Tier-Massage - Wohlfühlen für Katze und Hund

Massagen gehören zu den ältesten Behandlungsmethoden der Menschheit. Sie sind aber nicht nur für Menschen hilfreich und wohltuend, sondern auch für Tiere. Mit ein paar gekonnten Massagegriffen für Katze und Hund kann man den Vierbeinern zu Entspannung verhelfen und mit den Streicheleinheiten für ein ganz besonderes Wohlbefinden sorgen. Holen Sie sich Tipps zum Massieren von Katze und Hund.

Britta Josten
Von Britta Josten

Tiermassage - Ziel und Zweck

Bei Massagen denkt man in erster Linie an die Behandlung von Menschen, für die es zahllose unterschiedliche Massageformen gibt. Doch Massagen sind nicht nur für Zweibeiner wohltuend und hilfreich, sondern auch für Vierbeiner. Vor allem bei

werden häufig Massagen zu therapeutischen Zwecken durchgeführt. Genau wie die Menschen, können auch die Tiere unter Verspannungen leiden, denen man mit einer Massage entgegenwirken kann. Ausgeführt werden Tiermassagen in der Regel von speziell ausgebildeten Tiermasseuren.

Zweck einer Tiermassage ist, ähnlich wie bei einer Massage bei Menschen,

  • die Lockerung und Kräftigung von verspannten und verkrampften Muskeln
  • die Förderung der Durchblutung
  • die Anregung des Stoffwechsels
  • der Abtransport von schädlichen Schlacken aus dem Körper
  • die Stimulation von Nerven sowie
  • die Steigerung des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit des Tieres.

Darüber hinaus kann eine Tiermassage auch schmerzlindernd und tonusregulierend wirken. Oftmals werden die Tiermassagen auch mit speziellen Bewegungsübungen verbunden, wodurch eine noch bessere Wirkung erzielt wird.

Anwendungsgebiete

Vor allem Hunde und Pferde sind häufig von Beschwerden betroffen. So können Hunde, genau wie Menschen, unter Muskelkater oder Verspannungen leiden. Aber auch bei zahlreichen anderen Problemen wie

kann eine Massage für Hunde sehr hilfreich sein. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die unterstützende Vorbereitung und Begleitung bei Wettkämpfen.

Auch bei Pferden werden häufig Massagen durchgeführt. Zu den Indikationen für eine Massage gehören

  • Biegeprobleme
  • Rückenschmerzen
  • sekundäre Probleme durch Spat
  • Schwierigkeiten beim Reiten
  • Kissing spines
  • Nachschleifen von Gliedmaßen sowie
  • Probleme mit den Hinterfüßen oder Sprunggelenken.

Darüber hinaus werden Massagen auch zur Vorbereitung auf Turniere angewandt.

Rechte Hand einer Frau an Rumpf oder Körper eines braunen Pferdes mit Halfter und Mähne
Rechte Hand einer Frau an Rumpf oder Körper eines braunen Pferdes mit Halfter und Mähne

Erstellung eines Therapieplans

Vor der Durchführung der Tiermassage erstellt der Masseur einen Befund der Muskulatur. Dann wird das Tier behutsam an die Massagebewegungen gewöhnt.

Nach dem Erstellen eines Therapieplans, der sich nach den jeweiligen Beschwerden des Tieres richtet, kann mit einer individuellen Massage begonnen werden. Ergänzend können dazu auch spezielle Bewegungsübungen erfolgen. Die Kosten für eine Tiermassage liegen in der Regel bei ca. 25 Euro für Hunde und Katzen und etwa 45 Euro für ein Pferd.

Doch wer die richtigen Handgriffe kennt, kann Katze und Hund natürlich auch selbst mit meiner wohltuenden Massage verwöhnen.

Effektive Massagegriffe für das Haustier

Im Folgenden zeigen wir ein paar einfache Handgriffe, mit denen man seinem Tier besondere Aufmerksamkeit schenkt; dabei kann es wunderbar entspannen.

Die Katze massieren

Der Stubentiger wird sich nach einer solchen Massage besonders wohlfühlen. Aufgedrehte Katzen können zudem zur Ruhe kommen, und natürlich wird auch die Bindung zwischen Tier und Halter gefestigt.

