Polyphenole im Rotwein haben offenbar positive Wirkung auf Zahnfleischentzündungen

Immer wieder beweisen Studien, dass Antioxidantien in Rotwein als Radikalfänger fungieren und vorbeugend gegen Arteriosklerose, Herzerkrankungen oder Alzheimer wirken. Forscher fanden zudem heraus, dass Rotweinextrakt auch vor Zahnfleischentzündungen schützen kann.

Paradisi-Redaktion
Von Paradisi-Redaktion

Das Schutzprinzip von Rotwein

Die in roten Traubenhüllen enthaltenen Polyphenole, die zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehören, haben sich vor allem als Radikalfänger einen Namen gemacht. Anthocyane als Untergruppe der Polyphenole sind in der Lage, Stickstoffmoleküle und reaktive, schädliche Sauerstoffformen abzufangen und verhindern auf diese Weise oxidative Zellkernschäden in der DNA sowie Schäden an Eiweißstoffen und Fetten. Antioxidantien schützen vor Verklumpungen an den Blutplättchen und haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Experten vermuten aufgrund der geringen Bioverfügbarkeit allerdings, dass noch andere Substanzen in Rotwein für die antientzündliche Wirkung verantwortlich sind und ein positiver Einfluss nicht auf den gesamten Organismus möglich ist. Doch dass Rotwein gefäßerweiternd und entzündungshemmend wirkt, wurde in zahlreichen Studienergebnissen renommierter Wissenschaftler nachgewiesen.

Rotweinextrakt unterstützt Fresszellen bei ihrer Arbeit

Schon vor zehn Jahren fanden Forscher bei einem Laborversuch mit Testmäusen heraus, dass Rotwein auch vor entzündetem Zahnfleisch schützen oder bestehende Entzündungen sogar heilen kann. In Rotwein, genauer in den Traubenschalen, sind weitaus mehr Polyphenole enthalten als in Weißwein, da die Hüllen der Trauben ebenfalls vergoren werden. Durch diesen Prozess bleiben die wertvollen pflanzlichen Substanzen erhalten.

Bei den Tests wurden Fresszellen (Makrophagen) isoliert. Fresszellen zersetzen schädigende Bakterien, die Zahnfleischentzündungen auslösen. Kamen Makrophagen mit entzündungsfördernden Bakterien in Berührung, entwickelten sich vermehrt freie Radikale, die das Mundgewebe angreifen. Wurden die Fresszellen mit Polyphenolen versetzt, erledigten die Makrophagen ihre Arbeit und fingen weit mehr freie Radikale ein. Die Antioxidantien in Rotwein können laut Studien eine Ausbreitung schädlicher Bakterien verhindern und deshalb bestehende Zahnfleischentzündungen abschwächen oder einer Neubildung vorbeugen. Dazu reicht es bereits aus, den Mund bloß mit Rotwein zu spülen, er muss nicht zwangsläufig auch getrunken werden.

Resveratrol soll körpereigenen Zellschutz aktivieren

Wissenschaftler aus aller Herren Länder diskutieren seit Jahrzehnten kontrovers über die Wirkung von Rotwein auf die Gesundheit. Immer wieder wurden Forschungsergebnisse widerlegt. Die einen schreiben Rotweinextrakt eine antioxidative Wirkung zu, andere glauben nicht daran.

Doch einer aktuellen Studie zufolge soll das in Rotwein enthaltene Resveratrol den körpereigenen Zellschutz aktivieren, der bereits Jahrhunderte alt ist. Resveratrol als Gruppe der Polyphenole gehört ebenfalls zu den Inhaltsstoffen mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Dass Krebszellen durch Rotweinextrakt am Wachstum gehindert werden, haben Forscher weitgehend widerlegt, allerdings sind andere Wissenschaftler der Auffassung, dass Rotweinextrakt auf jeden Fall seine positiven Effekte bei Zahnfleischentzündungen, Alzheimer oder Herzerkrankungen entfaltet.

Die Ergebnisse sind bisher nicht eindeutig belegt, doch die neusten Erkenntnisse machen Hoffnung, dass Rotweintrinken in geringen Maßen durchaus der Gesundheit förderlich sein kann.