Der Aufbau eines Bienenstocks und die jeweiligen Aufgaben der Bienen zur Honigherstellung

Als Bienenstock für Honigbienen wird die vom Imker bereitgestellte Behausung, die so genannte Beute, zusammen mit dem Bienenvolk bezeichnet, das darin lebt. In den Sommermonaten können das bis zu achtzigtausend Bienen sein.

Für die Bereitstellung des Bienenstocks ist der Imker zuständig

Wenn von einer Biene gesprochen wird, dann ist damit die Honigbiene gemeint. Sie wird auch als westliche oder als europäische Honigbiene bezeichnet. Ihr Ursprungsgebiet ist überwiegend der europäische Kontinent.

Die Biene ist ein Fluginsekt, das in Staaten lebt und Staaten bildet, das so genannte Bienenvolk. Honigbienen sammeln Honig, der als Bienenhonig ein beliebter Brotaufstrich ist.

Der Imker und seine Aufgabenbereiche

Organisiert wird die Bienenzucht inklusive des Honigsammelns vom Imker. Der Name Imker oder Imkerei ist eine Zusammensetzung aus den beiden Wörtern "Imme" und "kar". Im nieder- und mittelniederdeutschen Sprachgebrauch steht "Imme" für "Biene" und "kar" für das Wort "Korb".

Imker kann im Prinzip jeder werden, der Bienen liebt und auch Bienenstiche nicht scheut. Ein Imker kann sowohl haupt- als auch nebenberuflich arbeiten.

Da die Bienen nicht mit einer Leine an den Garten des Imkers "gekettet" werden können, muss der Imker darauf achten, dass der Lebensraum der Bienen optimal ist. Sie müssen also ausreichend Blumen bzw. Blüten finden.

Anderenfalls muss der Imker einen anderen Platz für den Bienenstock suchen. Tut er dies nicht, werden die Bienen sich selbst einen neuen Bienenstock suchen, was zur Folge hat, dass der Imker keinen Honig mehr sammeln kann.

Ausrüstung

Für seine Arbeit trägt der Imker einen weißen Schutzanzug, der ihn weitestgehend vor den Stichen der Bienen schützt. Je nachdem, wo die Bienen den Honig gesammelt haben, muss der Imker darauf achten, dass sich die verschiedenen Honigsorten nicht vermischen. Schließlich wollen die Menschen sowohl Lindenblütenhonig als auch anderen Blütenhonig verzehren.

Damit der Imker den Honig aus dem Bienenstock entfernen kann, raucht er eine Pfeife mit speziellen Kräutern. Sobald die Bienen den Geruch wahrnehmen, verkriechen sie sich in ihrem Bienenstock und der Imker kann die Bienenwaben entnehmen. Um den Honig aus den kleinen Bienenwaben entfernen zu können, braucht er eine spezielle Maschine.

Voraussetzungen

Da die Bienen im Winter "Urlaub vom Honigsammeln" machen, hat auch der Imker dann frei. Wer also Imker werden möchte, sollte sich damit abfinden können, auch den eigenen Urlaub nur im Winter machen zu können. Zudem sollte ein Imker Ruhe ausstrahlen und selbstverständlich auch die Natur lieben.

Für wen sich der Beruf nicht eignet

Wer allergisch auf Bienengift ist oder eine Pollenallergie hat, sollte sich nicht für den Beruf des Imkers entscheiden. Die Ausbildung zum Imker dauert drei Jahre und endet mit einer Prüfung.

Der Imker hält, züchtet und pflegt sein Bienenvolk. Das besteht aus einer Königin, den Arbeiterinnen und den Drohnen. Er bietet ihm mit dem künstlich errichteten Bienenstock eine bienengerechte Unterkunft, die Behausung.

Aufbau des Bienenstocks

Die Aufgabe des Imkers ist es somit, seinem Bienenvolk einen künstlichen Bienenstock zur Verfügung zu stellen. Das ist in den meisten Fällen eine Holzkiste. Im Boden des Behältnisses befindet sich ein Flugloch, während die obere Abdeckfläche, der Deckel abnehmbar ist.

