2. September 2009
Ein Sehtest erfolgt im Rahmen einer Augenuntersuchung. Dabei wird die Sehschärfe (Visus) der Augen getestet.
Ziel und Zweck eines Sehtests ist die Überprüfung der Sehschärfe (Visus) der Augen. Als Sehschärfe bezeichnet man das Auflösungsvermögen der Augen. Dies ist die Fähigkeit der Netzhaut, aus bestimmten Distanzen, zwei verschiedene Punkte getrennt voneinander wahrnehmen zu können. Als normale Sehschärfe gilt ein Visus von 1,0, was 100 Prozent entspricht. Jugendliche können sogar eine noch bessere Sehschärfe erreichen. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt dann der Visus ab. Für die meisten Tätigkeiten genügt jedoch ein Visus von 0,6 bis 0,7. Bestimmte Aktivitäten, wie Fernsehen oder Autofahren erfordern dann allerdings eine Brille oder Kontaktlinsen.
Unterschieden wird bei einem Sehtest zwischen Fernvisus und Nahvisus. Als Fernvisus bezeichnet man die Sehschärfe ab einer Distanz von einem Meter, während der Nahvisus für die Sehschärfe von einer Distanz von ca. 40 Zentimetern, also z.B. zum Lesen gebraucht wird. Abhängig ist die Sehschärfe aber nicht nur vom Auflösungsvermögen der Netzhaut. Auch die Brechungs- und Refraktionseigenschaften des optischen Apparates sind von Bedeutung. Zu diesem gehören die Hornhaut, die Linse sowie die Länge des Augapfels. Damit auf der Netzhaut ein scharfes Bild erzeugt werden kann, muss das Licht, das in die Augen gelangt, gebrochen und gebündelt werden. Durch einen Sehtest ist es möglich, Veränderungen der Sehschärfe festzustellen. So kann eine Kurzsichtigkeit durch einen zu langen Augapfel verursacht werden, denn in diesem Fall liegt der Brennpunkt der Lichtstrahlen kurz vor der Netzhaut, anstatt genau auf ihr. Ist der Augapfel hingegen zu kurz, wird das scharfe Bild erst hinter der Netzhaut gebildet, was eine Weitsichtigkeit zur Folge hat.
Ein Sehtest erfolgt mit Hilfe von Sehzeichen, die die zu untersuchende Person von einer Tafel ablesen muss. Angeordnet wurden die Sehzeichen nach dem so genannten Snellenischen Prinzip. Dieses entstand durch den niederländischen Augenarzt Herman Snellen (1834-1908). Auf einer Sehtafel sind schwarze Zahlen, Buchstaben oder Kreise in verschiedenen Größen abgebildet. Der Hintergrund der Tafel ist weiß. Zudem gibt es auch spezielle Bildtafeln für Kinder, mit denen Formen erkannt werden sollen.
Angewendet wird ein Sehtest um mögliche Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, durch Schielen ausgelöste Schwachsichtigkeit oder Halbseitenblindheit feststellen zu können.
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