Mögliche Vorteile von Nahrungsergänzungsmitteln bei einer Antibiotika-Therapie

Blaue Kapseln auf weißem Hintergrund

In welchen weiteren Fällen die Einnahme empfohlen wird - nebst Erkrankungen besteht z.B. auch im höheren Alter oder während der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf

Durch die Einnahme von Antibiotika kommt es oftmals zu Beeinträchtigungen der Darmflora. Daher kann die Zufuhr von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln im Rahmen einer Antibiotika-Therapie von Vorteil sein.

Nahrungsergänzungsmittel sollen den menschlichen Körper zusätzlich mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Es handelt sich um Präparate, die ergänzend zur gewöhnlichen Nahrung eingenommen werden. Erhältlich sind sie zumeist als

  • Tabletten
  • Kapseln
  • Pulver oder
  • in flüssiger Form.

Inhaltsstoffe von Nahrungsergänzungsmitteln

In der Regel enthalten Nahrungsergänzungsmittel

Weitere Inhaltsstoffe können

  • Phytoöstrogene
  • Anthocyane
  • Kreatin
  • L-Carnitin oder
  • Coenzym Q10

sein. Die Stoffe haben entweder einen pflanzlichen oder einen tierischen Ursprung. Aus rechtlicher Sicht werden Nahrungsergänzungsmittel nicht zu den Arzneimitteln gezählt, sondern gelten als Lebensmittel. Dies hat zur Folge, dass die Kontrolle ihrer Qualität deutlich geringer ausfällt als bei Medikamenten. Darüber hinaus unterliegen Produkte aus dem Ausland nicht dem deutschen Lebensmittelrecht.

Für den Verbraucher bedeutet dies, dass er sich nicht auf die Qualität des Produktes verlassen kann. So ist es nicht eindeutig sicher, dass das Präparat auch wirklich die versprochenen Inhaltsstoffe enthält.

In Deutschland sind die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln verpflichtet, ihre Produkte beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) anzumelden. Dort registriert man die vom Produzenten angegebenen Inhaltsstoffe. Außerdem können zur Kontrolle Stichproben vorgenommen werden.

Nahrungsergänzungsmittel umstritten

In Deutschland haben Nahrungsergänzungsmittel in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen. So nehmen ca. 29 Prozent aller Bundesbürger regelmäßig Multivitaminprodukte oder sonstige Nahrungsergänzungsmittel ein, um ihre Gesundheit zu verbessern. Unter Medizinern ist die Einnahme dieser Produkte jedoch schon seit langem heftig umstritten.

So argumentieren Kritiker, dass sich der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen bereits über die normale Nahrung decken lässt. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sei daher unnötig, nutzlos und unter Umständen sogar gesundheitsschädlich. Die Befürworter argumentieren dagegen, dass Nahrungsergänzungsmittel für viele Menschen durchaus sinnvoll und nicht schädlich seien.

Beide Seiten berufen sich dabei auf Studien, die den jeweiligen Standpunkt untermauern sollen. Beim Verbraucher hat der seit Jahren anhaltende Disput zwischen den Medizinern zu großer Verunsicherung geführt, zumal sich nur schwer verlässliche Aussagen über die Wirksamkeit der Produkte machen lassen.

So wirken Nahrungsergänzungsmittel unspezifisch und individuell verschieden. Grundsätzlich ablehnen sollte man Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht, da sie in manchen Fällen durchaus sinnvoll sein können.

Wann ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert?

Sinnvoll kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bei Vitaminmangel sein. So besteht zum Beispiel durch einen Mangel an Vitamin C die Gefahr von schweren Erkrankungen wie Skorbut. Diese Krankheit trat in Deutschland vor allem nach dem 2. Weltkrieg auf.

In der heutigen Zeit kommt sie jedoch hierzulande kaum noch vor. Darüber hinaus besteht in Deutschland grundsätzlich kein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen.

Zu empfehlen ist die Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln für bestimmte Personengruppen.

  • So können beispielsweise schwangere Frauen durch die zusätzliche Einnahme von Folsäure einem Neuralohrdefekt ihres Babys entgegenwirken.
  • Bei dunkelhäutigen Menschen oder Personen, die selten nach draußen gehen, besteht manchmal ein Mangel an Vitamin D, der sich durch eine zusätzliche Zufuhr beheben lässt. Auch neugeborene Babys erhalten zusätzliches Vitamin D, da bei ihnen ein erhöhter Bedarf vorliegt.

Ebenfalls zu den Personengruppen, bei denen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert sein kann, zählen

Auch, wenn Antibiotika eingenommen werden, können Nahrungsergänzungsmittel hilfreich sein.

