Arten, Einsatz, Zusammensetzung und Zubereitung von Milchnahrung

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Milchnahrungen, die versuchen, verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Wir informieren über die Unterschiede zwischen der hypoallergenen Milch sowie der Anfangs- und Folgemilch und geben Tipps zur Zubereitung

Arten und Einsatz von Milchnahrung

Von den meisten Hebammen wird die Muttermilch und das Stillen als die beste, gesündeste und unkomplizierteste Art bezeichnet, das Baby zu ernähren. Die Empfehlungen gehen dahin, dass Kind mindestens bis zum sechsten Monat voll zu stillen.

Doch es gibt auch viele gute Gründe, warum eine Mutter sich gegen das Stillen entscheidet. Gründe, warum es mit dem Stillen nicht klappt oder nicht voll gestillt werden kann. Wenn die Mutter nicht stillt, ist sie unabhängiger und die Nahrung kann auch von einer anderen Person gegeben werden. Oder aber die Mutter möchte abstillen.

Dann kommen die Milchfläschchen mit Milchnahrung zum Einsatz. Von verschiedenen Herstellern gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Milchnahrungen. Es gibt:

  • die Anfangsmilchnahrung
  • die Folgemilch
  • die Dauermilchnahrung

Die Milchnahrung erhält man in Drogerien und Supermärkten, spezielle Milchnahrungen auch in der Apotheke.

Hypoallergene Milch

Wenn in der Familienanamnese bereits Allergien bestehen, so ist das Baby allergiegefährdet. Dafür gibt es die spezielle HA Milch, die hypoallergene Milch.

Hier wird im Gegensatz zu der herkömmlichen Milchnahrung das Eiweiß der Kuhmilch hydrolisiert, also aufgespalten. Dadurch soll die Milch vom Körper besser toleriert werden, denn man geht davon aus, dass die Kuhmilch für eine erhöhte Allergiebereitschaft verantwortlich ist.

Auf Kuhmilch verzichten

Dass die HA Milch Allergien tatsächlich verhindert, ist letztendlich noch nicht eindeutig bewiesen. Der einzig sichere Schutz gegen Allergien und Neurodermitis ist, wenn das Kind voll gestillt wird und man im ersten Lebensjahr auf Kuhmilch verzichtet.

Anfangsmilch

Die Anfangsmilch ist der Muttermilch nachempfunden, sie wird anstatt oder zusätzlich zur Muttermilch gegeben. Es kommt zur so genannten Zwiemilchernährung.

Die Anfangsmilch wird in der Regel die ersten sechs Lebensmonate gefüttert. Sie wird mit einem Pre oder einer 1 gekennzeichnet.

Anfangsmilch wird aus Kuhmilch hergestellt, sie kann wie die Muttermilch bei Bedarf, also so oft das Kind trinken will, gefüttert werden. Sie ist auch so dünnflüssig wie Muttermilch.

Unterschiede zwischen Pre Milch und 1 Milchnahrung

Wenn das Kind von der Pre Milch nicht mehr satt wird kann die 1 Milchnahrung gefüttert werden.

  • Während die Pre Milch nur Milchzucker, auch Laktose genannt, als Kohlenhydrat enthält,
  • verfügt die 1 Milch noch über Stärke, ist sämiger und dadurch sättigender.

Unterschiede zwischen prebiotischer Milchnahrung und Anfangsmilch mit LCP

Mittlerweile gibt es auch prebiotische Milchnahrung und Anfangsmilch mit LCP. Prebiotisch ist ebenfalls der Muttermilch nachempfunden, hier werden bestimmte Kohlenhydrate zugefügt, um so für eine gesunde Darmflora zu sorgen.

LCP bedeutet auf Englisch "Long Chained Polyunsaturated Fatty Acids". Dies sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die sich auch in der Muttermilch befinden und für die Entwicklung des Gehirns wichtig sein sollen.

Folgemilch

Unter Folgemilch versteht man die Milchnahrung die mit einer 2 oder einer 3 gekennzeichnet ist. Sie darf frühestens ab dem sechsten bis achten Lebensmonat des Kindes gegeben werden, weil sie vorher noch gar nicht richtig verstoffwechselt werden kann. Sie hat eine andere Zusammensetzung als die Anfangsmilch und ist für die Bedürfnisse des älteren und aktiveren Kindes konzipiert.

Die veränderte Zusammensetzung bewirkt eine größere Sättigung durch eine länger Verweildauer im Magen. Im Wachstum werden zudem vermehrt Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente gebraucht.

Alternative Milchnahrung

Alternativ gibt es auch Milchnahrung für Babys auf:

Milchnahrung wird auch in Bio-Qualität angeboten.

Die richtige Zusammensetzung der Milchnahrung

Wenn Milchnahrung gegeben wird, muss diese auch bestimmten Anforderungen entsprechen und Bedürfnissen gerecht werden. Babys wachsen sehr schnell und machen enorme Entwicklungsschritte in kurzer Zeit. Dementsprechend ist auch ihr Bedarf an Nährstoffen teilweise höher als bei einem Erwachsenen.

Unterstützung der Wachstumsphasen

Die jeweilige Entwicklungsstufe des Kindes bringt auch unterschiedliche Bedürfnisse was die Ernährung angeht. Eine gesunde Milchnahrung muss altersgerecht angepasst sein, um die Wachstumsphasen richtig zu unterstützen. Alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe müssen in einer altersangepassten Menge enthalten sein.

