Herkunft und Zutaten bekannter Pralinensorten

Pralinen gehören zu den beliebtesten Süßigkeiten. Von Hand hergestellt sind sie eine kleine Köstlichkeit, die auch ihren Preis hat.

Zu den berühmtesten Pralinensorten zählen belgische Pralinen, Mozartkugeln, Trüffelpralinen, Baci di Perugia oder auch Luxemburgerli

Pralinen gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten überall auf der Welt. Als Praline bezeichnet man eine Süßigkeit, die rund, länglich oder eckig sein kann und eine Füllung beinhaltet.

Um diese Füllung herum befindet sich eine Schokoladenglasur. Je nach Pralinensorte ist diese Schokoladenglasur aus heller, dunkler oder auch aus weißer Schokolade.

Füllung und Bestandteile

Die Füllung ist das gewisse Extra einer jeden Praline. Sie kann aus

etc. bestehen und wird oftmals mit Alkohol verfeinert. Gerade diese alkoholhaltigen Pralinen sollte man Kindern jedoch nicht geben. Auch wenn der Alkoholgehalt nur sehr gering ist, gibt es doch genügend alkoholfreie Alternativen.

Als Erwachsener braucht man jedoch keine Angst haben, von Pralinen wie zum Beispiel Weinbrandbohnen betrunken zu werden. Man schafft es fast nicht, so viele Weinbrandbohnen zu essen, um fahruntüchtig zu werden.

Es gibt jedoch eine Voraussetzung, wann sich eine Praline auch Praline nennen darf: Jede Praline muss zu einem Viertel aus Schokolade bestehen und darf nicht zu groß sein.

Pralinen sind handliche Schokoladenstückchen, die eine mundgerechte Größe haben müssen. Ist die Praline größer, so darf sie nur als "Konfekt" verkauft werden.

Pralinenherstellung früher und heute

Früher wurden bei der Pralinenherstellung kleine Nussstückchen oder ähnliches in flüssige Schokolade getaucht. Bereits 1912 erfand Herr Neuhaus jedoch eine andere Möglichkeit: Ihm kam die Idee, dass man auch spezielle Pralinenförmchen herstellen könnte, diese mit flüssiger Schokolade füllen und dort hinein zum Beispiel Nüsse streuen könnte. Als Deckel wurde eine dünne Schokoladenscheibe verwendet.

Heutzutage werden die meisten Pralinen industriell hergestellt. Nur einige Konditoren haben sich auf handgemachte Pralinenherstellung spezialisiert. Diese Pralinen haben natürlich ihren Preis, sind jedoch auch von den Zutaten her wesentlich hochwertiger.

Während die Industrie beispielsweise günstiges Pflanzenfett verwendet, werden die handgeformten Pralinen mit Kakaobutter zubereitet. Ein kleiner aber feiner Unterschied, den Feinschmecker durchaus zu schätzen wissen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene bekannte Pralinensorten einmal genauer vor.

Baci di Perugia (Küsse von Perugia)

Herkunft

Baci di Perugia bedeutet übersetzt "Küsse von Perugia". Perugia ist eine italienische Stadt und durch die Pralinen berühmt geworden. In ganz Italien sind Pralinen dieser Sorte bekannt und beliebt. Man verschenkt sie auch gerne, um seine Zuneigung oder Freundschaft auszudrücken.

Produziert werden die Pralinen jedoch nur in einem einzigen Ort in Italien, nämlich in Perugia. Seit 1922 gibt es diese Pralinensorte bereits. Damals hieß die Praline jedoch übersetzt "Fausthieb" und war aufgrund dieses Namens verständlicherweise nur wenig beliebt.

Merkmale

Verkauft werden die Baci di Perugia in einer blauen Schachtel mit weißem Zellophan, auf dem sich Sterne befinden. Schon die Verpackung ist ein Erkennungsmerkmal dieser Pralinensorte. Was besonders beliebt ist, sind die kleinen Sprüche, die den Pralinen beigefügt werden.

Jede Praline hat einen Kern aus Zartbitterschokolade und geriebenen Haselnüssen. Oben auf jeder Praline liegt eine ganze Nuss, ehe die Praline nochmals in Zartbitterschokolade getaucht wird.

Hallorenkugeln

Herkunft

Früher kannte und liebte jeder in der ehemaligen DDR die runden Pralinen, genannt Hallorenkugeln. Nach der Wende jedoch, als eine viel größere Pralinenauswahl vorhanden war, gerieten die Hallorenkugeln kurzzeitig fast in Vergessenheit.

Produziert wurden und werden die Hallorenkugeln noch immer in Halle an der Saale in Deutschlands ältester Schokoladenfabrik. Die Hallorenkugeln werden hier seit dem Jahr 1952 hergestellt.

