Intensivstationen Artikel | Krank, kränker, Krankenhaus - Intensivstation: Was Eltern wissen müssen

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Krank, kränker, Krankenhaus - Intensivstation: Was Eltern wissen müssen

Wenn Kinder krank sind, ist dies für Eltern stets eine Ausnahmesituation. Handelt es sich um eine harmlose Erkältung, sind Fieber, Schnupfen oder Husten meist schnell wieder kuriert. Muss das Kind aber aufgrund seiner Erkrankung ins Krankenhaus, vielleicht sogar operiert oder auf einer Intensivstation versorgt werden, ist der stationäre Aufenthalt meist für alle mit großen Ängsten verbunden.

Auf der Kinderintensivstation des Elisabeth-Krankenhauses in Essen werden beispielsweise Kinder bis zum 14. Lebensjahr betreut. Dies sind Kinder, die nach einem operativen Eingriff eine besondere Überwachung benötigen, die auf einer normalen Station aufgrund der Vielzahl anderer Kinder nicht möglich wäre. Sie liegen meist nur einen kurzen Zeitraum, einige Stunden, eventuell ein bis zwei Tage auf der Intensivstation. Daneben gibt es Kinder, deren Erkrankungen so schwer sind, dass sie über einen längeren Zeitraum einer intensiven medizinischen und pflegerischen Betreuung bedürfen.

EKE - Dariusz Michna, Leitender Arzt der Neonatologie und Kinderintensivstation

Es piept und blinkt

Beim ersten Kontakt mit einer Intensivstation stürmen viele neue Eindrücke auf die Eltern ein. Neben den Sorgen um das Kind, kommt die fremde und technisierte Umgebung dazu. Überall piept und blinkt es, das Kind ist an Geräte und Maschinen angeschlossen, Monitore geben Alarm oder zeigen unverständliche Zahlen und Kurven. "Die meisten Eltern stehen dieser Situation hilflos gegenüber", so Dariusz Michna, Leitender Arzt der Neonatologie und Kinderintensivstation des Essener Elisabeth-Krankenhauses. "Sie haben verständlicherweise Angst und fühlen sich leicht überfordert, wenn sie ihr Kind inmitten der ganzen High-Tech-Medizin wahrnehmen. Für viele ist es außerdem nicht einfach, die Verantwortung für ihr Kind in fremde Hände zu geben. Gerade deshalb ist es so wichtig, das Vertrauen der Eltern zu gewinnen und ihnen Sicherheit zu vermitteln. Sie sollten unbedingt über die Notwendigkeit bestimmter Geräte, Abläufe und Arbeiten auf einer Intensivstation aufgeklärt werden." Wenn Eltern die Angst vor den technischen Geräten genommen wird, können sie diese als Sicherheitsfaktor zum Wohle des Kindes sehen und aktiv bei der Betreuung und Versorgung mithelfen.

So können Eltern helfen

EKE - In freundlicher Atmosphäre werden auf der Kinderintensivstation auch ältere Kinder versorgt

Kinder benötigen eine andere intensivmedizinische Betreuung als Erwachsene, andere Medikamente, andere Überwachungsgeräte, individuellere Fürsorge und Pflege. Anders als Erwachsene können gerade kleine Kinder ihre Bedürfnisse, Wünsche und Befindlichkeiten, wie etwa die Lokalisation von Schmerzen, noch nicht richtig oder gezielt äußern. Dazu kommt, dass viele intensivmedizinisch betreute Kinder durch ihre Erkrankung eine verminderte Bewusstseinslage haben oder in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind. Neben der fachlichen medizinischen Kompetenz erfordert die Behandlung von Kindern deshalb auch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit. Speziell geschulte Ärzte und Intensivmedizinisches Pflegepersonal stehen 24 Stunden täglich zur Verfügung. Michna: "Aus diesen Gründen haben wir im Elisabeth-Krankenhaus intensivmedizinische Einheiten für Kinder eingerichtet. In unmittelbarer Nähe zur Neonatologischen Intensivstation – auf der Frühgeborene und sehr kleine Säuglinge betreut werden – können jetzt schwerstkranke und/oder frisch operierte Kinder in einer freundlich und kindgerecht gestalteten Atmosphäre intensivmedizinisch und pflegerisch betreut werden." Die medizinische Versorgung des Kindes steht natürlich immer im Vordergrund. Ebenso wichtig für den Genesungsprozess ist aber auch die Anwesenheit der Eltern. Zum einen kennen Eltern ihre Kinder besser als das Pflegepersonal oder die Ärzte und können Hinweise auf Befindlichkeiten des Kindes geben. Vertraute Stimmen und Berührungen der Mutter oder des Vaters haben nachweisbar eine beruhigende Wirkung auf das Kind, sind sie doch das einzige Vertraute in der ansonsten fremden unbekannten Umgebung. Dies gilt auch dann, wenn die Erkrankung es erforderlich gemacht hat, dass das Kind durch Medikamente ruhig gestellt ist, tief schläft oder beatmet wird und man meint, dass es eigentlich nichts mitbekommen würde. "Durch die liebevolle Zuwendung der Eltern können außerdem unangenehme Erlebnisse, die das Kind vielleicht bei der medizinischen Versorgung, beispielsweise durch Spritzen, Schmerzen, Verbandswechsel, oder auch nur durch die ungewohnte Umgebung erfährt, abgemildert werden", erklärt Michna. "Es ist wünschenswert, dass die Eltern deshalb so oft wie möglich bei ihrem Kind sind. Wir bieten Eltern deshalb auch Übernachtungsmöglichkeiten und rund um die Uhr Zutritt zur Station." Auf den meisten Kinderintensivstationen gibt es inzwischen offene Besuchszeiten. In Absprache mit dem Pflegepersonal und wenn es die Situation des Kindes erlaubt, ist es oftmals auch möglich, dass Eltern selber aktiv werden und direkt bei der Betreuung des Kindes mithelfen können, beispielsweise bei der Körperpflege, beim Waschen, Cremen etc. Auch so kann dem Kind Geborgenheit und Nähe vermittelt werden.

Wenn möglich, gut vorbereitet

Erleidet ein Kind einen Unfall oder erkrankt plötzlich schwer, kann der Krankenhausaufenthalt natürlich nicht vorbereitet werden. Besteht aber bei einer geplanten Operation die Möglichkeit, können sich sowohl die Eltern als auch das Kind auf die Stationäre Zeit einstellen. "Eltern können ihrem Kind spielerisch, anhand von altersgerechten Büchern, den Aufenthalt im Krankenhaus erklären", rät Michna. "Hilfreich ist auch, wenn das Lieblingskuscheltier, Schmusekissen oder eine Spieluhr mit auf die Station darf. Wichtig zu wissen, Kinder sollten nicht angelogen werden. In angemessener Weise erklärt, können auch kleine Kinder verstehen, dass nach einer Operation die Narbe vielleicht Schmerzen bereitet, oder, wenn eine intensivmedizinische Überwachung notwendig ist, die Umgebung, in der es nach der Narkose aufwacht, ganz fremd aber vielleicht auch spannend sein kann. Vermitteln Sie ihrem Kind stets, dass sie da sind, wenn es sie braucht." Damit auch Eltern einen längeren und unter Umständen kräftezehrenden Aufenthalt ihres Kindes auf einer Intensivstation durchstehen, ist es wichtig, sich beispielsweise bei der Betreuung mit dem Partner abzuwechseln. Zwischendurch Luft holen, durch einen kleinen Spaziergang oder Kaffeetrinken außerhalb der Station, hilft ebenfalls, neue Kraft für sich und das Kind zu sammeln.

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