Hornhauttransplantation - Gründe, Durchführung und Risiken der Keratoplastik

Im Rahmen einer Hornhauttransplantation oder auch Keratoplastik wird einem verstorbenen Menschen die Hornhaut entnommen und dann in das Auge eines Patienten mit Hornhauterkrankung verpflanzt. Auf diese Weise kann die Funktion der Augen bzw. der Sehverlust wieder hergestellt werden. Die Hornhaut kann dabei je nach Eintrübungsgrad auch nur teilweise herausoperiert werden. Lesen Sie über die Gründe, Durchführung sowie die Risiken der Hornhauttransplantation.

Wissenswertes zur Hornhauttransplantation

Hornhauttransplantation - Ziel und Zweck

Bei Organspenden denken die meisten Menschen spontan an die Transplantation von Herzen oder Nieren. Einer der häufigsten und erfolgreichsten Eingriffe ist jedoch die Hornhaut-Transplantation. Bei dieser verpflanzt man die Hornhaut eines verstorbenen Menschen.

Ungefähr 4.500 Hornhäute können jedes Jahr in den Augenkliniken der Bundesrepublik verpflanzt werden. Immer bessere Operationsmethoden sorgen dafür, dass so jedes Jahr tausende Menschen erfolgreich wieder ihr Augenlicht zurückgewinnen und somit ein neues Leben geschenkt bekommen.

Zu wenige Hornhautspender bei zu großer Nachfrage

Das Potenzial ist jedoch noch lange nicht ausgeschöpft, denn der Bedarf an gespendeten Hornhäuten ist enorm groß. Etwa 2.000 Menschen stehen dauerhaft auf der Warteliste für ein Implantat. Es gibt nach wie vor zu wenig Spender.

Dabei handelt es sich bei der menschlichen Hornhaut um ein nicht durchblutetes Gewebe, das bis zu 72 Stunden nach dem Tod des Spenders noch entnommen werden kann. Eine Altersbeschränkung gibt es dafür nicht.

Wartezeit bei Hornhauttransplantationen

Durchschnittlich müssen Patienten etwa ein Jahr lang auf eine Hornhaut warten.

Künstliche Hornhaut kein Ersatz

Zwischenzeitlich diskutiert die Wissenschaft immer wieder Möglichkeiten, künstliche Hornhautprothesen einzusetzen. Diese sollen eines Tages den Mangel an Spender-Hornhäuten ausgleichen.

Doch die Meldungen verschwinden meist wieder so schnell, wie sie aufgetaucht sind, denn ein geeignetes Material ließ sich bisher nicht finden. Es muss nämlich auch einigen Ansprüchen genügen: So muss es

  • sich mit dem umliegenden Gewebe verbinden, ohne eine Abstoßungsreaktion auszulösen und
  • gleichzeitig über Jahre transparent bleiben.

Das schafft bisher nur die natürliche menschliche Hornhaut.

Indikation: Wann führt man eine Hornhauttransplantation durch?

Es gibt verschiedene Auslöser, die zu einer Eintrübung bis hin zum Sehverlust führen können. Dies wären beispielsweise

  • schwere Hornhautentzündungen
  • Verletzungen der Hornhaut oder
  • krankhafte Wölbungen.

Für die Wiederherstellung der Augenfunktion wird eine Hornhauttransplantation notwendig.

Ablauf: Durchführung der Hornhauttransplantation mit immer besseren Operationsmethoden

Derweil entwickelt die Medizin sich stetig weiter. Sofern klar ist, dass eine Hornhauttransplantation notwendig ist, sucht man in einer Hornhautbank einer Augenklinik nach einem passenden Transplantat.

Die Operation kann in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose erfolgen. Die Hornhaut kann ganz oder nur teils herausoperiert werden; dies ist abhängig von der Größe der Eintrübung.

Die Spenderhornhaut schneidet man passgenau zu. Anschließend wird sie mit dem Auge des Patienten vernäht. Bis die Fäden entfernt werden können, dauert es mehrere Monate bis Jahre.

Perforierende Keratoplastik

Eine sehr erfolgreiche Technik, die in ihren Grundzügen bereits seit über 100 Jahren existiert, ist die "perforierende Keratoplastik".

Lamelläre Keratoplastik

In den letzten Jahren kamen dazu einige weniger belastende Techniken, wie etwa die "lamelläre Keratoplastik", bei der nur einzelne Schichten anstelle der kompletten Hornhaut transplantiert werden.

Zwischen 2005 und 2009 ist die Zahl der Patienten, die mit der lamellären Methode behandelt wurden, von 2,8 Prozent auf 14,1 Prozent gestiegen. Allerdings ist das Verfahren noch in der Erforschung und die Ergebnisse überzeugen nicht immer.

Tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (DALK)

Bei dieser Technik muss der Chirurg das Auge nicht gänzlich eröffnen, da nur die beiden vorderen Drittel der Hornhaut erkrankt sind. Dieses Verfahren ist nur dann durchführbar, wenn die beiden inneren Schichten der Hornhaut gesund sind.

Posteriore lamelläre Keratoplastik (DMEK)

Anspruchsvoll, dafür schonend, ist die posteriore lamelläre Keratoplastik (DMEK). Besonders, wenn Krankheiten des Hornhautendothels vorliegen, kommt dieses Verfahren zur Anwendung. Als vorteilhaft erweist sich hierbei die Tatsache, dass auf Nähte verzichtet werden kann.

Kombinierte Eingriffe

Bei Menschen, bei denen nicht nur die Hornhaut erkrankt, sondern auch die Linse trüb ist, können auch kombinierte Eingriffe erfolgen. Hierbei wird die Linse durch eine aus Kunststoff ersetzt, für die Hornhaut ist jedoch nach wie vor ein menschlicher Spender notwendig. Es ist zu hoffen, dass die Anzahl der Spender in den nächsten Jahren zunimmt.

Dauer und Kosten der Hornhauttransplantation

Die Dauer des Eingriffs beläuft sich auf etwa 45 bis 60 Minuten. Die Kosten der Hornhauttransplantation werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen.

Bei den privaten Versicherungen wird im Einzelfall entschieden, ob eine Kostenübernahme erfolgen kann. Im Gegensatz zur gesetzlichen Versicherung werden hierbei jedoch meist auch Zusatzbehandlungen gezahlt.

Wie lange ist man nach der Hornhauttransplantation arbeitsunfähig?

Nach einem solchen Eingriff beträgt die Arbeitsunfähigkeit in der Regel zwei Wochen.

Risiken der Hornhauttransplantation

Das hauptsächliche Risiko bei einer Hornhauttransplantation ist die Abstoßungsreaktion. Dadurch kann es zu einer erneuten Eintrübung bis hin zum Sehverlust kommen. Mit speziellen Medikamenten kann eine solche Reaktion vermieden werden.

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Quellenangaben
  • Aufbau der Hornhaut, vektor illustration © bilderzwerg - www.fotolia.de

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