Dieses Behältnis ist in kleinere Kisten unterteilt. Darin werden kleine Holzrahmen angebracht. Sie sind eine Grundlage für die Waben, die von den Bienen darin gebaut werden.

Honigwaben

Der Imker kann einen solchen Holzrahmen mit den darin enthaltenen Honigwaben aus dem künstlich errichteten Bienenstock, der Behausung, herausnehmen. Diese Holzrahmen sind mit einer durchgehenden Mittelwand ausgestattet, die mit sechseckförmigen Wachsplatten bestückt ist. Damit wird den Honigbienen das Ergänzen zu den späteren Honigwaben erleichtert.

Die Sechseckigkeit hat sich als Ergebnis intensiver Bienenforschung als die optimale Form einer Wabenzelle erwiesen. Von Natur aus bauen die Bienen kugelförmige Wachszellen, die mit zunehmender Temperatur im Bienenstock eine energetisch günstigere Form annehmen, und zwar die ungefähre Form eines Sechsecks.

Dreiteilige Nutzung

Die Bienenwaben werden sowohl zur Speicherung von Honig und Pollen als auch zur Brutaufzucht benutzt. Bei einer konstanten Temperatur von fünfunddreißig Grad Celsius wird die vom Imker angelegte Behausung dreigeteilt genutzt.

In der Mitte werden im Brutnest die jungen Honigbienen aufgezogen. Die Blütenpollen werden in den Wabenzellen seitlich sowie unterhalb dieses Brutnestbereiches eingelagert. Oberhalb davon befinden sich die Honigwaben, also die Honigvorräte.

Das Bienenvolk

Königin

Das Bienenvolk hat eine einzige Königin. Von den Arbeiterinnen grenzt sie sich durch ihre Körpergröße ab. Im Gegensatz zu den Arbeiterinnen und Drohnen mit einer nur mehrwöchigen Lebenserwartung kann die Königin einige Jahre leben. Sie legt täglich mehrere tausend Eier ab, was ihre einzige Aufgabe ist.

Hier wird in Eier von Arbeiterinnen und von Drohnen unterschieden. Die Brutzellen für die Eiablage werden von den Arbeiterinnen angelegt. Drohneneier sind unbefruchtet und werden in eine vergrößerte Zelle abgelegt, Arbeiterinneneier als befruchtete in eine normal geformte Zelle.

Der Duft- und Botenstoff Pheromon, den die Königin abgeben muss, ist ein Zeichen dafür, dass im Bienenvolk buchstäblich alles in Ordnung ist. Unterbleibt diese Duftbotschaft, wird das Bienenvolk unruhig. Der Außenstehende bemerkt das akustisch an einem lauten Brausen und Summen.

Drohnen

Die Drohnen machen nur einen geringen Prozentsatz des Bienenvolkes aus. Außer der Begattung der Bienenkönigin haben sie keine weitere Aufgabe, ihre Lebenserwartung liegt deutlich unter einem Monat. Sie produzieren keinen Wachs, sammeln kein Nektar und müssen nach der Paarungszeit den Bienenstock verlassen.

Arbeiterinnen

Ein fleißiges und großes Bienenvolk von etwa achtzigtausend Arbeiterinnen sammelt in einem Jahr bis zu hundertzwanzig Kilogramm Nektar. Mehr als die Hälfte davon wird für die Brutaufzucht im Bienenstock aufgebraucht.

Für den Bau einer Wabe benötigt die Arbeitsbiene fünfzig bis sechzig Gramm Wachs. Ihre Wachsdrüsen entwickeln sich ab dem siebten, achten Lebenstag und produzieren ab dann innerhalb eines Stoffwechselprozesses den Wachs.

Die Redewendung "emsig wie die Bienen" ist ein Synonym für ein stetiges Arbeiten. Denn nur die Arbeiterinnen, also die Arbeitsbienen, arbeiten am Aufbau des Bienenvolkes mit Aufzucht des Bienenvolknachwuchses und Ausbau der Bienenwaben.

