17. Juli 2008
Von Elke Imle
Die ersten Sonnenstrahlen nach dem Winter bringen uns zum Lächeln. Schon im Alltag zeigt sich die Kraft, die in Strahlen liegen kann. Auch medizinisch kommt Strahlung oft zum Einsatz: Röntgenaufnahmen bei Brüchen sind schon nichts Besonderes mehr, Strahlentherapie auf Tumoren eine wichtige Behandlungsmöglichkeit von Krebs.
Bei der Strahlentherapie wird eine hohe Strahlendosis auf den Tumorbereich gestrahlt, um die bösartigen Zellen zum Absterben zu bringen. Die Strahlen, die gegen einen Tumor gerichtet werden, sind entweder elektromagnetische Strahlen (z.B. Sonne) oder Teilchenstrahlen (z.B. geladene Atome).
Die Strahlung erzielt folgenden Effekt in den Zellen: Der Zellkern (Nukleus) wird angegriffen. Im Zellkern befindet sich die DNA, das Erbgut. Die DNA wird durch die Strahlung elektrisch geladen und es kommt zu Brüchen in der Struktur. Dies kann und soll dazu führen, dass sich die Zelle nicht mehr teilen kann und schließlich ohne Vermehrung abstirbt.
Ziel der Strahlentherapie ist natürlich einerseits, die Tumorzellen durch die Strahlung zu schädigen, andererseits wird jedoch gleichzeitig versucht, die gesunden Zellen so wenig wie möglich zu bestrahlen. Deshalb werden die gesunden Zellen so weit wie möglich abgedeckt, damit die Strahlen sie nicht beschädigen. Es bleibt jedoch nicht aus, dass auch ein Teil der gesunden Zellen von Strahlen getroffen ist. Trotz der direkten Strahlen auf gesunde Zellen, sterben mehr Tumorzellen ab: Gesunde Zellen können sich mit ihren Reparaturmechanismen besser von den Strahlen-Schäden erholen als Tumorzellen. Durch die Struktur-Änderung im Erbgut der Tumorzellen können sie sich nicht mehr vermehren und sterben schließlich ab.
Je nach Ort des Tumorgewebes wird durch die Haut gestrahlt oder die Strahlenquelle in den Körper eingeführt. Direkt im Körper wirken auch Radiopharmaka, also strahlende Medikamente. Sie werden meist zusätzlich zur Strahlentherapie eingesetzt und verteilen sich über das Blut im Körper. Meist werden Radiopharmaka verwendet, die sich aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften im Tumor anreichern und nicht Zellen im gesamten Körper bestrahlen.
Der Patient wird meist fünf Wochen lang bis zu fünfmal wöchentlich bestrahlt. Nebenwirkungen sind von den bestrahlten Körperteilen abhängig, patientenspezifisch aber trotzdem ausgesprochen selten. Die Bestrahlungen werden meist gut vertragen und der Patient kann nach der jeweiligen Sitzung nach Hause gehen. Die Strahlentherapie ist eine der schonensten Möglichkeiten, um das Zellwachstum der Tumorzellen zu stoppen und so das Leben des Patienten zu verlängern.
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