16. August 2007
Der Damm, medizinisch Perineum genannt, liegt zwischen Vagina und After. Somit wird das Eindringen von Bakterien in die Scheide verhindert. Bei der Geburt eines Kindes kann es trotz elastischem Gewebe durch Kopf oder Schulter des Kindes zu einem Dammriss kommen.
Die Beschwerden können noch Wochen oder Monate nach der Geburt zu spüren sein. Schmerzen beim Sitzen, Urinieren, beim Geschlechtsverkehr oder sportlichen Aktivitäten sind möglich. Schmerzen während der Geburt verspürt die Mutter kaum, nur in Ausnahmefällen wird zusätzlich lokal betäubt.
Es gibt vier Schweregrade des Risses, teilweise muss ein Dammriss dritten oder vierten Grades genäht werden. Grad 1 nach Williams umfasst Einrisse der hinteren Vaginalhaut, Grad 2 Einrisse des perinealen Gewebes, Grad 3 alle Sphinkterverletzungen und Grad 4 Verletzung von Sphinkter (Schließmuskel) und Rektum. Entzündungen oder starke Blutungen sind selten.
Bei nachfolgend geborenen Kindern kommt es meist zu keinem Dammriss mehr. Früher hat man standardmäßig einen Dammschnitt durchgeführt, dass ist heute nicht mehr üblich und oft nicht nötig. Ein Dammschnitt wird erwägt, wenn ersichtlich ist, dass das Neugeborene an Sauerstoffmangel leidet, ein noch nicht stark zu belastendes Frühchen ist, das Kind mit Beckenlage zur Welt kommt, sich der Damm schlecht dehnt, Saugglocke oder Zange benutzt werden muss oder die Mutter aus medizinischen Gründen nicht pressen kann.
Es gibt heute aber gute und einfache Vorbeugemaßnahmen, einen Dammriss zu vermeiden oder zu mildern. Massiert man während der Schwangerschaft regelmäßig den Scheideneingang mit Weizenkeimöl oder anderen speziellen Massageölen, kann sich das Gewebe bei der Geburt viel besser dehnen. Eigens entwickelte Geräte wie z.B. aufblasbare Silikonballone zur Kräftigung und Stärkung der Beckenbodenmuskulatur ohne Schmerzempfindung haben ihren Ursprung in Afrika. Dort trainieren Schwangere mit Kürbissen ihren Beckenboden und somit das umliegende Gewebe. Eine gute Hebamme weiß außerdem, wie man einen guten Dammschutz durchführt, ein spezieller Handgriff, der vor einem Dammriss gut schützen kann. Warme Kompressen, Akupunktur, Wassergeburten und individuelle Entspannungsmethoden bilden zusammen mit der werdenden Mutter während der Geburt ein gutes Team.
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