Wenn das Kind auf der Intensivstation liegt: Was Eltern wissen sollten

Wenn ihr Kind auf der Intensivstation liegt, ist das für die Eltern ein Schock. Je genauer sie sich informieren, desto besser können sie ihrem Sprössling helfen.

So können Eltern ihrem Kind auf der Kinder-Intensivstation helfen

Piepsende Überwachungsmonitore, blinkende Sensoren, kleine Elektroden auf der Brust, Schläuche und Katheter - wer sein Kind auf der Intensivstation besucht, ist zunächst erschreckt. Erst recht, wenn das Kind offensichtlich leidet. Zu der emotionalen Belastung kommt die Unsicherheit: Was passiert hier mit meinem Kind? Je besser Eltern über die Geräte und Abläufe auf der Intensivstation informiert sind, desto besser können sie mit der Situation umgehen und ihren Nachwuchs unterstützen.

Was passiert auf der Intensivstation?

Größere Kliniken haben meist spezielle Stationen

Die meisten Kinder müssen nur wenige Stunden oder Tage auf der Intensivstation liegen, etwa nach Operationen oder zur Überwachung nach einer Frühgeburt. Manche kleinen Patienten sind jedoch so schwer erkrankt, dass sie über längere Zeit intensivmedizinisch betreut werden müssen. Neben technischen Geräten gehören dazu auch unangenehme Maßnahmen wie das Legen von Magensonden oder Beatmungsschläuchen, regelmäßige Infusionen oder Verbandswechsel. Um die eigene Unsicherheit zu überwinden, sollten Eltern sich so schnell wie möglich mit der fremden Umgebung vertraut machen.

Was Eltern fragen sollten

Auf Kinderstationen sind die Ärzte besonders geschult im Umgang mit Angehörigen, schließlich übernehmen die Eltern einen wichtigen Part in der Pflege. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Mediziner in einem Fachjargon sprechen, der die Eltern verunsichert.

Wenn sie nicht genau verstanden haben, warum bestimmte Geräte und Maßnahmen erforderlich sind, sollten sie nicht zögern zu fragen. Wozu ist dieses Gerät oder diese Untersuchung notwendig, wie kann ich meinem Kind die Situation erleichtern? Allein das Wissen über die technischen Abläufe und die Wirkung von Medikamenten kann den Eltern Sicherheit vermitteln.

Was Eltern für ihr Kind tun können

Das oberste Ziel der Ärzte ist es, dem Kind zu helfen. Eltern können dabei ein wichtiger Partner sein.

Gerade Neugeborene und Kleinkinder können ihr Befinden oder ihre Bedürfnisse nicht gezielt äußern. So empfinden kleinere Kinder Schmerzen häufig generalisiert und können nicht sagen, wo genau es wehtut. Um die Wünsche von kranken Kindern zu erkennen, ist deshalb viel Zeit und Einfühlungsvermögen nötig. Pfleger können dies - auch bei bestem Willen - nicht immer leisten. Darum sind auf dem meisten Intensivstationen die Eltern als Betreuer willkommen: sie können wertvolle Hinweise auf die Befindlichkeit ihres Kindes geben, sie trösten das Kind bei unangenehmen Prozeduren wie Spritzen oder Verbandswechsel und sie machen durch ihre liebevolle Zuwendung eventuelle Schmerzen erträglicher.

Für frischgebackene Mütter: Neugeborene, die auf der Intensivstation betreut werden, sind oft zu schwach, um an der Brust zu trinken. Mütter sollten sich deshalb erkundigen, ob sie die Milch abpumpen und in die Klinik bringen können. Gerade das kranke Kind profitiert von dem Immunschutz aus der Muttermilch.

Falls möglich sollten Eltern ihr Neugeborenes außerdem so oft wie möglich auf ihren Oberkörper legen. Die Körperwärme, die vertrauten Stimmen und der Herzschlag der Mutter haben eine beruhigende Wirkung auf das Baby. Auch beim Waschen, Wickeln und Eincremen geben Eltern ihrem Kind das Gefühl von Nähe.

Auf die Intensivstation vorbereiten

In den meisten Fällen werden Eltern vom Aufenthalt in der Intensivstation überrumpelt. Bei einer geplanten Operation kann sich die Familie dagegen auf die Zeit im Krankenhaus vorbereiten.

Schon kleine Kinder verstehen, dass sie nach einer Operation Schmerzen haben werden. Wenn sie sich mit altersgerechten Büchern auf das Krankenhaus vorbereiten, ihr Lieblingskuscheltier dabei haben und die Eltern ihnen Geborgenheit vermitteln, erleben sie die Situation als weniger belastend.

Aber auch Eltern sollten sich auf den stationären Aufenthalt einstellen. Je länger das Kind bleiben muss, desto wichtiger ist, dass Angehörige sich bei der Betreuung abwechseln. Schon ein Spaziergang an der frischen Luft oder der Besuch in einem Café außerhalb des Krankenhauses kann neue Energie geben.

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