Wie wichtig sind Bio-Lebensmittel für Kinder?

Vater mit zwei kleinen Kindern beim Frühstückstisch, im Hintergrund Mutter an Kühlschranktür

Unterm Strich gelten Bioprodukte für die Ernährung und Entwicklung von Kindern als die bessere Wahl

Kinder sollten sich gesund und abwechslungsreich ernähren. Bio-Lebensmittel sind eine gute Möglichkeit der Ernährung, jedoch sind nicht alle Bioprodukte auch gesund.

Gesunde Bio-Lebensmittel dank Verzicht auf Pestizide

In Bio-Lebensmitteln dürfen keine Schadstoffe enthalten sein bzw. die Produkte, die darin verarbeitet sind, müssen ohne den Einsatz von Pestiziden gewachsen, geerntet oder hergestellt werden. Auch für herkömmliche Lebensmittel gilt eine gewisse Grenze für diese Schadstoffe, doch bei der Herstellung von Bioprodukten muss auf Pestizide, auf künstliche Düngemittel und andere giftige Substanzen gänzlich verzichtet werden.

Dies macht Bioprodukte für den Menschen und vor allem für die Kinder wesentlich gesünder. Je weniger Zusatzstoffe in den Lebensmitteln enthalten sind, desto geringer ist nachweislich die Allergiegefahr. Auch künstliche Geschmacksverstärker dürfen in Bioprodukten nicht enthalten sein.

Studie zu Bio-Gemüse - Öko-Lebensmittel sind gesünder und weniger belastet

Bio-Lebensmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch ist Gemüse aus ökologischer Landwirtschaft wirklich gesünder als aus konventioneller Produktion? Mit dieser Fragestellung haben sich nun britische Wissenschaftler befasst.

Weniger Schadstoffe, mehr Vitamine und Co.

Bei ihrer Studie fanden sie heraus, dass Bio-Gemüse weniger mit Nitraten, Nitriten und dem Schwermetall Kadmium belastet ist. Nitrit in Lebensmitteln wird im Körper zu krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt. Der Pestizidgehalt ist zudem um das Vierfache geringer.

Dafür wiesen die Gemüsesorten mehr Antioxidantien, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorbeugen, sowie mehr Carotinoide und Vitamin C auf. So profitiert nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch die menschliche Gesundheit vom biologischen Anbau.

Keine Geschmacksverfälschung

Eltern, deren Kinder überwiegend Bioprodukte essen, lernen durch diese Lebensmittel den ursprünglichen Geschmack kennen. Ziel ist es, dass die Kinder sich an diesen natürlichen Geschmack gewöhnen, wenn auch nicht alle Bio-Lebensmittel mit einem besseren Geschmack behaftet sind.

Umwelt- und Naturschutz

Eben weil die Bioprodukte ohne Zusatzstoffe und Chemikalien auskommen, haben sie den Vorteil, dass man beim Kauf dieser Produkte aktiv etwas für die Umwelt und den Naturschutz unternimmt.

Kauft man Bio-Fleisch, so hat man nicht nur die Gewissheit, dass die Tiere nicht mit Antibiotika gefüttert wurden, sondern auch noch artgerecht gehalten wurden.

Essen Kinder regelmäßig Fleisch von Tieren, die mit Antibiotika behandelt wurden, so entwickelt der kleine Körper Resistenzen gegen diese oft so wichtigen Medikamente. Wenn das Kind wirklich einmal schwer krank ist und ein Antibiotikum benötigen würde, kann es passieren, dass dieses nicht mehr wirkt, weil die Kinder von klein auf diese Medikamente mit dem Fleisch zu sich genommen haben.

Ferkel im Stall
Bei Bio-Schweinefleisch kommen die Tiere aus artgerechter Haltung ohne Einsatz von Antibiotika

Positive Vorurteile gegenüber "Bio" – ist biologischer Landbau wirklich besser für Umwelt und Tiere?

Sommerferien: Zwei kleine Mädchen füttern Hühner auf einem Bauernhof
Two little girl feeding chickens © Boggy - www.fotolia.de

Verbraucher verbinden mit dem Kauf von Bio-Produkten bestimmte Erwartungen. Als Beweggründe für den teureren Einkauf nennen sie vor allem drei Motive: Tierschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Aber ist der biologische Landbau bei diesen Themen wirklich besser die konventionelle Landwirtschaft?

