23. Juni 2010
Pathologen untersuchen und erforschen Körpermaterialien und andere Proben in einem Labor. Die meisten Pathologen sind als angestellte Ärzte tätig.
Pathologen haben nur selten Kontakt zu Patienten. Meist arbeiten sie in einem Labor und untersuchen dort die vom behandelnden Arzt eingesandten Proben. Ärzte können verschiedenartige Gewebeproben entnehmen und zur Untersuchung an einen Pathologen senden. Dazu gehören z.B. Proben aus der Darmschleimhaut, die während einer Darmspiegelung entnommen wurden. Ein Hautarzt entfernt häufig Leberflecke, die zur genauen Untersuchung an einen Pathologen geschickt werden. Auch Teile von Organen, Rückenmarksflüssigkeit, Urin oder andere Operationspräparate werden von Pathologen untersucht. In vielen Fällen untersuchen die Pathologen diese Proben unter dem Mikroskop auf Krebszellen und können dann auch beurteilen, in welchem Stadium einer Krebserkrankung sich der Patient befindet. Pathologen, die als angestellte Ärzte in einem Krankenhaus arbeiten, erhalten häufig auch Proben während einer Operation, um einen so genannten Schnellschnitt zu machen, so dass der operierende Arzt noch während dem operativen Eingriff das Ergebnis erhält. Der Arzt kann so entscheiden, ob er den Tumor großzügig entfernen muss (wenn er bösartig ist) oder ob die Entfernung des Tumors ausreichend ist, wenn dieser gutartig ist. Der Pathologe muss bei diesem Schnellschnitt schnell und genau arbeiten, da die Operation in der Regel so lange unterbrochen wird, bis der Pathologe mit seiner Untersuchung unter dem Mikroskop fertig ist.
Ein wichtiger Bereich der Tätigkeit eines Pathologen ist jedoch auch die Untersuchung von Verstorbenen. Ist ein Mensch aus unerklärlichen Gründen verstorben, so wird häufig eine gerichtsmedizinische Untersuchung angeordnet, die von einem Pathologen durchgeführt wird. Der Pathologe untersucht dann den Verstorbenen z.B. auf evtl. vorhandene Verletzungen und die ursprüngliche Funktionsfähigkeit der Organe. Teilweise erfolgt diese Obduktion auch zu Forschungszwecken. Auch das Herrichten von bereits obduzierten Leichen sowie das Konservieren eines Verstorbenen gehört zur Aufgabe des Pathologen.
Wenn ein Pathologe Körpermaterialien untersucht, so sieht er sich diese zuerst mit bloßem Auge an und untersucht sie erst dann unter einem Mikroskop. Am Mikroskop erledigt der Pathologe einen Großteil seiner täglichen Arbeit. Teilweise sind auch differenzierte Untersuchungen z.B. unter einem Elektronenmikroskop notwendig.
Die meisten Pathologen arbeiten als angestellte Ärzte in einem Labor, das zu einem großen Krankenhaus gehört. Pathologen können jedoch auch in einem rechtsmedizinischen Institut angestellt sein. Auch in der Forschung können Pathologen tätig sein.
Einige Pathologen haben sich mit einer pathologischen Praxis selbstständig gemacht und werten die Proben von niedergelassenen Fachärzten aus, die diese Proben im Rahmen eines ambulanten Eingriffes ihren Patienten entnommen haben.
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