  • Gerade bei der Anfangsmilch und der Zwiemilchernährung muss die Milchnahrung so konzipiert sein, dass das Kind so oft trinken kann, wie es möchte, so wie es beim Stillen eben auch ist.

    Die Anfangsmilch ist der Muttermilch nachempfunden. Diese enthält prebiotische Ballaststoffe und diese sind für eine gesunde Darmflora unerlässlich. Sie sorgen für eine ausgewogene Verdauung und unterstützen auf natürliche Art und Weise die Abwehrkräfte.

  • Die Folgemilch bewirkt ein längeres Sättigungsgefühl, da sie eine längere Verweildauer im Magen hat. Laut EG Richtlinien muss sie nun auch eine höhere Eisenmenge neben Kohlenhydraten bzw. Stärke, Eiweißkomponenten und anderen Inhaltsstoffen haben.

Qualitätskontrolle

Weiterhin sollte die Milchnahrung hohen Qualitätskontrollen unterliegen. Natürlich muss die Milchnahrung aus qualitativ hochwertigen Zutaten bestehen und eine schonende Zubereitung sollte gewährleistet sein. Begrüßenswert ist es, wenn die Milchnahrung in Bio-Qualität hergestellt wird.

Laut Gesetz muss Milchnahrung für Babys hergestellt werden ohne:

Letztendlich entscheidet das Baby mit seinem Geschmack,welche Milch ihm schmeckt und gut bekommt. Bei dieser Milchnahrung sollte man dann auch bleiben.

Die richtige Milch für den Abend

Welche Eltern kennen sie nicht, die durchwachten Nächte, in denen das Baby schreit und nicht schlafen kann, oder die Eltern immer wieder aus dem Schlaf gerissen werden - dies kann sehr zermürbend sein und bringt die ganze Familie in Anspannung.

Wenn das Kind nicht gerade zahnt oder Bauchschmerzen hat, kann die Ursache auch sein, dass es nicht richtig satt ist - wer kann schon hungrig schlafen? Deshalb benötigt das Baby für den Abend

  • eine ausgewogene und bekömmliche Milchnahrung,
  • die aber auch ausreichend sättigt,
  • lange vorhält und
  • gleichzeitig nicht so schwer im Magen liegt.

Gerade diese Mahlzeit am Abend ist sehr wichtig, um einen erholsamen Schlaf zu garantieren.

Milchnahrung richtig zubereiten

Die Zubereitung von Milchnahrungen ist relativ einfach. Normalerweise ist sie auch auf jeder Packung ausführlich beschrieben.

Messlöffel und Messbecher

Der jeweiligen Packung liegt ein spezieller Messlöffel oder Messbecher bei, auf den sich die Mengenangaben beziehen. Bitte auch immer nur den Messlöffel des dazugehörigen Produktes verwenden, da die Maßeinheiten von Produkt zu Produkt unterschiedlich ausfallen.

Die Frage nach dem geeigneten Wasser

Es sollte stets nur

verwendet werden. Dieses kann man auf dem Etikett ersehen.

Ungeeignetes Wasser

In einem ungeeigneten Mineralwasser kann zum Beispiel zu viel Natrium enthalten sein und nicht abgekochtes Wasser kann schädliche Bakterien enthalten. Denn das Immunsystem des Kleinkindes ist noch nicht so ausgereift wie bei einem Erwachsenen.

Wasserkontrolle

  • Bei den Stadtwerken
  • bei den ortsansässigen Wasserwerken oder
  • in der Apotheke

kann man sich über die Trinkwasserqualität erkundigen oder nachfragen, ob diese analysiert werden kann. Für Mütter mit Säuglingen wird dies oft sogar kostenlos angeboten.

Sollte der Nitratwert im Wasser zu hoch sein, ist es ratsam, das Wasser nicht zu verwenden und auf die im Handel erhältlichen, speziellen Wässer für Säuglingsnahrung zurückzugreifen.

Frisch zubereiten

Die Flaschennahrung sollte immer frisch zubereitet und auch gleich gefüttert werden, denn die fertig zubereitete Milch darf man nicht länger als eine Stunde stehen lassen, sonst können sich auch hier unliebsame Keime bilden.

Optimale Temperatur

Um die Milchnahrung optimal anrühren zu können, darf das Wasser nicht zu heiß und nicht zu kalt sein. Bei kaltem Wasser klumpt das Pulver und löst sich nicht richtig auf. Ist das Wasser zu heiß, können wichtige Nährstoffe und Vitamine zerstört werden, außerdem kann man sich leicht die Finger verbrühen.

  • Die optimale Temperatur zum Zubereiten liegt bei etwa 50°C; danach muss man die Milch natürlich auf Trinktemperatur abkühlen lassen.

Das Milchpulver ist in der Innenpackung besonders geschützt, auch gegen Licht. Deshalb sollte man es in dieser belassen und nicht etwa in ein Glas umfüllen. Die Innenpackung kann man mit einer Packungsklammer wieder verschließen.

Auch wenn sich das alles ein bisschen kompliziert anhört - nach den ersten paar Fläschchen wird es schnell zur Routine. Bevor die Flasche gegeben wird, bitte immer noch einmal ein paar Tropfen auf den eigenen Handrücken geben, um zu überprüfen, dass die Milchnahrung nicht zu heiß ist und die richtige Temperatur zum Trinken hat.

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Quellenangaben
  • Fantastical milk background. Drops, waves, splashes. © Andrey Kiselev - www.fotolia.de

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