16. November 2009
Als Tautreten wird eine naturheilkundliche Anwendung nach Sebastian Kneipp bezeichnet. Dabei geht oder läuft man durch taufrisches Gras, um die Abwehrkräfte zu stärken.
Ziel und Zweck des Tautretens ist die Stärkung des menschlichen Immunsystems und die Vorbeugung gegen Krankheiten und Beschwerden. Das Laufen oder Gehen in taufrischem Gras ist eine Variante des gesunden Barfußlaufens und dient vor allem der Stärkung der Abwehrkräfte. Ebenso wie das Wassertreten und das Schneegehen im Winter, gehört auch das Tautreten zu den Anwendungen des bayerischen Pfarrers Sebastian Kneipp (1821-1897), der das Barfußlaufen schon im 19. Jahrhundert als wichtiges Element der Gesundheitsvorsorge empfahl. Kneipp, der die Wasserkur und die Kneipp-Medizin ins Leben rief, sah in dem Tautreten eine wichtige Maßnahme zur Durchblutungsförderung und zur Abhärtung des Körpers. Durch das Barfußgehen kommt es zu einer Stärkung des Kreislaufs und einer vermehrten Freisetzung von Körperwärme. Auf diese Weise soll vor allem Erkältungskrankheiten vorgebeugt werden. Durch regelmäßiges Tautreten im Frühjahr und im Sommer kann auch das winterliche Schneegehen problemlos absolviert werden. Zudem ist das Tautreten wichtiger Bestandteil einer Kneipp-Kur.
Empfohlen wird die Anwendung bei chronisch kalten Füßen, Schwächen des Immunsystems, Fußschmerzen, durchblutungsbedingten Kopfschmerzen, geschwollenen Füßen, orthopädischen Erkrankungen, bei vegetativen Störungen sowie zur Vorbeugung gegen Erkältungen und andere Infektionen. Daneben ist das Treten im frischen Gras eine wohltuende Massage für die Füße.
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