Merkmale

Hallorenkugeln sind runde Pralinen, wie man aufgrund des Namens bereiten vermuten kann. Die Praline ist gefüllt mit Kakao und Sahne und mit Schokolade überzogen. Während früher nur diese Sorte erhältlich war, gibt es heute viele Variationen wie zum Beispiel

  • Erdbeerjoghurt
  • Apfel-Zimt
  • Orange-Mohn oder
  • Schwarzwälder Kirsch.

Hofbauer

Pralinen der Marke Hofbauer sind hochwertige und daher verhältnismäßig teure Naschereien. Sie werden in der österreichischen Hauptstadt Wien produziert, sind aber auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern jeweils in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

So gibt es Weinbrandpralinen, zartbittere Pralinen oder auch eine Komposition verschiedener Pralinensorten.

Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1882 durch Herrn Carl Hofbauer, dessen Frau ebenfalls in der Fabrik mitarbeitete. Seit 1994 gehört die Firma Hofbauer zu Lindt & Sprüngli.

Luxemburgerli

Herkunft

Seit 1970 gibt es die Luxemburgerli, die eigentlich mehr ein Kleingebäck als Pralinen sind. Erfunden wurde dieses Gebäck von einem Konditor aus Luxemburg. Das Rezept stammt allerdings von einem seiner französischen Kollegen.

Der luxemburgische Konditor nahm dieses Rezept als Grundlage, veränderte einige Details und präsentierte damals seine Kreation in Zürich auf einem Konditorenwettbewerb. Die Luxemburgerli, wie er sein Gebäck nannte, fanden großen Anklang.

Merkmale

Ein Luxemburgerli misst etwa 2,5 Zentimeter im Durchmesser. Es besteht aus mehreren Scheiben, die übereinander geschichtet werden. Jede dieser Teigscheiben wird aus Mandelmehl, Zucker und Eiweiß hergestellt.

Zwischen den Teigscheiben befindet sich eine Buttercremefüllung in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Man erhält die Luxemburgerli mit

  • Vanillegeschmack
  • Mandarinengeschmack
  • Champagner- oder auch
  • Nussgeschmack.

Aufgrund ihrer Zusammensetzung werden die Luxemburgerli schnell weich, weshalb man sie nicht lange aufbewahren sollte. Der Name "Luxemburgerli" entstand eher als Spitzname für den Erfinder, den Konditor aus Luxemburg.

Meeresfrüchte (Belgische Pralinen)

Herkunft

Heutzutage verkaufen viele Hersteller Meeresfrüchtepralinen. Der Erfinder der originalen Pralinen ist ein Belgier namens Guylian, einer Firma, die auch heute noch die schokoladigen Meeresbewohner herstellt und verkauft.

Während die Pralinen hier 1960 noch von Hand geformt wurden, haben dies heutzutage natürlich Maschinen übernommen. Auch heute noch wird hier aber originale belgische Schokolade verwendet.

Merkmale

Die Meeresfrüchtepralinen werden in schönen Geschenkverpackungen verkauft. Darin befinden sich verschiedenartige Muscheln und Seepferdchen.

Jede einzelne Praline ist mehrfach marmoriert und enthält hellbraune oder dunkle sowie weiße Schokolade. Gefüllt sind diese Pralinen mit einer Nuss-Nugatfüllung.

Für die Nuss-Nugatfüllung werden die Haselnüsse zuerst zerkleinert, dann karamellisiert und schließlich geröstet, ehe sie mit der belgischen Schokolade verrührt werden. Das Rezept der original belgischen Pralinen wurde niemals verändert.

Mozartkugeln

Selbst wer kein Schokoladen- oder Pralinenfan ist, kennt sie: die Mozartkugeln. So werden runde Pralinen bezeichnet, die in einer schönen Folie verpackt sind.

Auf jede dieser Folien ist der Kopf Mozarts aufgedruckt. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Mozartkugeln aber sowohl in ihrer Verpackung, als auch in ihrem Aussehen und im Geschmack.

Herkunft

Erfinder der originalen Mozartkugeln ist Paul Fürst, ein Konditor aus Salzburg. Er hat die Mozartkugeln bereits im Jahr 1890 erfunden.

Damals wurden die runden Pralinen jedoch noch "Mozart-Bonbon" genannt und einzeln von Hand gefertigt. Auch heute ist dies sogar noch teilweise der Fall.

1905 erhielt der Erfinder der Mozartkugel eine Goldmedaille. Die Rezeptur der originalen Mozartkugeln wurde auch bis heute nicht verändert, jedoch gibt es inzwischen viele andere Hersteller der (nicht originalen) Mozartkugeln. Diese verkaufen ihre Mozartkugeln teilweise zu einem deutlich günstigeren Preis, dafür sind die kleinen Schokoladenkugeln dann nicht handgefertigt und original.

