
Mit dem ersten Kind beginnt auch meist die Auseinandersetzung mit dem Thema Windeln. Oft stellt sich dabei die Frage Einwegwindeln oder doch lieber Stoffwindeln?

Die in Deutschland am meisten verwendete Windel ist wohl die Einwegwindel. Sie ist seit ungefähr 30 Jahren auf dem Markt erhältlich. Im Inneren hat die Einwegwindel eine Verteilauflage (meist aus Polypropylenvlies) und einen Saugkern, der aus Zellstoffflocken und einem Superabsorber besteht. Der Superabsorber besteht aus kleinen Kügelchen aus Polyacrylaten, die die Eigenschaft haben, Wasser aufzusaugen und in gelartiger Form zu speichern. Die heutigen Superabsorber können das 50fache ihres eigenen Gewichts an Urin aufnehmen und sorgen so dafür, dass die Windel trocken bleibt. Der Saugkern ist von einer Art Kunststoffhöschen umgeben. An den Seiten befinden sich Klebe- oder Klettstreifen, um die Windel fixieren zu können.
Der Vorteil der Einwegwindel liegt auf der Hand. Sie ist überall erhältlich, kann schnell gewechselt werden und verursacht so gut wie keine Arbeit. Ein weiterer Vorteil der Einwegwindel ist ihre hohe Saugfähigkeit. So muss die Windel seltener gewechselt werden. Der größte Nachteil der Einwegwindel ist die Umweltbelastung. Bis ein Baby trocken wird sind etwa 5000 Windeln nötig. So verursacht jedes Baby einen durchschnittlichen Müllberg von 1000kg. Doch nicht nur die Entsorgung der Windeln belastet die Umwelt, auch die Herstellung ist nicht besonders umweltfreundlich.
Bei den Mehrwegwindeln gibt es verschiedene Windelsysteme. Die meisten Systeme bestehen aus einem Windelvlies, einer Saugwindel bzw. einer Einlegwindel und einem Überhöschen als Nässeschutz. Beim Wickeln werden diese Bestandteile ineinander gelegt. Die Einlegewindel dient dabei als Saugkern. Das Windelvlies ist für die Trennung von Kot und Urin nötig. Das verschmutzte Windelvlies kann samt Inhalt in der Toilette entsorgt werden. Der Rest der Mehrwegwindel wird in einem Windeleimer gesammelt und kann mit der restlichen Wäsche bei 60°C gewaschen werden. Wem das Waschen der Windeln zuviel Arbeit verursacht, hat die Möglichkeit auf einen Windeldienst zurückzugreifen. Der Windeldienst tauscht die schmutzigen Windeln aus und übernimmt die Reinigung.
Mehrwegwindeln reduzieren die Müllproduktion enorm. Allerdings wird diskutiert, ob die Belastung der Umwelt durch das häufige Waschen eventuell genauso hoch ist wie die Belastung durch Einwegwindeln. Befürworter der Mehrwegwindel sagen, dass durch die breite Wickelung Hüftgelenksfehlstellungen vermieden werden können. Ebenso werden durch die Luftdurchlässigkeit der Windel das Risiko von Pilzerkrankungen und Hautreizungen reduziert.
Die Entscheidung, welche Windel nun die Richtige ist, muss jede Mutter im Hinblick auf die Bedürfnisse ihres Babys selber treffen.
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