20. Juli 2010
Wenn es um einen Schwangerschaftsabbruch geht, ist meistens nur die betroffene Frau im öffentlichen Bewusstsein. Aber der Erzeuger des Kindes ist genauso betroffen. Männer gehen mit dieser Thematik ganz unterschiedlich um.
Männer reagieren unterschiedlich, wenn die Partnerin einen Schwangerschaftsabbruch plant. Manche drängen die Frau zu diesem Schritt, weil sie sich ein Leben mit einem Kind nicht vorstellen können und keine Verantwortung übernehmen wollen. In anderen Fällen ist der Mann gegen die Abtreibung, dann hat er rechtlich gesehen keine Möglichkeit diese zu verhindern, es ist ganz allein die Entscheidung der Frau. Es gab schon Fälle, bei denen der Mann versucht hat die Abtreibung juristisch zu verhindern, dabei aber erfolglos blieb. Idealerweise begleitet der Kindsvater die Frau zu den Gesprächen in der Beratungsstelle. Es ist wichtig, wie immer die Frau sich entscheidet, dass sie nicht allein mit dieser Entscheidung ist. Je besser der Mann informiert ist, was bei dem Abbruch passiert und was in der Frau vorgeht, desto besser kann er mit der Situation umgehen. Bei der Entscheidung für oder gegen das Kind sollten nicht nur Vernunftgründe eine Rolle spielen sondern die Gefühle sollten auch wahrgenommen werden.
Auf keinen Fall sollte der Mann die Frau mit der Entscheidung alleine lassen. Die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch wird in der Regel nicht leichtfertig gefällt. Dahinter steht meist ein Prozess und die Paare haben gute Beweggründe. Oft wird nach dem Abbruch eine Befreiung empfunden, aber auch eine Trauer. Diese Trauer muss nicht nur von der Frau gefühlt werden sondern kann auch den Partner betreffen. Die Gegebenheiten rund um einen Schwangerschaftsabbruch, werden oft als emotionale Achterbahnfahrt empfunden. Oft hat die Frau keine eindeutige Haltung was den Kinderwunsch betrifft, Vernunftgründe sprechen dagegen, aber das Gefühl und Empfinden sagt etwas anderes. Dies kann die Frau nach dem Schwangerschaftsabbruch in eine verzweifelte Lage bringen. Begleitet von Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen. Dann braucht sie jede Unterstützung des Partners. Offene Gespräche in denen die Frau ihre Gefühle bekennen kann, haben eine entlastende Wirkung. Der Mann ist in dieser Zeit als guter Zuhörer und Tröster gefragt, denn die Frau muss eine Art Trauerarbeit leisten. Genauso wichtig sind natürlich die Gefühle des Mannes.
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