19. August 2010
Gelatine verwendet man vorwiegend in der Lebensmittelindustrie. Aber auch in Medizin und Technik gelangt sie häufig zum Einsatz.
Spricht man von Gelatine, denkt man dabei vor allem an Lebensmittel. Das tierische Eiweiß wird von der Nahrungsmittelindustrie zu vielerlei Zwecken verwendet. Besonders als Geliermittel für Süßwaren wie Lakritze, Gummibärchen, Weingummis, Marshmallows oder Weichkaramellen findet Gelatine Verwendung. Darüber hinaus kommt sie in Fleisch- und Wurstprodukten wie Sülze, Milcherzeugnissen wie Quark und Joghurt, Desserts wie Götterspeise sowie zahlreichen Getränken wie Wein und Fruchtsäften zum Einsatz. Das vielseitige Eiweiß lässt sich aber auch auf ganz anderen Gebieten anwenden.
Gelatine ist nicht nur zum Herstellen von Lebensmitteln wichtig, sondern auch in Medizin und Technik. So benutzt sie die Pharmaindustrie zur Herstellung oder Weiterverarbeitung von Weich- und Hartkapseln. Das heißt, dass ein bestimmter Wirkstoff in Kapseln aus Gelatine eingefüllt wird. Zur Vikositätserhöhung lässt sich die Gelatine zudem als Verdickungsmittel für flüssige Arzneizubereitungen verwenden. Obwohl es viele unterschiedliche Gelatinetypen gibt, kommen dabei in der Regel nur Gelatine A und Gelatine B zum Einsatz. Auch die Medizintechnik verwendet Gelatine. Dabei dient sie zum Beispiel zur Beschichtung von unterschiedlichen Implantaten wie Prothesen für Gefäße. Außerdem kann Gelatine gelegentlich sogar als Heilmittel angewendet werden. So benutzt man sie als Arzneistoff gegen einen Volumenmangelschock. Des Weiteren hat sich Gelatine als uraltes Hausmittel gegen Gelenkschmerzen bewährt, das schon Hildegard von Bingen (1098-1179) zu schätzen wusste. Darum kommt sie bei Beschwerden wie Arthrose (Gelenkverschleiß), Bindegewebsschwäche und Osteoporose (Knochenschwund) zur Anwendung. In früheren Jahren setzte man Rindergelatine in Form von Polygelin auch als Stabilisator von Impfstoffen wie z.B. gegen Tollwut, FSME oder Japanische Enzephalitis ein. Da jedoch die Gefahr von Allergien gegen Gelatine besteht, wird heutzutage immer mehr auf sie verzichtet.
Ein weiteres Einsatzgebiet von Gelatine ist die Technik. So findet man sie beispielsweise auf gebräuchlichen fotografischen Filmen und Fotopapieren. Bei den meisten fotografischen Edeldruckverfahren dient sie als Träger der Chemikalien- oder Pigmentschicht. Zudem verfügen zahlreiche Foto-Druckpapiere für Inkjet-Druck über eine Gelatine-Beschichtung.
Aber auch in der Kunst ist Gelatine ein wichtiges Hilfsmittel. So benutzen Maskenbildner in Theatern und Filmen gefärbte Gelatine, um glaubhaft Wunden darzustellen. Sieht man in Kino- oder Fernsehfilmen beispielsweise Organe, wurde für deren Anfertigung zumeist Gelatine benutzt. In der Sportart Paintball findet Gelatine auch als Umhüllung für die biologisch abbaubare Munition Verwendung. Forensik und Waffenforschung benutzen so genannte ballistische Gelatine, um Schusskanäle oder die Eindringtiefe von Projektilen zu bestimmen.
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