12. Februar 2010
Von Viola Reinhardt
Der Besuch eines Steinbades sollte zelebriert werden. Diese seit Tausenden von Jahren bekannte Form der Sauna hat auch in heutigen Wellnessbereichen nichts von ihrer Urtümlichkeit und Gemütlichkeit eingebüßt. Das System ist simpel, aber genial: In einem offenen Korb werden mineralhaltige Steine erhitzt und anschließend schnell in kaltes Wasser getaucht. So entsteht Wasserdampf und damit Hitze.
Obwohl das Steinbad schon seit Jahrtausenden bekannt ist, wird es erst jetzt im Zuge der Wellness-Welle wieder häufiger angeboten. Das Steinbad gehört zu den Dampfbädern. Die Wirkweise ist einfach: Steine mit eingeschlossenen Mineralien werden zum Glühen gebracht und dann in kaltem Wasser abgekühlt. So entsteht ein Dampfstoß, der zum einen wegen der Feuchtigkeit die Temperatur senkt und zum anderen die gelösten Mineralien an die Luft abgibt. Durch die Inhalation dieser Inhaltsstoffe soll eine gesundheitsfördernde Wirkung herbeigeführt werden. Der Vorgang wird mehrfach wiederholt und ist auch für das Auge ein Spektakel. Da sich Steinbäder sehr häufig in höhlenartigen Gewölben oder archaisch wirkenden Räumen befinden, bekommt diese Form der Sauna zusätzlich einen Erlebnisfaktor.
Dank einer Temperatur um die 65 Grad Celsius ist das Steinbad auch für ältere Menschen und Kinder sowie Personen mit Kreislaufproblemen geeignet. Die Temperatur wird langsam erhöht, wodurch die Belastung für den Kreislauf gering ist. In manchen Saunen befindet sich ein Deckenventilator, der die Wärme sanft im Raum verteilt. Der Dampf, der die aus den Steinen gelösten Mineralien als Aerosole in der Luft verteilt, wirkt zum einen wohltuend auf die Atmung und zum anderen auf die Haut, die Wärme entspannt die Muskulatur. Wie in jeder anderen Sauna wird auch hier die Durchblutung angeregt und so der Abtransport von Schlacken gefördert. Bei regelmäßigen Besuchen des Steinbades zeigt sich neben Stressabbau auch eine Verbesserung des Immunsystems.
Wird vor dem Steinbad ein Körperpeeling durchgeführt, kann die Haut die wertvollen Wirkstoffe, die aus den Steinen freigesetzt werden, besser aufnehmen. Der perfekte Abschluss eines Steinbades ist eine Massage. Mit ihr werden die Mineralien in die Haut einmassiert. Zudem kann der Masseur die von der Wärme bereits gelockerten Muskeln besser behandeln. Wer die Möglichkeit einer Massage nicht hat, kann die positiven Effekte des Saunaganges jedoch auch mit einer Ruhephase zwischen den Gängen oder zum Abschluss verstärken.
Das Steinbad als Erlebniswelt erlaubt auch die Möglichkeit mit der ganzen Familie oder mit guten Freunden einen besonderen Tag der Entspannung zu erleben. Urig und gänzlich anders als ein Aufenthalt in einer finnischen Sauna, kann man damit ein Stückweit zu dem Ursprung des Menschseins zurückfinden und sei es nur mit der Kraft der Fantasie und der Wärme des Steinbades.
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