Varianten und richtige Verwendung von Pens und Pennadeln und Hinweise zur Hygiene und Reinigung

Als Insulin-Pens oder Pennadeln bezeichnet man Injektionsinstrumente, die zur Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt werden. Sie ähneln der Form eines Kugelschreibers.

Am gängigsten sind Pens mit einer austauschbaren Insulin-Ampulle - die Handhabung eines Insulin-Pens ist einfach; es gilt dabei, Infektionen zu vermeiden

Insulin-Pen oder doch Insulinspritze?

Unter einem Insulin-Pen oder einer Pennadel versteht man ein spezielles Injektionswerkzeug, mit dem das benötigte Insulin gespritzt wird. Es ähnelt einem Kugelschreiber und lässt sich leichter anwenden als eine Insulinspritze.

Der Begriff "Pen" stammt aus dem Englischen und bedeutet "Kugelschreiber". Da eine Pennadel die Form eines Kugelschreibers hat, wird sie auch als Insulin-Pen oder einfach nur Pen bezeichnet.

Eine Pennadel dient im Falle der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zur Injektion des täglich benötigten Insulinbedarfs. Da sich der Insulin-Pen wieder verwenden lässt, ist er eine moderne und sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Insulinspritze.

Vorzüge des Pens

Im Unterschied zur Spritze, ist die Handhabung des Pens sehr leicht. Die benötigte Insulindosis lässt sich einfach und genau über einen speziellen Dosierknopf einstellen. Während bei der Insulinspritze die Dosis erst aus einer Durchstichflasche gezogen werden muss, ist dies bei einer Pennadel nicht nötig.

Da die Nadeln wesentlich dünner sind als bei einer gewöhnlichen Spritze, verursacht das Injizieren weniger Schmerzen. Außerdem können die Pens leicht und unauffällig transportiert werden. Mittlerweile sind Insulin-Pens das am meisten verbreitete System zur Injektion von Insulin.

Unterschiedliche Pen-Varianten

Am gebräuchlichsten sind

  • Pens, die man mit einer austauschbaren Insulin-Ampulle bestücken kann.

Darüber hinaus gibt es

  • halbautomatische Pens, die sich besonders für Diabetiker eignen, die Angst vor dem Spritzen haben.

Dabei erfolgt der Einstich der Kanüle nach dem Aufsetzen auf die Haut mithilfe einer Feder. Eine weitere Variante sind

  • Einmal-Pens, die fertig befüllt sind.

Sie beinhalten eine Ampulle, die nicht ausgetauscht werden kann. Dennoch sind sie in der Lage, mehre Dosen an Insulin abzugeben.

Anwendung einer Pennadel

Bei der Anwendung einer Pennadel ist zu beachten, dass während der Injektion kleine Mengen an Körperflüssigkeit in die Penkanüle und die Insulinpatrone gelangen können. Aus diesem Grund darf ein Insulin-Pen immer nur von einer Person benutzt werden, damit es nicht zur Übertragung von Krankheiten kommt.

  • Da es sich bei den verwendeten Nadeln um Einmalnadeln handelt, sollten die Pennadeln nach jeder Injektion gewechselt werden.
  • Gleiches gilt für die Kanüle, denn beschädigte Kanülenspitzen können Gewebsverletzungen hervorrufen.

Aufbewahrung

Um das Eindringen von Luft in die Insulinpatrone oder das Auslaufen von Insulin zu vermeiden, sollte der Insulin-Pen stets ohne die Penkanüle gelagert werden. Außerdem muss der Pen vor

  • Staub
  • Schmutz
  • extremen Temperaturen und
  • starkem Druck

geschützt werden. Wichtig: er darf nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Das Spritzen mit einem Pen

Bevor man die Insulindosis am Pen einstellt, muss man darauf achten, dass der Dosierknopf auf Null steht. Ist das der Fall, kann man die gewünschte Anzahl an Insulineinheiten durch das Drehen des Knopfes einstellen.

Über die Art des Insulins und die Menge der Injektionen entscheidet der behandelnde Arzt. Vor der Injektion sollte sich der Diabetiker stets vergewissern, dass sich das richtige Insulin im Pen befindet.

Nach dem Einstechen ist es ratsam, noch fünf Sekunden mit dem Herausziehen der Nadel zu warten. Sollte der Dosierknopf noch vor dem Zurückdrehen in die Nullstellung stoppen, ist das ein Zeichen dafür, dass sich nicht mehr genügend Insulin in der Patrone befindet. In diesem Fall muss die Restmenge, die auf der Anzeige angegeben wird, nachträglich injiziert werden.

Besonderheit: Misch- und Verzögerungsinsulin

Bei bestimmten Insulinen wie Misch- oder Verzögerungsinsulinen ist es erforderlich, diese vor jeder Injektion durchzumischen. Dazu schwenkt man den Pen mit der eingelegten Patrone etwa zwanzigmal hin und her, bis das Insulin gleichmäßig milchig weiß wird.

Pens und Pennadeln sicher sterilisieren

Bei der Verwendung von Pennadeln muss unbedingt auf das Einhalten der Sterilität geachtet werden.

Infektionsgefahr durch belastete Nadeln

Pennadeln sind vor der Benutzung steril. Doch schon nach der ersten Anwendung ist die Keimfreiheit nicht mehr gewährleistet. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass an der Nadel Gewebereste hängen bleiben, wodurch das Risiko von Infektionen steigt. Aus diesem Grund sollte eine bereits benutzte Pennadel nicht mehrfach verwendet werden.

Es ist zwar möglich, die Nadel mithilfe eines Sterilisators oder durch Auskochen zu desinfizieren, doch wird davon abgeraten. Selbst wenn Sterilität gewährleistet ist, besteht der Nachteil, dass die Pennadel von Einsatz zu Einsatz immer stumpfer wird oder sich verformt.

  • Dadurch kann es jedoch zu Verletzungen im Fettgewebe oder Verhärtungen kommen.
  • Außerdem werden die Injektionen zunehmend schmerzhafter.

Einwegnadeln verringern das Infektionsrisiko

Früher war es üblich, Injektionskanülen für Insulin zusammen mit den Spritzen nach jeder Benutzung zu sterilisieren, um Keimfreiheit zu gewährleisten. Dazu wurden die Instrumente mindestens 15 Minuten lang ausgekocht. Durch die Einführung von Einwegspritzen und Einmalnadeln ist dies jedoch nicht mehr nötig.

Es wird also empfohlen, eine Pennadel immer nur einmal zu verwenden und dann zu entsorgen. Pennadeln sind in der Regel in Großpackungen erhältlich, sodass sich der Diabetiker einen ausreichenden Vorrat anlegen kann.

Reinigung des Insulin-Pens

Reinigen sollte man den Insulin-Pen mit einem feuchten Tuch. Dabei dürfen jedoch keine

zum Einsatz kommen. Auch das Eintauchen des Pens in Flüssigkeit muss unbedingt vermieden werden.

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  • two syringes isolated on the white background © Elnur - www.fotolia.de

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