Der Umgang mit psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz

Psychotherapie, Mann bei Psychologin

Mit welche Problemen sich psychisch Kranke im Alltag konfrontiert sehen und wie ihre Vorgesetzten sie z.B. durch das H-I-L-F-E Konzept unterstützen können

Von psychischen Erkrankungen ist eine Vielzahl der Deutschen betroffen. Auch wenn es sich dabei um ein ernstzunehmendes Leiden handelt, gilt es am Arbeitsplatz leider immer noch als Tabu.

Psychische Probleme werden selten als Erkrankung anerkannt

Das Spektrum an psychischen Erkrankungen ist groß. Es gibt viele verschiedene Ursachen, genau so wie eine Menge an unterschiedlichen Symptomen und Beschwerdeformen daraus resultieren können. Egal wie das Krankheitsbild auch aussieht - die Akzeptanz als ernstzunehmende Krankheit fehlt nach wie vor.

Zwar ist die Aufmerksamkeit auf psychische Erkrankungen in den letzten Jahren deutlich größer - vor allem in den Medien wurde das Thema häufiger behandelt -, doch auch die Anzahl der psychisch Kranken ist angestiegen und wird vor allem im Arbeitsleben nicht ernst genommen.

Betroffene scheuen das Gespräch

Wie bereits mehrere Umfragen gezeigt haben, scheuen sich viele Arbeitnehmer davor, ihrem Chef "seelische Leiden" als Grund des Fehlens mitzuteilen und auch bei den Arbeitskollegen wird dies nicht gerne gesehen. Viele von ihnen sind der Meinung, man würde diese Krankheit als Vorwand nehmen, um einfach mal zuhause bleiben zu können.

Handlungsmöglichkeiten durch den Vorgesetzten

Es ist wichtig, seinen Vorgesetzten zu informieren, wenn man mit psychischen Beschwerden zu kämpfen hat, denn auch dieser kann bereits mit scheinbar kleinen Handlungsschritten Lösungen bieten. Eine Schlüsselrolle spielt hierbei das so genannte H-I-L-F-E Konzept, welches als erster Schritt gilt, sich als Vorgesetzter in dieser Situation zu orientieren, und zwar anfangs durch Vier-Augen-Gespräche mit dem betroffenen Arbeitnehmer. Schritt für Schritt können dann weitere Hilfspersonen hinzugezogen werden; dabei kann es sich um den Personalrat oder auch den Betriebsarzt handeln.

Das H-I-L-F-E Konzept beinhaltet Schulungs- und Informationsseminare für Führungskräfte. Dabei werden in einem Stufenprogramm folgende Schritte behandelt:

  1. Hinsehen
  2. Initiative ergreifen
  3. Leitungsfunktion wahrnehmen
  4. Führungsverantwortung
  5. Experten hinzuziehen

Zielsetzung des Konzepts ist es also, dass der Vorgesetzte erkennt, dass ein Mitarbeiter Probleme hat, ihn darauf anspricht, konkrete Arbeitsziele mit ihm bespricht, ihn im Rahmen seiner psychischen Situation fördert, aber auch fordert und bei Bedarf fachliche Hilfe hinzuzieht. All diese Punkte können ein erster Schritt in ein beschwerdefreies (Arbeits)leben sein.

Sich seine Krankheit selber eingestehen

Betroffene wollen sich selbst oftmals lange nicht eingestehen, dass sie psychisch krank sind und somit wird auch der Gang zum Arzt vor sich hergeschoben. Auch das fehlende Gespräch mit Freunden und Verwandten trägt dazu bei.

Doch nach Angaben von Experten ist eine frühzeitige therapeutische Behandlung sehr wichtig, da man sonst Gefahr läuft, dass die Erkrankung chronisch wird.

Psychotherapie als vielversprechende Behandlungsmethode

Eine Psychotherapie ist häufig der letzte Ausweg, um Betroffenen zu helfen. Dafür ist es wichtig, dass man selbst die Krankheit anerkennt und dies auch mit seinem Arbeitgeber bespricht, selbst wenn die Angst besteht, dieser könnte es nicht akzeptieren.

Das Gespräch mit nahestehenden Personen kann in dieser Zeit sehr hilfreich sein, denn oftmals verhelfen sie einem zu dem fehlenden Mut, endlich aktiv zu werden.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: psychotherapy 2 © endostock - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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