Zucker, Fett und Kalorien - Lebensmittel-Etikette lesen für Anfänger

Gesundheits- und Wirtschaftspolitik sind sich nicht ganz einig, wie genau und gut lesbar die Angaben auf der Rückseite Ihrer Lieblingspizza nun sein soll. Lassen Sie sich durch schwer lesbare Etikette nicht in die Irre führen.

Nach der Lebensmittelampel folgt die Guideline Daily Amounts - unterm Strich bleibt es dennoch schwierig, alle Angaben auf den Etiketten zu erkennen

Verwirrung Lebensmittelampel

Gesunde Ernährung, Allergien, starkes Übergewicht und viel Zivilisationskrankheiten werden heute mit den einzelnen Lebensmitteln sehr stark in Verbindung gebracht. Damit man als Verbraucher nicht nur geschützter ist, sondern auch gezielt auf eine Ernährung achten kann, die auf die persönlichen Gegebenheiten und auch Wünsche abgestimmt ist, wurde die Lebensmittelampel eingeführt.

Rot, Gelb, Grün. Diese Farben kennen wir schon von den Straßenampeln, die uns signalisieren, wann die Fahrt verboten, gerade noch erlaubt oder absolut gestattet ist. Ähnlich funktioniert auch die Lebensmittelampel, die auf den Verpackungen schon eine Art Warnhinweis gegen soll, was sich in welcher Menge darin befindet.

Denn wie Experten festgestellt haben, konsumieren nicht nur die Deutschen zu viel an gesättigten Fettsäuren, Zucker, Salz und Fett, was neben zahlreichen Erkrankungen auch das Gewicht deutlich in die Höhe schießen lassen kann.

Die Bedeutung der Farben

Die neue Ampel soll hier sensibilisieren und für Abhilfe schaffen. So signalisiert die Farbe Rot, dass das Produkt für die Gesundheit eher negativ ist, Gelb zeigt ein Mittelmaß an und die Farbe Grün dann volle Fahrt voraus, weil gesund und somit positiv.

Vier Punkte soll dann ein Produkt beinhalten, wobei es keines geben wird, dass in nur einer Farbe alle Punkte aufzeigen kann. Außerdem sind ja Salze, Zucker oder Fette nicht grundsätzlich ungesund und können bei einem geringen Anteil in der Ernährung auch Gutes leisten. Schlussendlich entscheidet hier über gesund und ungesund die konsumierte Menge.

Vergleichen und abschätzen ist dann trotz der Lebensmittelampel angesagt, was sich an folgendem Beispiel bestens ersehen lässt. So zeigt dann die Schokolade fast nur Rot an, da sich darin viel ungesättigte Fettsäuren, Fett und auch Zucker befindet. Aber bei einem Colagetränk wird man trotz einer Unmenge an Zucker nur einen roten Punkt finden, weil sich darin keine Fette befinden. Deswegen ist sie es aber nicht besser als die Schokolade.

Angesichts dessen bleibt einem als Konsument dann nur das konsequente Lesen der Zutatenliste und der Angaben über die Inhaltsstoffe. Auch mit der Lebensmittelampel bleibt hier als Orientierung, dass das was ganz zu Beginn auf der Zutatenliste steht, auch am meisten im Produkt zu finden ist.

GDA als Alternative zur Lebensmittelampel

Das EU-Parlament hat entschieden: Eine einheitliche Kennzeichnung von Lebensmitteln mit dem Ampelsystem wird es nicht geben.

Diese sollte bereits durch ihre Signalfarben vor einem besonders hohen Gehalt an Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln warnen, ohne dass der Verbraucher akribisch die Packungsrückseite untersuchen und anschließend mit den Nährwertangaben kopfrechnen muss.

Als Alternative liegt nun die Guideline Daily Amounts (GDA) auf dem Tisch. Diese ist nicht ganz so einfach zu lesen, denn sie orientiert sich an den Mengenwerten, die für den Tagesbedarf einer durchschnittlichen erwachsenen Frau gehandelt werden: das sind insgesamt 2.000 Kilokalorien (kcal).

Nach dieser Zahl richten sich die Angaben dafür, wie viel Prozent des Tagesbedarfs an Fett, Salz und Zucker in einer Portion des jeweiligen Produkts enthalten ist. Zusätzlich können die Hersteller den enthaltenen Prozentsatz an Kohlenhydraten, Eiweißen und Ballaststoffen angeben.

Angaben funktionieren nicht für jeden

Jedoch sind die GDA keinesfalls auf jeden beliebigen Verbraucher zu übertragen. Ein Bauarbeiter oder Fitnesstrainer, der seine 90 Kilo Kampfgewicht halten möchte, braucht am Tag locker die doppelte Menge. Kleine Kinder oder zierliche Frauen mit wenig Bewegung dagegen haben einen geringeren Leistungsumsatz und brauchen schlicht keinen Nachschlag.

beeinflussen den individuellen Bedarf so sehr, dass kaum jemand genau dem Mittelwert entspricht. Zudem sind Kalorienangaben immer nur ein Näherungswert. Dazu kommt, dass die Hersteller selbst entscheiden können, wie viel von ihrem Produkt "einer Portion" entspricht.

So ist bei Fertiglasagne oder Tiefkühlpizza oft nur die Hälfte des Inhalts als Portion angegeben. Bei einer Tafel Schokolade sind es ein bis zwei Riegel, bei einer Tüte Chips vielleicht 25 Gramm.

Dass das an einem Abend vor dem Fernseher im Normalfall mehr wird, muss nicht betont werden. Insgesamt also haben die angegebenen Werte wenig Aussagekraft.>

Genaues Lesen erforderlich

Wer also die genauen Werte haben möchte, muss gegebenenfalls rechnen. In der Regel ist genaues Kalorienzählen aber wenig zweckmäßig. Besser ist es, den Nährstoffgehalt verschiedener Lebensmittel zu vergleichen, eventuelle Ausreißer beim Zucker zu bemerken oder versteckten Fetten in Gebäcken und Pizza auf die Spur zu kommen.