Rote Katze liegt auf dem Rücken auf einem weißen Fell, die Augen geschlossen
Rote Katze liegt auf dem Rücken auf einem weißen Fell, die Augen geschlossen

Wichtig ist der richtige Zeitpunkt; das Tier sollte nicht gerade gefressen haben und sich auch nicht mit anderen Dingen, wie Putzen, beschäftigen. Zudem ist es hilfreich, einen Moment auszuwählen, in dem die Katze von selbst ankommt, um Streicheleinheiten einzufordern.

Nun gilt es, Ruhe auszustrahlen. Dies gelingt mit einer leisen, tiefen Stimme sowie langsamen Streichelbewegungen.

Am besten beginnt man mit der Lieblingsstelle der Katze. So wird sie es am ehesten zulassen, auch an anderen Körperstellen massiert zu werden. Mit den Fingerspitzen sollte man sich dabei auf Gesicht und Kinn konzentrieren, während man ansonsten die ganze Hand nutzt.

Man sollte stets darauf achten, wie das Tier auf die Massage reagiert. Nur wenn es wirklich entspannen kann, wird es diese genießen - anderenfalls passen Zeitpunkt und Stimmung gerade nicht, oder aber die Massage wird generell nicht gemocht.

  • Den Kopf und die Ohren massieren: den Kopf mit den Handflächen an den Seiten und hinten umschließen und kreisende Bewegungen ausführen; mit den Fingerspitzen sanft an den Ohren entlangstreifen
  • Das Kinn und den Hals massieren: ganz sanft mit kreisenden Bewegungen mit den Fingerspitzen an Kinn und Hals des Tieres entlangstreichen
  • Das Gesicht massieren: mit kreisenden Bewegungen mit den Fingerspitzen die Bäckchen und die Stirn streicheln
  • Die Schultern massieren: beide Hände auf die Körperseiten der Katze legen und kreisend kneten
  • Den Rücken massieren: von den Schultern aus am Rücken entlanggleiten und sanften Druck auf die Körperseiten ausüben; dabei auf den oberen Rückenbereich konzentrieren
  • Den Bauch massieren: nicht alle Katzen mögen es, dort berührt zu werden - ansonsten mit kreisenden Bewegungen sanften Druck ausüben, dabei auch den Brustmuskel berücksichtigen

Den Hund massieren

Auch beim Hund gilt es natürlich, einen geeigneten Zeitpunkt abzuwarten. Das Tier sollte entspannt sein und sich über Zuwendung und Streicheleinheiten freuen. Als Unterlage empfiehlt sich die Lieblingsdecke des Haustieres; ansonsten kann man auch eine Yogamatte oder ähnliches wählen.

  • Die Läufe und Pfoten massieren: den Hund auf die Seite legen, die Läufe von oben nach unten streichen, immer in Fellrichtung bewegen und niemals Druck auf die Knochen ausüben
  • Den Nacken massieren: das Fell am Nacken sanft anheben und ebenso wieder an den Hals anlegen
  • Den Rücken massieren: seitlich an der Wirbelsäule (niemals Druck auf diese ausüben!) mit knetenden Bewegungen entlangarbeiten
  • Den Kopf und die Ohren massieren: eine Hand unter die Schnauze des Tieres legen, mit Zeige- und Mittelfinger die Stirn mit sanften kreisenden Bewegungen streicheln, die Ohren mit jeweils einer Hand sanft kneten
Hände umfassen zwei Hundepfoten mit braun-weißem Fell, auf einer Pfote ist ein braunes Herz zu seh
Hände umfassen zwei Hundepfoten mit braun-weißem Fell, auf einer Pfote ist ein braunes Herz zu sehen

Kontraindikationen

Nicht immer ist eine Massage des Haustieres sinnvoll. Zu allererst ist es müssen sich Katze und Hund natürlich dabei wohlfühlen - die Massage ist also grundsätzlich nur dann möglich, wenn das Tier Gefallen daran findet. Hinzu kommt, dass man bei einigen Erkrankungen oder in gewissen Situationen darauf verzichten sollte; dazu zählen

  • Trächtigkeit
  • Infektionserkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • frische Verletzungen
  • Fieber
  • Entzündungen
  • Tumore