Spricht man von einem Skidaumen, ist damit der Riss des Daumenseitenbands gemeint. Als Therapie kommen sowohl konservative als auch operative Maßnahmen infrage.
Ein Skidaumen ist eine häufig auftretende Bänderverletzung der Hand. Dabei kommt es zu einer Ruptur (Riss) des Daumenseitenbands, das man auch als ulnares Kollateralband bezeichnet. Verursacht wird die Verletzung in den meisten Fällen durch Sportunfälle. Typisch für den Skidaumen ist das heftige Abspreizen des Daumens durch den Unfall. Da die Verletzung häufig bei Skiläufern nach Stürzen vorkommt, gab man ihr im Volksmund den Namen Skidaumen. Aber auch Sportler von anderen Sportarten können von einem solchen Bänderriss betroffen sein. Dazu gehören zum Beispiel Turner, Ballsportler oder Kampfsportler. Ausgelöst wird die Ruptur meist durch Einwirkung von Gewalt, also wenn der Daumen auf eine Oberfläche trifft oder an etwas hängen bleibt.
Die Auswirkungen eines Skidaumens können recht unterschiedlich sein. In einem leichten Fall sind nur einzelne Fasern von einem Riss betroffen oder das Band wurde nicht gänzlich durchtrennt. Im Falle einer Ruptur kommt es jedoch zu einem vollständigen Riss des Daumenseitenbandes. In schwereren Fällen kann auch ein Ausriss des Knochens oder eine Auskugelung (Luxation) hinzukommen. Typische Symptome für einen Skidaumen sind ein knackendes Geräusch bei der Verletzung, Schmerzen im Daumen sowie das Auftreten einer Schwellung und eines Blutergusses. Außerdem ist die Stabilität des Daumens beeinträchtigt, sodass der Betroffene Probleme beim Zugreifen hat. Zwar kommt es in den folgenden Tagen meist zu einer Besserung der Schmerzen, dennoch sollte der Daumen fachgerecht behandelt werden, damit nicht Folgeschäden wie Gelenkverschleiß oder eine Gelenkversteifung eintreten.
Die Therapie eines Skidaumens kann sowohl auf konservative als auch auf operative Weise erfolgen. Im Rahmen einer konservativen Behandlung wird der verletzte Daumen ruhiggestellt. Verwendet wird dafür entweder eine spezielle Schiene, ein Tape-Verband oder ein Gips. In der Anfangsphase können zudem Kühlungen hilfreich sein. Etwa drei Wochen nach Beginn der Behandlung darf der Patient den Daumen allmählich wieder vorsichtig bewegen und belasten. Voll belastbar ist der Daumen im Normalfall nach rund drei Monaten.
Ist jedoch ein operativer Eingriff erforderlich, fügt man die gerissenen Sehnen- und Knochenteile durch eine Naht oder Drähte wieder zusammen. Ein gebrochener Knochen kann auch durch Schrauben oder eine spezielle Verankerung zusammengehalten werden. Nach erfolgter Operation muss das Gelenk für rund sechs Wochen ruhiggestellt werden. Im Anschluss daran erfolgt eine krankengymnastische Behandlung, um dem Daumen wieder zu besserer Beweglichkeit zu verhelfen. Besteht der Bänderriss schon länger und liegt eine chronische Instabilität des Daumens vor, wird eine Bandplastik empfohlen. Dabei arbeitet man eine Sehne von einem anderen Körperteil ein.
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