Mammographie - Anwendung und Ablauf

Als Mammographie bezeichnet man in der Medizin eine Röntgenuntersuchung der Brust. Sie dient zur Früherkennung von Brustkrebs. Es gibt verschiedene Techniken, die hierbei zur Anwendung kommen. Als Standard gilt die analoge Mammographie. Risiken gibt es bei der Untersuchung nicht. Lesen Sie über die Anwendung sowie die Durchführung der Mammographie zur Früherkennung von BRustkrebs.

Wissenswertes zur Mammographie

Ziel und Zweck - Was ist eine Mammographie?

Bei der Mammographie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust. Dabei werden zwei Röntgenbilder von beiden Brüsten angefertigt.

Zweck einer Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom). Schon kleine Tumore, die sich in einem frühen Stadium befinden und noch nicht als Verhärtungen oder Knoten ertastbar sind, können mit Hilfe dieser radiologischen Untersuchung erkannt werden.

Mögliche Vorstadien zu Brustkrebs wie Mikrokalk sind durch eine Mammographie gut zu erkennen. Mammographien gelten zudem als bislang einzige wirksame Methode für Reihenuntersuchungen (Screenings) bei Brustkrebs. Ziel einer Mammographie-Reihenuntersuchung ist die Verringerung der Sterblichkeitsrate durch Brustkrebs.

Zielgruppe der Mammographie und Kostenübernahme

Frauen zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr wird die Durchführung einer Mammographie von der Gesellschaft für Senologie empfohlen. Frauen zwischen dem 50. und dem 69. Lebensjahr können alle zwei Jahre eine Mammographie durchführen lassen, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen wird.

Als besonders sinnvoll gilt eine Mammographie für Frauen, in deren Familie Brustkrebsfälle aufgetreten sind oder die schon einmal unter einer Brustkrebserkrankung litten. Grundsätzlich steigt mit zunehmendem Lebensalter die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken.

Verfahren der Mammographie

Für die Durchführung einer Mammographie kommen zwei Techniken zur Anwendung:

  1. die analoge Mammographie
  2. die digitale Mammographie

Standardverfahren ist die analoge Mammographie, bei der ein klassisches Röntgenbild angefertigt wird, während die digitale Mammographie noch verhältnismäßig neu ist. Bei der digitalen Methode werden die aufgenommenen Bilder elektronisch auf einem Computer gespeichert und auf einem Bildschirm angesehen.

Dabei können die Bilder auch vergrößert und bearbeitet werden. Beide Methoden gelten als gleichwertig.

Anwendungsgebiete - Wann wird eine Mammographie durchgeführt?

Zur Anwendung kommt eine Mammographie bei verdächtigen Tastbefunden oder Brustwarzenausfluss oder in dem Fall, dass eine Frau zur Risikogruppe für eine Brustkrebserkrankung gehört. Dazu zählen Frauen, in deren Familie bereits Fälle von Brustkrebs vorkamen

Weitere Risiken sind eine erste Schwangerschaft über 35 Jahren sowie ein höheres Lebensalter. Auch zur Nachsorgeuntersuchung kommt eine Mammographie zur Anwendung.

Ablauf einer Mammographie

Um eine mögliche Brustkrebserkrankung rechtzeitig erkennen zu können, wird eine Mammographie vorgenommen. Dabei werden verschiedene Röntgenaufnahmen angefertigt.

Vorbereitungen auf die Mammographie

Die Durchführung einer Mammographie sollte am besten in einer darauf spezialisierten Arztpraxis erfolgen. Dort verfügt das medizinische Personal über entsprechende Erfahrung und die auftretende Strahlenbelastung fällt durch hochwertige Geräte geringer aus.

Für den Tag der Mammographie sollte auf die Anwendung eines Deosprays verzichtet werden, da sich sonst ein Schleier auf der Röntgenaufnahme bilden kann.

Durchführung der Mammographie

Für die Untersuchung erfolgt eine Anfertigung von vier Röntgenaufnahmen. Dabei wird jede Brust diagonal von der Mitte zur Seite sowie von oben nach unten geröntgt. Während des Röntgens wird die Brust flach zwischen zwei Plexiglasscheiben gepresst, damit die Gewebsschichten so dünn wie möglich sind, wodurch sie besser beurteilt werden können.