Nahrungsergänzungsmittel bei einer Antibiotika-Therapie

Antibiotika werden gegen verschiedene bakterielle Infektionskrankheiten verabreicht. Sie verfügen über die Eigenschaft, Mikroorganismen wie Bakterien abzutöten. Eine Behandlung mit Antibiotika kann sich allerdings negativ auf die Bakterien der Darmflora auswirken, die wichtig für das Immunsystem des Körpers sind.

Auswirkungen einer Antibiotika-Therapie

Bei einer Antibiotika-Therapie kommt es nicht nur zur Vernichtung von Krankheitserregern. So wirken sich die antibiotischen Medikamente oft negativ auf die Darmflora aus, da sie die Zusammensetzung der Bakterien, die sich auf natürliche Weise im menschlichen Darm ansiedeln, verändern.

Der Darm stellt jedoch einen wichtigen Bestandteil des Abwehrsystems dar, welches auf diese Weise geschwächt wird. Bislang ging man in der Medizin davon aus, dass die antibiotikabedingte Schwächung der Darmflora nur wenige Wochen anhält.

Neuere Studien kamen jedoch zu der Erkenntnis, dass diese Annahme falsch ist. So stellte eine schwedische Studie fest, dass die Darmbakterien Resistenzinformationen nicht nur für ein paar Tage in ihren Genen abspeichern, sondern sogar bis zu zwei Jahre lang.

Bereits eine Antibiotika-Therapie, die nur eine Woche dauert, bewirkt, dass sich die Anzahl der Gene, die über eine Antibiotikaresistenz verfügen, in der Darmflora deutlich erhöht. Sogar noch zwei Jahre nach einer Antibiotikabehandlung lassen sich diese Gene in der Darmflora nachweisen.

Die schwedischen Wissenschaftler sehen darin ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko, denn je länger die resistenten Gene im Darm verbleiben, desto mehr erhöht sich die Gefahr einer nicht erfolgreichen Antibiotikabehandlung. Ein weiteres Problem ist, dass sich die Resistenzgene an schädliche Bakterien heften können, was wiederum die Entstehung von weiteren antibiotikaresistenten Bakterienstämmen fördert.

Probiotika

Damit das Immunsystem des Körpers einwandfrei funktionieren kann, ist eine gesunde Darmflora von größter Wichtigkeit. Neben einer Antibiotika-Therapie können aber auch Umweltgifte, Schadstoffe in Lebensmitteln oder eine einseitige Ernährung die Darmflora negativ beeinträchtigen.

Um die Gesundheit des Darms zu unterstützen, besteht jedoch die Möglichkeit, so genannte Probiotika einzunehmen. So bedeutet der griechische Begriff Probiotika übersetzt "für das Leben", während Antibiotika genau für das Gegenteil steht.

Bei Probiotika handelt es sich um lebendige Mikroorganismen, die nützlich für die Gesundheit des Darms sind. Neben probiotischen Lebensmitteln werden mittlerweile auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Die Nahrungsergänzungen enthalten zumeist

  • bestimmte Stämme von probiotischen Milchsäurebakterien, die man dem Darm durch ein besonderes Herstellungsverfahren lebend zuführt,
  • das Präbiotikum Inulin, das in unterschiedlichen Pflanzen vorkommt

sowie die wichtigen Nährstoffe

  • Vitamin B12
  • Vitamin D
  • Folsäure und
  • Zink,

die unterstützend auf das Immunsystem wirken.

Nahrungsergänzungsmittel bei einer Antibiotika-Therapie

Zur Stärkung von Darmflora und Immunsystem kann es während einer Antibiotika-Therapie hilfreich sein, ein probiotisches Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Bei den Präparaten handelt es sich zumeist um Kapseln, die ein- oder zweimal täglich verabreicht werden. Wichtig ist, dass das Nahrungsergänzungsmittel Inulin, probiotische Milchsäurebakterien sowie essentielle Mikronährstoffe enthält.

Richtige Dosierung beachten

Krankheiten lassen sich durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht beseitigen. Sie dienen lediglich dazu, Lücken, die durch eine mangelnde Nahrungsmittelversorgung entstehen, zu schließen.

Wichtig ist auch, eine zu hohe Dosierung zu vermeiden. Das heißt, dass das Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als die dreifache Menge an Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen enthalten sollte, die von den Fachgesellschaften empfohlen werden.

In manchen Fällen kann eine zu hohe Dosierung sogar schädlich sein, wie zum Beispiel ein Übermaß an Vitamin A bei schwangeren Frauen. Auch Vitamin D darf nicht überdosiert werden, da sonst die Gefahr von Nierenschäden besteht. Im Zweifelsfall sollte man einen Arzt um Rat fragen.

Grundinformationen und Hinweise zu Nahrungsergänzungsmitteln

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: tabletten © emmi - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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