Bio für eine gesündere Umwelt

Ob Stickstoff aus Düngemitteln oder Pestizide – konventionell angebaute Lebensmittel können die Natur belasten. Vom Ökolandbau dagegen profitiert die Umwelt. Zu diesem Fazit kommen sowohl die Verbraucherzentralen als auch das Umweltbundesamt. Biobauern laugen die Böden weniger aus, der Verzicht auf Pestizide lässt Amphibien und Insekten gedeihen. Im Schnitt leben auf einem Bio-Acker 30 Prozent mehr Arten als auf traditionellen Äckern.

Bio ist gut für die Tiere

Aus der Tierperspektive bietet ökologische Landwirtschaft nur geringe Vorteile. Zwar sind die Zustände in der konventionellen Mast schlimmer, aber auch auf Bio-Höfen werden Tiere für die Fleischproduktion optimiert. Und der Schwerpunkt von Öko-Bauern liegt nicht unbedingt auf dem Tierschutz. So haben Bio-Huhn und Öko-Schwein etwas mehr Platz, oft dürfen sie auch an die frische Luft, artgemäße Verhaltensweisen können sie aber kaum ausüben.

Tierärzte halten deshalb die Unterscheidung zwischen biologischer und konventioneller Mast für nebensächlich – wichtiger ist ein kompetenter und respektvoller Umgang mit den Tieren.

Bio ist nachhaltig

Das Konzept der Nachhaltigkeit heißt beim Bauern: Kreislaufwirtschaft. Im Idealfall baut der Landwirt dabei das Futter für seine Tiere selbst an und düngt die Felder mit der Gülle aus dem Stall.

Ein komplett geschlossener Kreislauf lässt sich zwar nicht erreichen, schließlich muss auch der Ökobauer Benzin für seinen Traktor tanken, der Verbrauch an Ressourcen ist jedoch geringer. Theoretisch jedenfalls. Denn in der Praxis wirtschaften die meisten Betriebe, die ein Nachhaltigkeits-Zertifikat tragen dürfen, ganz konventionell.

Qualität statt Quantität

Natürlich sind Bio-Lebensmittel etwas teurer als andere Produkte aus herkömmlicher Herstellung. Doch es muss und soll auch nicht jeden Tag Fleisch auf dem Tisch stehen. Lieber kocht man nur einmal pro Woche Fleisch und kauft dafür ein hochwertiges Produkt.

Gesünder Leben - Biokäufer achten nicht nur auf ihre Ernährung

Bioprodukte sind in, zumindest in den Altersgruppen zwischen 35 und 50 Jahren. Laut einer Studie leben Biokäufer gesünder als andere, denn abgesehen von der gesünderen Ernährung tun sich auch in ihrem Verhalten Unterschiede auf.

So ergaben die Ergebnisse, dass Biofans mehr Obst und Gemüse essen als andere und zudem (mehr) Sport treiben. Auch wird weniger geraucht und auf zuckerhaltige Getränke wie beispielsweise Limonade gerne verzichtet.

Warum sich mit dem Verzehr von gesünderen Nahrungsmitteln auch die Verhaltensweisen ändern, konnten die Forscher vom Max-Rubner-Institut für Ernährung und Lebensmittelforschung (MRI) nicht genau sagen.

Nicht immer schmeckt man jedoch den Unterschied zwischen Bio und herkömmlich und auch in Punkto Nährstoffe gibt es kaum einen Unterschied. Selbst Untersuchungen konnten noch nicht belegen, dass beispielsweise Bio-Obst mehr Vitamine hat als herkömmlich angebautes Obst. So die allgemeine These.

Kauft man jedoch das Bio-Obst beim Bauern, der es frisch geerntet hat, so hat es definitiv mehr Vitamine als Obst, das aufgrund des langen Transportweges noch im unreifen Zustand geerntet werden musste.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass Bio-Lebensmittel für Kinder die bessere Wahl sind.

Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass sie für Kinder ausnahmslos gesund sind. Es gibt auch Bio-Schokolade oder Bio-Schokodrinks. Diese werden zwar ohne Zusatzstoffe oder Chemikalien hergestellt, enthalten aber trotzdem viel Zucker und Fett und sollten daher nicht regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Denn auch mit Bio-Lebensmitteln können Kinder dick werden.

Grundinformationen und Hinweise zu Bioprodukten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Father With Children As They Eat Breakfast And Mother In The Bac © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: porcelet © CNL IMAGE 360° - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Fruits and vegetables - Bio © Pixelot - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Colorful fresh vegetables in shopping basket © Robert Kneschke - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Hühnereier © by-studio - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: mix - mischung © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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