Bei empfindlichen Brüsten kann dies unangenehm oder gar schmerzhaft sein. Daher wird empfohlen, eine Mammographie möglichst in der ersten Zyklushälfte vornehmen zu lassen, da die Brust in dieser Zeit weicher ist und weniger schmerzempfindlich reagiert. Das Flachdrücken der Brust lässt sich nicht vermeiden, da auf diese Weise die Strahlenbelastung verringert wird und das Mammogramm aussagekräftiger ist.

Strahlentechniken der Mammographie

Die Anforderungen bei einer Mammographie sind höher als bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen des Brustraums. So fällt die Strahlung, die von der Röntgenröhre erzeugt wird, deutlich geringer aus.

Während bei konventionellen Röntgenaufnahmen eine Hartstrahldarstellung eingesetzt wird, verwendet man bei der Mammographie Weichstrahltechnik. Diese hat die Eigenschaft, die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Außerdem kann sie selbst kleinste Strukturen des Brustgewebes sichtbar machen.

Die Röntgenbilder, die während der Mammographie angefertigt werden, bezeichnet man als Mammogramme. Auf den Aufnahmen werden die inneren Bruststrukturen schwarz-weiß abgebildet.

Wichtig ist, dass sich die Patientin während der Untersuchung nicht bewegt, weil dies sonst zu einem unscharfen Bild führen könnte. Daher wird die Brust für den Zeitraum der Untersuchung in einer speziellen Halterung befestigt. Außerdem drückt man die Brust zwischen zwei Scheiben aus Plexiglas zusammen, was nicht immer angenehm und mitunter sogar schmerzhaft für die Patientin ist.

Durch das Zusammendrücken der Brüste lässt sich jedoch die Strahlendosis geringer halten. Darüber hinaus erhält die Röntgenaufnahme mehr Aussagekraft.

Auswertung der Mammographie

Ein gutartiger Tumor ist auf der Röntgenaufnahme in der Regel als gleichförmige, glatt begrenzte Struktur zu erkennen, während bösartige Tumore zumeist sternförmige Ausläufer aufweisen, die man als Krebsfüßchen bezeichnet. Außerdem haben sie eine unscharfe Begrenzung.

Ob es sich um einen bösartigen oder gutartigen Tumor handelt, lässt sich mit einer Mammographie allerdings nicht eindeutig feststellen. Daher ist zusätzlich eine Biopsie (Gewebeentnahme) erforderlich.

Das bedeutet, dass der Patientin Gewebe entnommen wird, welches man dann in einem Labor untersucht. Erst nach dieser Untersuchung kann eine eindeutige Diagnose erfolgen.

Mögliche Risiken der Mammographie

Risiken oder Komplikationen sind bei einer Mammographie nicht bekannt. Die beim Röntgen auftretende Strahlendosis gilt als sehr gering.

Wegen des dichten Brustgewebes ist eine Mammographie bei Frauen unter 30 Jahren nicht sinnvoll. In einigen Fällen kann es zu einem falsch positiven Befund kommen, was weitere Untersuchungen erforderlich macht.

Quellen:

  • Michael Untch, Harald Sittek und Ingo Bauernfeind: Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms, Zuckschwerdt, 2002, ISBN 3886037940
  • Volker Duda und R. Schulz-Wendtland: Mammadiagnostik. Atlas und Lehrbuch - komplementärer Einsatz sämtlicher Verfahren, Springer Verlag, 2004, ISBN 3540419268
  • Reinhold Tiling: Mammakarzinom. Nuklearmedizinische und radiologische Diagnostik. Mit Beiträgen zahlreicher Fachwissenschaftler, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 1998, ISBN 354063147X
  • Ingrid Mühlhauser und Birgitt Höldke: Mammographie. Brustkrebs-Früherkennungs-Untersuchung, Kirchheim, Mainz, 2000, ISBN 3874093018
  • W. Hoeffken, M. Lanyi, H. Gajewski und K. J. Lennartz: Röntgenuntersuchung der Brust. Technik, Diagnostik, Differentialdiagnose, Ergebnisse, Thieme, Stgt., 1993, ISBN 3134819023

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