Merkmale

Bei der Herstellung steckt der Konditor einen grünen Pistazien-Marzipankern auf ein Holzstäbchen und taucht den Kern in feinen Nougat. Anschließend wird der Kern in dunkler Schokolade gewendet. Sobald die Schokolade getrocknet ist, wird das Stäbchen entfernt, das Loch mit Schokolade gefüllt und die Mozartkugel in schöner Folie verpackt.

Heutzutage ist eine runde Praline nicht mehr so verwunderlich wie früher. Damals jedoch kannte man nur runde Pralinen mit einer abgeflachten Stelle.

Trüffelpralinen

Auch wenn dies der Name vermuten lassen würde: In Trüffelpralinen ist kein Trüffel enthalten, gegebenenfalls lediglich ein Trüffelaroma. Doch auch dieses findet man in den meisten Trüffelpralinen nicht. Stattdessen sind Aromen wie Vanille und sehr häufig auch Spirituosen dazu gemischt.

Merkmale

Trüffelpralinen haben eine runde Form, sind jedoch meist nicht glatt. Bei der Zubereitung werden Schokolade, Sahne und Butter miteinander verrührt, ehe die Aromen und Gewürze hinzukommen. Diese zähflüssige Masse wird dann auf eine Unterlage gespritzt, ehe sie in flüssige Schokolade getaucht wird.

Die noch warme Trüffelpraline wird dann in Kakao oder auch in Puderzucker gewälzt. Je nach Sorte kann die Trüffelpraline statt Kakao oder Puderzucker auch eine Schokoladenglasur erhalten.

In machen Betrieben werden die Trüffelpralinen noch auf diese Weise mit der Hand geformt. Die Industrie fertigt Trüffelpralinen jedoch effektiver an, indem eine offene Schokoladenkugel mit der Masse gefüllt wird. Trüffelpralinen aus maschineller Fertigung sind natürlich deutlich günstiger als die handgeformten Pralinen.

Mit ein wenig Geschick kann man Trüffelpralinen übrigens auch selbst herstellen. Hauptzutat ist hochwertige Schokolade einer beliebigen Sorte - auch weiße Schokolade ist möglich. Für die Füllung kann man die Aromen wählen, die man selbst gerne isst und diese anschließend gegebenenfalls zum Beispiel mit Rum verfeinern.

Nach längstens 14 Tagen sollten die selbst hergestellten Trüffelpralinen allerdings gegessen sein, da diese nicht so lange haltbar sind wie gekaufte Trüffelpralinen.

Weinbrandbohnen

Merkmale

Weinbrandbohnen gehören zu den so genannten Krustenpralinen. So bezeichnet man Pralinen, die eine flüssige Füllung enthalten und darüber eine Schokoladenglasur gegossen wird. Die Weinbrandbohnen enthalten, wie auch der Name vermuten lässt, Weinbrand.

Sie sind also alkoholhaltig, wobei der Alkoholgehalt bei einer einzelnen Weinbrandbohne relativ gering ist. Man müsste schon etwa 40 Weinbrandbohnen essen, um fahruntüchtig zu werden.

Bei der Herstellung von Weinbrandbohnen werden Weinbrand, Wasser und Zucker vermischt und dann in spezielle Vertiefungen gegossen, sodass die typische Form entsteht. Darüber streut man Puderzucker.

So wird die äußerste Schicht jeder Weinbrandbohne schön knackig, die innere Füllung bleibt jedoch flüssig. Jede Bohne bekommt dann noch eine Glasur aus dunkler Schokolade.

Herkunft

Erfunden wurden die Weinbrandbohnen vom Erfinder des "Asbach Uralt", Herrn Hugo Asbach. Anfang des letzten Jahrhunderts war es verpönt, wenn Frauen in der Öffentlichkeit Alkohol tranken.

Daher suchte Herr Asbach nach einer Möglichkeit, wie auch Frauen seinen "Asbach Uralt" trinken konnten. Die Idee der Weinbrandbohne war geboren, denn das Besondere an dieser Praline ist, dass der enthaltene Weinbrand flüssig bleibt.

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Quellenangaben
  • Lebensmittelindustrie Pralinenfertigung // Food Industry © industrieblick - www.fotolia.de
  • a woman's hand reaching for a chocolate in a mousetrap © Eric Simard - www.fotolia.de
  • Naschkatze © Visual Concepts - www.fotolia.de
  • chocolates © winston - www.fotolia.de
  • Temptation - Gluttony Woman eating chocolate © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

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