Entstehung und Verwendung der Imkereiprodukte Bienenwachs und Bienengift

Bienen sind also äußerst wertvolle Tiere. Sie produzieren jedoch nicht nur den Honig, den wir zum Essen, Kochen und Backen verwenden können, sondern auch Bienenwachs und Bienengift, welche in unserem Alltag unterschiedliche Verwendungen finden.

Bienengift

Bienengift wird in zwei Drüsen einer Biene produziert und in der Giftblase gesammelt. Nicht jede Biene hat die gleiche Menge an Gift in sich. Junge Bienen haben beispielsweise noch gar kein Gift, während die "Wächterbienen" die größte Menge haben.

Wird man von einer Biene mit ihrem Stachel gestochen, so gelangt das Gift aus der Giftblase in unseren Körper. Die Stelle rötet sich dann und schmerzt.

Anders kann es jedoch aussehen, wenn man allergisch auf Bienengift reagiert. Die Betroffenen können dann Atemnot und im schlimmsten Fall einen Kreislaufzusammenbruch mit tödlicher Folge erleiden. Nach einem Stich muss jede Biene sterben.

Das Gift der Honigbienen kann gesammelt und aufbereitet werden. Es findet dann zum Beispiel in der Medizin Verwendung. Patienten mit Rheuma können mit Bienengift therapiert werden. Teilweise wird dieses Bienengift, das in vielen verschiedenen Präparaten enthalten ist, aber auch schon künstlich hergestellt.

Bienengiftgewinnung

Um reines Bienengift zu gewinnen, das anschließend per Spritze in den menschlichen Körper eingebracht wird oder für die Herstellung von Salben benötigt wird, gibt es eine spezielle Methode: Freiwillig erhält man das Gift der Bienen natürlich nicht, sodass es Imkereien gibt, die sich nur auf die Gewinnung von Bienengift spezialisiert haben.

Dazu werden an jedem Bienenstock spezielle Vorkehrungen getroffen. Mittels Stromstößen durch zwei dünne Drähte erreicht man, dass sich die Giftblasen der Bienen entleeren. Diese Methode macht die Honigbienen allerdings äußerst aggressiv. Wer sich damit nicht auskennt, sollte diesen Bienen also lieber nicht zu nahe kommen.

Bienenwachs

Aber nicht nur das Bienengift ist wertvoll, sondern auch das Bienenwachs. Gerade in der Weihnachtszeit, in der man vermehrt die Wohnräume mit duftenden Kerzen, und besonders gerne mit Kerzen aus Bienenwachs, dekoriert, wird uns wieder bewusst, was wir diesen kleinen fleißigen Honigbienen eigentlich zu verdanken haben.

Die Arbeitsbienen produzieren das Bienenwachs eigentlich zum Bau neuer Waben. Das Wachs wird in speziellen Drüsen gebildet, die sich am Körper dieser Bienen befinden. Jedoch bilden die Arbeitsbienen nur dann Wachs, wenn es auch wirklich im Bienenstock benötigt wird. Werden zum Wachs unter anderem noch Pollen hinzugefügt, so entsteht die typische gelbe Farbe, so wie wir auch das Bienenwachs kennen.

Es wird heutzutage aber nicht nur für die Herstellung von Kerzen, sondern auch für Stifte oder Kosmetikartikel verwendet. Selbst in Süßigkeiten, wie zum Beispiel Gummibärchen, kann Bienenwachs enthalten sein.

Doch wie gelangt das Wachs von den Bienen als Kerze, Gummibärchen oder Gesichtscreme zu uns? Die Arbeitsbienen produzieren das Bienenwachs, um neue Waben zu bauen. Der Imker nimmt diese Waben heraus und schmilzt sie ein, wodurch das uns bestens bekannte gelbe Bienenwachs entsteht.

Für die Kerzenproduktion werden entweder Wachsplatten oder flüssiges warmes Wachs verwendet. Bienenwachskerzen sind zwar etwas teurer als andere Kerzen, dafür riechen sie besonders gut und brennen auch sehr schön.

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  • Nachtkerze © Evelyn Kobben - www.fotolia.de

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